How I met my money

How I met my money

Der Finanzpodcast für Anfänger

Transkript

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speaker-0: Das finde ich ganz spannend. Konflikten wachse ich am meisten, weil ich mich frage, wieso habe ich diesen Konflikt? Wieso trickert mich das Verhalten von dieser einen Person so? Und je mehr wir in uns ruhen und entdecken, was ist denn meine 50 Prozent von dieser Baustelle ungefähr? Können sich Konflikte verflüchtigen, wenn wir da mal anfangen würden. Aber es ist ja so viel leichter im Außen andere dafür verantwortlich zu machen, das ist mir gerade schlecht.

speaker-1: Kennst du diesen Moment, wo du dir was gönnst und direkt merkst, wie du innerlich dich anfängst zu erklären? Zum Beispiel, ich habe eine Haushaltshilfe, oder ich brauche einfach mal einen Abend für mich alleine, weil. Also es geht dann gar nicht mehr jetzt diese Haushaltshilfe oder den freien Abend, sondern die stille Frage im Hintergrund. So was wie, darf ich das oder was denken die anderen dann über mich? Und darüber reden wir heute Luxus als Signal und über die vielleicht wichtigste Frage, mache ich das? Für mich? Oder mache ich das fürs Außen? Kann ich dazu stehen, ohne mich zu rechtfertigen? Dafür haben wir heute Isabelle Garcia zu Gast. Sie ist ganzheitliche Kommunikationsexpert und hilft Menschen, sich in Gesprächen sicher zu fühlen. Im Alltag, im Job, auf Bühnen, in schwierigen Situationen. Und dabei schaut sie ganz genau hin. Wie reden wir mit uns selbst? Und brauchen wir vielleicht Applaus von Außen? Oder schaffen wir es doch, bei uns zu bleiben? Schön, du da bist, Isabell. Und hallo Ingo. Hallöchen.

speaker-0: Ich freue mich sehr dabei zu sein. Dankeschön.

speaker-1: Lass uns direkt dabei bleiben, wie ich angefangen habe. kleine Wörtchen Weil. Warum rechtfertigen wir uns so gerne, wenn wir uns etwas gönnen?

speaker-0: ganz häufig Unsicherheit. Also wenn ich wirklich dazu stehe, dann brauche ich keinen Weil. Ich habe einmal für so eine Maklergruppe gearbeitet und da war ein junger Mitarbeiter, der das ganze Geld zusammengekratzt hat, sich einen Luxus zu gönnen und zwar so eine Kreuzfahrt mit seiner Lebenspartnerin. Und der war so stolz drauf und fast alle in dieser Makler, in diesem Maklerunternehmen haben auf ihm rumgehackt und haben so, äh, nee, Umwelt unfreundlich, bläh, wie kann man sein Geld dafür ausgeben und so ein Party-Schiff, blablabla. Und er saß so da und hat immer gesagt, jo, ja, und ich freu mich. das war, als ob er so eine Teflon Haut hatte. Das flatschte einfach so an ihm ab. Und da hab ich so gedacht, das ist beeindruckend. Das ist so ein Zeichen dafür, wenn jemand wirklich sagt, ja, meine Entscheidung find ich gerade richtig cool. Und im Endeffekt könnt ihr sagen, was ihr wollt. Ihr erreicht mich nicht. Das flatscht hier so an meiner Teflon Haut ab. Ich glaube, dieses Weil sagen ganz häufig, wenn wir innerlich uns das selber noch nicht erlaubt haben. Ich merke es auch, wenn ich manchmal so bei Zeit denke, ich habe gerade letzte Weihnachten, da habe ich so viel gearbeitet und dann hat eine Cousine mich gefragt, kannst du nicht noch mehr helfen, unseren Onkel zu pflegen und so weiter. Und dann wollte ich ihr erklären, warum ich gerade jetzt bei diesen Projekten es so wichtig ist und so weiter in meiner Lebensphase. Blablabla. Und dann habe ich ganz lange überlegt, so, Isabel ist ja Kommunikationsexpertin, so wie machen wir das jetzt? Wie kannst du das jetzt argumentieren, damit sie das versteht? Und dann habe ich irgendwann gemerkt, nee, es geht ja gar nicht sie. Es geht nicht darum, dass sie das versteht. Ich habe mir das selber nicht erlaubt, dass ich gesagt habe, rein jetzt aktuell, du bist Mutter, hast Kinder, einen Mann, hast so viel dich herum. Du kannst es dir aktuell, auch wenn es vielleicht sich unfair anfühlen mag, dir eher leisten. spielt auch keine Rolle. Ich habe es mir nicht erlaubt. Also wenn ich es mir nicht erlaube, dann hoffe ich, dass das Außenes versteht. Ich hoffe, dass mit einem Weil und einer Rechtfertigung, einer Erklärung die Leute das eher verstehen.

speaker-1: Jetzt hast du von diesem innerlichen Klarstellen, innerlich Annehmung gesprochen. Wie komme ich denn dahin? Ich würde mal behaupten, die meisten unserer Zuhörerinnen, sind jetzt vielleicht nicht in den Luxuszustand komplett reingeboren oder die Superreichen. Sondern man gönnt sich vielleicht mal was durch Arbeitsleistung oder durch Erbschaften. Komme ich mal in Richtung Luxus oder dass ich mir mal Luxus gönnen will? Ich könnte mir vorstellen, dass es ein Prozess ist von dieser Annahme. Das heißt, wie komme ich denn da besser hin, dass ich zu Teflon werde an dieser Stelle?

speaker-0: Das ist ein Prozess. Kann ich mir irgendwo selbst Wert kaufen? Kann ich vielleicht irgendwo im Supermarkt im 6er-Pack? Das ist schon herausfordernd. Wenn Menschen das im Kindesalter, in der Jugend, in der Familie nicht mitbekommen haben, wenn du dir etwas gönnst, wenn du eine Entscheidung triffst, dann ist die auch großartig. Wenn die vielleicht nicht so ihrem Selbstwert gefördert wurden, das geht gar nicht, ob ich in Luxus reingeboren wurde, ja oder nein, sondern wie stehe ich zu mir selber? dann ist das richtig schwierig. Also Menschen, die zum Beispiel Traumavergangenheit haben, superhochsensibel sind und so weiter und so fort, so eine People Pleaser als Überlebensstrategie haben, die werden ganz häufig denken, mein Gott, ich sollte das eigentlich spenden und eigentlich braucht er jemand anderes. Hauptsache den anderen geht's gut und ich nicht. Die werden ganz häufig mit einem Beil kommen. Krieg ich jetzt so eine typische People Pleaserin oder ein People Pleaser dazu, zu sagen, jetzt denk doch mal an dir, An dich selber. Ja, das kann ich schaffen. Und gleichzeitig wird diese Person wahrscheinlich mit einem Weil kommen. Weil sie dann denkt, das hab ich aber auch, aber ich weiß gar nicht, dass die Zeit von außen die Zustimmung haben will. Also es sagt sehr viel über mich aus, wenn ich über außen die Zustimmung brauche, ob das, was ich gerade mache, auch okay ist. Und wie kann ich das jetzt trainieren? Das ist wirklich ein Trainieren ein, immer wieder mir selber sagen, hab ich mir das verdient. Ganz wichtig auch bei dieser inneren Kommunikation, da kommen manchmal Sätze eben selber, dass wir sagen, du hättest aber auch. Und da ist es super spannend, es gibt so eine, so eine Introjekte, wir sagen, oder auch Täter-Introjekte. Was heißt das? Das bedeutet, dass ich Sätze übernehme, die überhaupt gar nicht meine sind. Ja, zum Beispiel hat meine Mutter früher immer gesagt, dick ist hässlich, schlank ist schön. Das stimmt ja so nicht unbedingt! meine subjektive Meinung. Ich kenne schlanke Menschen, die okay aussehen und es gibt dicke Menschen, wo ich denke wow, faszinierend. Aber dieser Satz, der klebte an mir dran, weil ich das so oft gehört habe und dann immer wieder hinsetzen, wenn ich so eine Weilsätze auch bei mir im Kopf habe und mich fragen, ist das überhaupt meiner? Und wenn ich das herausgefunden habe, dann ist das wirklich so ein Bewusst- davon-Distanzieren nach dem Motto, gar nicht mein Satz. Was wäre denn meiner?

speaker-1: Das heißt, wir haben das Wahl gelernt. Dieses Rechtfertigen haben wir einfach gelernt und manche Leute haben gelernt, dass sie sich gar nicht rechtfertigen müssen.

speaker-0: Ich kenne tatsächlich, ich arbeite sehr viel mit Kommunikation. Wenn ich von Konflikten rede, wenn wir von einander vorbei reden und so weiter, oder ich habe Angst und Lammfieber auf der Bühne, da geht es ganz häufig den Selbstwert. Traue ich mir das zu? Mag ich das? Und das Spannende ist, dass sowohl die, die teilweise sehr selbstbewusst auftreten, innerlich so ganz klein mit Hut sind, was du dann auch merkst, entweder am Luxus, aber auch am Auftreten. Oder die, die sagen, nee, lieber nicht. Und wo du es wirklich auch siehst mit dem Zittern usw. Der Selbstwert ist schon großes Thema. Wenn du mich jetzt fragen würdest, kennst du viele Menschen, die permanent innerhalb ihres Stress-Toleranzfensters, wie man so schön sagt, aufhalten und permanent in sich ruhen und sagen, meine Entscheidung war schon so weit ganz okay. Nein, da kenn ich nicht viele tatsächlich. Und ich glaube eben dadurch gibt es so viel Weil. Weil ich kenn so viele Menschen, die eher diese Unsicherheit haben und sich manchmal in dieser Schnelligkeit unserer Zeit damit nicht auseinandersetzen. Mit sich auseinandersetzen.

speaker-1: Und ich finde das einen superspannenden Punkt, weil eigentlich heißt es ja, bevor ich mir, also könnte, Hypothese, bevor ich mir richtigen Luxus gönne, darf ich erst mal an meinem Selbstwert arbeiten, damit ich den Luxus überhaupt richtig genießen kann. Weil wie painful ist es denn, dauernd Unsicherheit zu verspüren im inneren Selbstwert, wenn ich mir so was gönne? Also ich kann mir ja, ich übertreibe jetzt mal, wenn ich mir den Ferrari da draußen hinstellen wollen würde, dann kann ich ja nur genießen, ich den Selbstwert innerlich habe. Ansonsten denke ich dauernd, Aber denken dann die anderen über mich nach dem Motto? Und kann mit dem Neid umgehen und bin dann eher so eine Teflonpfanne, die schon 20 Jahre alt ist und wo jedes Ei dran hängen bleibt sozusagen. das ist ja schon eine ganz spannende Erkenntnis zum Thema Luxus. Das ist eben und dann kommen wir wieder auch zurück zu dem, was wir auch immer im Podcast machen, Finanzpsychologie. Was projiziere ich da drauf? Und da ist Selbstwert ja Geld, ja Selbstwert. Was bin ich mir selbstwert? Wie bin ich mir selbst überhaupt bewusst über diese Dinge? Was mein Selbstwert ist? Das ist schon eine spannende Aufgabe. Das natürlich nicht, dass ich mir vorher keinen Luxus gönnen darf. es fängt natürlich an, mehr zu resonieren, so wie du beschreibst, wenn ich mir dem nicht so bewusst bin.

speaker-0: Es ist doch wirklich schade, wenn wir es nicht genießen können. Da hast du einen super guten Punkt angesprochen. Also ich kenne halt manche, die fühlen sich innerlich so klein, so klitzeklein und denken, aber wenn ich im Außen ganz groß bin und ganz viel Luxus habe, ich bin einfach ganz fleißig und ganz erfolgreich und ich werde ganz groß und blöööö Du bist ein sehr sympathischer kleiner Junge in einem Körper von einem Mann, der versucht etwas darzustellen, was er oder manchmal auch sie gar nicht ist. Und nein, diese Personen können das gar nicht genießen, denn die können praktisch einen Sonnenuntergang erst dann genießen, wenn sie ein Foto gemacht haben und alle anderen aus dem Netzwerk gesagt haben, boah, also was du da für einen schönen Sonnenuntergang gesehen hast, das ist aber toll. Wenn du ihn selber nicht genießen kannst, was bringt es dir dann, wenn du es erst genießen kannst, wenn aber die Außen von außen dir sagen, dass du gerade was Schönes gesehen hast? Und wenn ich das wahrnehme, dann denke ich halt, ja, das ist schon wirklich sehr schade. Vor allen Dingen, dann bist du halt in so einem Hamsterrad drin. Ich weiß gar nicht mehr genau, dieses, das gibt es einen ganz bestimmten Begriff aus der Glücksforschung. dass wir eine Zufriedenheit erreichen können. diese Zufriedenheit, z.B. Maike van den Boom, Glücksexpertin, die war fast blind schon als Kind. Sie ist nicht blind, aber sie hat sehr schlechte Augen. Dann hat sie ihr Leben darauf hingearbeitet, dass ich ihre Augen operieren lassen kann. Hat sie dann auch dieses Glücksniveau von, ich stehe morgens auf, ich schlage die Augen auf und sehe, wer neben mir liegt. oder ich sehe was hier los ist und ich sehe, ich erkenne einen Fußboden. Das hat ungefähr zwei Wochen gehalten und dann war es schon wieder normal. Das blöde ist, die Leute rennen dem halt immer hinterher und denken dann halt, na wenn ich das habe, dann... Und dann sackt es wieder ab. Wenn ich das habe, dann Wir kriegen das selten über Status, sondern wir kriegen das, wie du gesagt hast, Ingo, über unseren eigenen Selbstwert. Wenn ich das vorher nicht gemacht habe, brauch ich immer mehr. Es fühlt sich immer schaler an. Ich kann's nicht genießen. Da könnten wir auch dann definieren, was ist überhaupt Luxus? Für manche ist es freie Zeit zu sagen, du aggerst 60 Stunden, um dein Geld zu verdienen. Ich mach das in zehn. Nun haben manche auch ein schlechtes Gewissen zu sagen, vielleicht sollte ich mehr arbeiten, vielleicht sollte ich es nicht so damit rumfrahlen. Ist doch großartig, dass du es geschafft hast. Würde ich dann sagen. Insofern sind wir da halt bei der Frage. was überhaupt Luxus auch für uns persönlich ist. Also wenn jemand das schafft, nicht 40 oder 60 oder 80 Stunden zu arbeiten, das Geld zusammenzukriegen, was ja benötigt nur 10 Stunden, dann ist das ja auch Luxus und manche mögen kaum dazu stehen und ich persönlich würde denken, das ist großartig und würde mich sehr für diese Person freuen, dass die das in 10 Stunden schafft.

speaker-1: Lass uns gerne bei diesem Selbstbewusstsein mal bleiben. Das ist ein Riesenthema bei uns im Podcast, bei der Themenreihe Luxus. Und du beschäftigst dich ja sehr viel damit, weil es geht ja in deinem Job auch viel darum, wie tritt man auf, aber auch wie fühlt man sich innerlich. Was würdest du sagen, woran erkennt man dann so echtes Selbstbewusstsein? Also wenn es nicht jetzt die Uhr ist, wenn es nicht die schicke Handtasche ist. noch nicht mal vielleicht das protzige auftreten. könnte ja auch vielleicht gefakt sein. Woran erkennt man das dann, ob man wirklich selbstbewusst ist?

speaker-0: vermeintlich erkennen wir das an Stimmigkeit. Also ist jemand stimmig? Das kann natürlich auch gespielt werden. Du kannst es nicht mit 100 %iger Sicherheit sagen. Das ist so ähnlich, aber das ist meine persönliche Meinung. frage andere, die werden eine andere Meinung haben. Es gibt ja auch Leute, die sagen, ich erkenne jede Lüge. Ich persönlich würde sagen, nope. Denn wenn jemand an seine eigenen Lügen glaubt, dann ist das nicht so geschaut. Das finde ich halt auch so spannend. Wenn wir Lügen erkennen, dann sind das echt schlechte Lügner. denen habe ich keinen Respekt. Sondern die guten Lügen, da ist das ja herausfordernd. Also insofern stimme ich, diese, diese, erkenne ich, ob es wahr ist, dieses selbstbewusste Auftreten mit sehr viel Selbstvertrauen. Ja, könnte ich, also was wir sehen und was wir beurteilen, sagen wir es mal so, ist eben diese Stimmigkeit, diese Konkurrenz. ist es, ist es coent, ist es, ist es einfach. dass ich in der Stimme das höre, was sich auch in den Worten wiedergespiegelt wird. Dass Mimik, Körpersprache, Stimmenklang, Wortwahl, ineinander greift. Und eben natürlich auch meinetwegen meine Kleidung und die Luxusartikel, die ich an mir trage oder mit denen ich herumfahre. Wenn das stimmig ist, egal wie es wirkt, dann sind wir damit fein. Dann haben wir das Gefühl, ja, ich glaube, die Person steht dazu. wenn wir irgendwo auch nur ein bisschen haken, also nach dem Motto, ich habe mir jetzt was schönes gegönnt und sage auch, ich fühle mich damit ganz wohl, sage aber nicht, ich fühle mich damit ganz wohl, sondern ich fühle mich damit ganz wohl, also wirklich, also wirklich alle sagen, dass es ganz ganz toll ist, dann würde ich schon mal sagen, na, vielleicht doch nicht ganz so stimmig.

speaker-1: Ich würde gerne einen Begriff reinbringen, den ich mal gehört habe in so einem Zusammenhang, den man häufig auch mit Leuten, die so in sich ruhen und vielleicht auch mehr Wohlstand haben, dass die ein gewisses Charisma ausstrahlen. Wenn ich dieses Wort mal mit reinbringe, verändert sich dann irgendwas? das Mitstimmigkeit oder kann ich das genauso Charisma, also wahrscheinlich kann ich es simulieren wie Lügen, aber Vielleicht auch nicht. Ist Charisma so ein anderes Wort für die Stimmigkeit, die du beschreibst, oder ist es was ganz anderes?

speaker-0: Also Charisma ist wirklich etwas oder Charisma, je nachdem wie wer das ausspricht, ist etwas, wo die Leute sagen, das hätte ich gern, das hat so eine Faszination. Und ich würde sagen, die wenigsten Menschen auf unserer Welt haben wirklich Charisma. Das ist eine Zusammenfassung aus, ich bin präsent und das kann ich mir erarbeiten, daran kann ich arbeiten und natürlich entspannt mich. Sorglosigkeit beim Geld, wo wir aber auch sagen, ein gewisser Luxus entspannt uns, ist es schon wieder so viel, haben wir schon wieder Angst, das Geld zu verlieren und es wird unentspannter eventuell. Weil wenn wir wirklich entspannt sind, sagen, es kann mir nichts passieren, alles ist gut. Na klar, dann kann ich auch leichter im Hier und Jetzt sein, weil ich mir keine Sorgen eben machen muss über morgen und so weiter und so fort und mich und mein Leben nicht ständig in Frage stelle. Also Charisma ist eine Summe aus Präsenz, aus Neugierig sein, wirklich neugierig sein, auch Interesse an meinem Gegenüber haben. Also Interesse und Neugierde so. Was beschäftigt euch beide gerade Lena, Ingo? Das wäre dann so ein Punkt. Und der dritte ist Wissen. Und diese Summe, wenn ich die noch mit Entspanntheit daher trage, also zum Beispiel Barack Obama wurde zum Beispiel genannt, dass der charismatisch wirkt auf viele. ist aber auch natürlich eine Entscheidungssache. Manche sagen ja, manche sagen nein. Manche sagen Maria Callas, manche sagen Mahatma Gandhi. So, es gibt so ein paar. Und da merken wir schon, die Liste ist nicht sehr lang. Und kann ich mir das erarbeiten? Ich kann mir Präsenz erarbeiten, Wissen erarbeiten und das Interesse an anderen Menschen kann ich mir durchaus erarbeiten. Und da spielt der Luxus ja auch schon wieder rein. Wenn ich es aber nötig habe, nach dem Motto dir zu zeigen, na, find's mich toll, oder? Find's mich toll, find's mich toll, ist es ja mehr auf mich bezogen und weniger auf dich. Echtes Interesse würde bedeuten, Ingo, denkst du denn gerade? Lena, was denkst du gerade? nicht, seht ihr? Oder? Und ich sag nicht, dass jetzt irgendwie Luxus das bedeutet, sondern aufgesetzter Luxus. Also diese drei Sachen, sind, gesagt, dieser Dreiklang wäre wichtig, ⁓ Charisma irgendwann zu erreichen. Und ob man dann charismatisch ist, das entscheidet man nicht selbst, das entscheiden andere.

speaker-1: Und auch durch Luxus, ob man dadurch charismatisch wird. Das stellen wir eher fest, eher nicht so. Schüttelst du auch schon den Kopf, Genau so. Hätte ich es auch zusammengefasst, ob war es das, was wir heute schon gehört haben und auch gelernt haben. Aber jetzt gibt es ja einen Punkt. Fake it till you make it. Das heißt, ich ziehe es einfach so lang durch, bis ich... Ja, also am Anfang fühlt es sich nicht so an, irgendwann schon. Kann das hilfreich sein, aus deiner Sicht?

speaker-0: Meinst du jetzt Selbstwert oder reden wir von Luxus?

speaker-1: Wir haben ja festgestellt, dass es durchaus zusammenhängen kann oder auch nicht zusammenhängen kann. Von daher beides.

speaker-0: Es hängt zwar zusammen und gleichzeitig reiner Selbstwert. Fake it till you make it. Nein. In der Außenwahrnehmung schon. Aber da haben wir ja wieder dieses, im Außen möchte ich so scheinen und andere sagen Fremdwahrnehmung. Also, die Lena ist aber mal richtig selbstbewusst und sie sagt, mein Gott, ich bin so klein mit Hut und ich trau mich gar nicht. So ist das nicht. Aber wenn das so wäre, das hilft dir ja nicht weiter. Dann kannst du ja theoretisch deinen Luxus trotzdem nicht genießen. Das lernst du in deinem stillen Kämmerlein, das lernst du im Dialog mit dir selber selbstwert. Und da geht es ganz viel sein, sein, sein, sein, sein, sein, sein. Und natürlich gehe ich mal. Ich bin introvertiert, ich bin schüchtern. Ich habe eine Fettverteilungsstörung. Ich bin hochsensibel. Ich habe so viele Traumerfolgen. Ich rede von mir persönlich. Wenn ich auf der Bühne stehe vor paar tausend Leuten, da möchte ich am liebsten gar nicht stehen, weil das so Lichtjahre.

speaker-1: Redezeit von dir persönlich jetzt. Guck mal, wie du frechst mit uns. Du arbeitest ja auch mit deiner Stimme, mit deiner Präsenz, aber das ist doch total interessant, wie vermutlich viele Hörerinnen Hörer dich eingeschätzt haben und vermutlich anders als du dich gerade beschrieben hast, mit vielleicht eher, ja, vielleicht lieber mal alleine spazieren gehen, anstatt auf der Bühne stehen wollen.

speaker-0: Absolut. Und das ist aber Lichtjahre außerhalb meiner Komfortzone. Wenn ich halt auf der Bühne stehe oder auch das hier ist natürlich außerhalb meiner Komfortzone, weil das ja kein normales Gespräch ist, dass ich in eine Kamera gucke, anstatt euch in die Augen zu schauen, dass ich über ein Thema spreche, Luxus, über das ich nicht jeden Tag spreche und mich natürlich frage, mache ich es gut, habe ich genug Interessantes und Lustiges? Das sind so meine eigenen Selbstzweifel. Und kann ich da faken? Ja, kann ich.

speaker-1: viel von dir gelernt.

speaker-0: Aber kann ich das faken? Ja. Dann haben die anderen von der Fremdvernehmung zwar das Gefühl, was früher ganz häufig kam. Isabelle, du stehst da vorne wie eine Eins. Wahnsinn. Also ich werde dir Angst. Und ich sterbe da vorne gerade. Es hilft mir langfristig nicht. Es hilft kurzfristig. Aber es hilft nicht langfristig. Beim Selbstwert kann es kurzfristig helfen, wenn ich denke, ja, keiner soll es sehen. Okay. Aber es hilft nicht beim Selbstwert. Beim Luxus ja.

speaker-1: Ich weiß nicht, ich würde das gerade so bisschen so hinterfragen, denn mit jedem Mal, man aus der Komfortzone rausgeht und dann merkt, man hat es geschafft und man hat es überlebt zumindest, da steigt doch der Selbstwert, oder? Weil man es gemacht hat.

speaker-0: Nein, warum nicht? Wenn ich es geschafft habe, indem ich gefaked habe, indem ich in den Schein gegangen bin, so getan habe als ob, dann denke ich, ich habe es nur geschafft, weil ich mit Traum noch weniger zu. Deswegen das Muster geht heute

speaker-1: Mhm. Was ist denn dann der Schein? Der Schein ist dann trotzdem da mit breiten Schultern zu stehen und sagen, ich bin total die Rampensau. Das wäre dann faken. Aber wenn du da einfach stehen würdest als Isabelle und sagst, ich mach das jetzt so gut wie es geht, dann wär's nicht faken.

speaker-0: Richtig. Wenn ich es also mache und mich mit meinen Ecken und Kanten und mit meinen Ängsten dahinstellen würde und einen Hauch, zwei Schritte aus der Komfortzone raus gehe, da ist die Lernphase, da ist das großartig. Ansonsten geben wir die Überforderung. Ich möchte das mal an den ganzen Süchten erklären. Luxus kann ja auch eine Sucht sein, aber es gibt eben auch die Süchte natürlich Drogen und Alkohol und was nicht alles. Und ich kenne so viele Schauspieler und Sänger, die so starke Drogenprobleme haben. Die waren am Anfang so eine Angst gehabt und dann haben sie mal so einen Schnaps genommen und dann waren sie entspannter. Dann haben sie aber gedacht, ich habe es nur geschafft, weil ich einen Schnaps genommen habe. Beim nächsten Mal haben sie ihn wieder, haben sie zwei Schnapsen genommen und dann kommen sie in so eine Spirale rein, weil sie nicht gelernt haben zu fallen in dem Moment, es eben, na das wäre wichtig gewesen.

speaker-1: Ich alle einhaken an der Stelle. Das ist ganz lustig, was du da sagst. vergess deinen Gedanken nicht. Genau dasselbe hab ich auch erlebt. Ich hab mal Stand-up-Comedy gemacht, so zwei, Auftritte. Und da meinten auch vorher alle zu mir, nimm noch einen Schnaps, wenn du nervös bist. Ich dachte mir, wenn ich das gut mache, muss ich vorher immer einen Schnaps trinken. Das das eine, was du beschreibst. Und es gibt aber häufig, gerade bei Stand-up-Comedy, wo Newcomer dabei sind oder Leute, die nicht bekannt sind ... hast du häufig Leute, die genau ihre innerlichen ... Zum Beispiel ADHS, dann hast du Leute dabei, oder was war das noch, wo jemand gar keinen sozialen Kontakt will. Wie hieß denn das? Aber auf jeden Fall gewisse Krankheitsmuster haben, die mit diesem Krankheitsmuster auf die Bühne gehen. Und sich so präsentieren, wie sie sind. Krank. Und das aber auf eine lustige Art und Weise. Da musste ich gerade denken, wo du das erzählt hast, was Schein ist und was nicht. scheinen mir zu sein, ich hätte die Krankheit, aber versucht drüber zu gehen und trotzdem irgendwas zu reißen an der Stelle. Oder das einfach komödiantisch zu lösen, indem ich einfach ganz offen anspreche, dass ich krank bin und über die Krankheit Witze mache. Das wollte ich so einhaken aus Live-Erfahrung.

speaker-0: Genau, absolut. Und bei deinen Gedanken zu bleiben, bei mir zum Beispiel, auch aus meiner Erfahrung, ich arbeite schon seit über 30 Jahren mit Menschen an Auftritt und so, wenn wir Gesangstheorien nehmen, noch viel länger, aber nein, bleiben wir erst mal hier als Kommunikationsexpertin. Ich gehe dann über mich hinaus, mir wurde auch immer ein Schnaps angeboten, ich habe ihn halt nicht angenommen, ich genau die Angst hatte, die du auch hattest, Engo. Dann habe ich nicht gemacht. Gott sei mag ich auch kein Alkohol, deswegen habe ich es nicht angerührt. Ich habe aber auch die anderen Sachen nicht ausprobiert. Dann habe ich es irgendwie geschafft, indem ich mich verkleidet habe, indem ich besonders laut war, indem ich besonders Witze gemacht habe, die natürlich nicht lustig waren, weil die aus einer Überlebensstrategie herauskamen. Was ich dann irgendwann gemerkt habe, ist, mein Selbstwert ist dadurch nicht gestiegen, aber ich habe irgendwann gemerkt, ich weiß, dass ich funktioniere. Das ist ein großer Unterschied. Das war natürlich sehr hilfreich. Ich habe dann nicht gedacht, ja, ich bin die geilste Socke, ich kann jetzt hier im Radiomoderatoren, auf der Bühne moderieren und so weiter. Aber ich habe gemerkt, ich weiß, dass ich funktioniere, dass meine Stimme funktioniert, meine Art funktioniert. Das ist wieder so etwas, was parallel mitläuft. Selbstwert, das machst du mit dir aus. Da können dir schwer andere Leute helfen, können auch andere Leute sagen, du bist doch so toll, das machst du mit dir aus. brauchst du keine Therapie für machen, brauchst du jetzt auch kein Coaching mehr machen, ist hilfreich, muss nicht, setz dich mit dir auseinander. Das ist das was hilfreich ist. Beim Luxus würde ich sofort unterschreiben, fake it till you make it, absolut.

speaker-1: Warum?

speaker-0: Weil wir da beim Außenauftritt sind. Weil wir da zum Beispiel in eine Peer-Group rein wollen. Ganz egal, wo man arbeitet, wie man arbeitet, ob man in die Gruppe will, die nur in zehn Stunden pro Woche das verdient, was andere den ganzen Monat verdienen oder ob man da rein will, wo die Leute beim Golfen wirklich was zu sagen haben, wo auch immer. Und da gilt es, die Peer-Group zu studieren. Und dann eben, da wird dann halt so unterschieden zwischen versteckten und offenen Signalen. wie wir Luxus ausstrahlen. Und die, richtig Geld haben, die haben die versteckten Signale. Die tragen nämlich nicht mehr die Marke das, das, das, sondern da ist das Label ganz klein oder man weiß halt wie bei Steve Jobs damals, der hat zwar nur einen langweiligen Pulli an, aber der ist aus Kaschmir. Weil er da drunter wahrscheinlich nichts an hat oder wie auch immer. Aber das ist einfach, das strahlt was aus, ohne dass da irgendwie ein Name drauf steht. Und da gilt es halt für dich herauszufinden, es ist wieder Denkarbeit mit mir allein oder meinetwegen auch mit anderen, was macht meine Peer Group? Wo will ich hin? Und dann hilft es natürlich zum Reinkommen, wenn ich dann auch irgendwie was trage mit kleineren Labels, mit großen Labels und mit Geld mich schmeißen, würde ich da nicht reinkommen. Würden die sofort merken, ⁓ okay, möchte gern, ist noch nicht. Nicht für uns. Und insofern auch auf der Bühne, wenn ich als Stand-Up-Comedy machen will, wenn ich singen will, wenn ich einen Vortrag halten will, an der Außenwahrnehmung kann ich erst einmal faken. Aber ich kann halt ganz schwer bei meinem eigenen Selbstwert faken. Also das geht hier nach innen intrinsisch. Also nach außen geht Fremdwahrnehmung. Da kannst du erstmal faken und es hilft auch.

speaker-1: Ich finde Wahrnehmung ein ganz gutes Stichwort. Aus der Psychologie habe ich immer gelernt, dass es auch hilft, sich auf den Stuhl des anderen zu setzen. Wir hatten ganz am Anfang der Folge auch das Thema Neid. Dann sind wir in das Teflon-Thema Selbstwert reingegangen. Wenn ich jetzt jemand wäre, der sagt, ich arbeite in eigenen Selbstwert, das ist ein Prozess, du beschrieben hast, kann auch ein längerer Prozess sein, aber immer mehr Teflon hängt an mir, dass es an mir abpeilt. Aber ich bin immer wieder mit Situationen konfrontiert, wo ich Ich nenne jetzt mal Neid, der von anderen verspüre. Wie kann ich mir die andere Person vorstellen, die in dem Moment meinen Luxus wahrnimmt und neidisch ist und das auch noch rausposaunt mir gegenüber? Wie kann ich diese Person besser verstehen? Was geht bei dieser Person eigentlich ab?

speaker-0: Ich überleg grad, ob ich mit so einem abgehalfterten Spruch komme, nach dem Motto, du mir Finger auf jemanden zeigst, dann zeig bla bla bla bla. Es wird immer gesagt, mit vier Fingern zu dir, aber nein, ist ja, also mein Daumen zeigt immer nach oben. Ich weiß nicht, wie die auf vier Finger kommen. Drei zeigen zu mir. Aber es sagt sehr viel über die andere Person aus und dann entscheide ich eben, treffe ich die Person auf der Straße, ist es mir wichtig, da in ein Gespräch reinzugehen, ja oder nein. Also ganz, das erst mal so vorab. Wenn es mich interessiert, ich gehe erst einmal der Unschuldsvermutung aus. Und ich gehe davon aus, dass diese Person gerade warum auch immer diesen Neid empfindet, der hat aber nichts mit mir zu tun. Ich bin der Auslöser, aber es hat nicht wirklich was mit

speaker-1: Aber das ist ja ganz spannend. Du beschreibst nämlich, ich habe Interesse an der anderen Person, weil viele gehen ja erst in den Verteidigungsmodus rein. Und das Spannende ist ja eigentlich an der Stelle, ich nehme das überhaupt nicht mir an, im Gegenteil sogar, es ist aber anders als Teflon. Also es geht nicht nur von mir ab, im Gegenteil, ich packe sogar eine Spitze raus an dem Teflon und versuche anzuhaken bei der anderen Person, ⁓ neugierig zu sein. Ich stelle mir so eine Pfanne vor. die Kontakte Ja, wo so ein kleiner Zacken rausgeht. Ja, aber da wollte ich mich mal kurz einhaken, das bewusst machen. Es ist ja ein superspannender Switch. Nicht nur von ich bin eigentlich im Verteidigungsmodus. Nein, ich gehe aber nicht in den Angriffsmodus rein, nein, ich gehe in den Neugiermodus rein und spiele den Ball und gebe den, wir haben früher, ein Kind hat immer gesagt, den Druck zurückgeben. Ja, du gibst den Druck vollkommen zurück zu anderen Personen. Und auf einmal ändert sich das Ganze. Das wollte ich nochmal bewusst machen. an alle, zuhören. Vielleicht kannst du da noch mal mehr drauf eingehen, weil ich das sehr spannend finde.

speaker-0: Finde ich total spannend, mit dem Neugierdethema. Du nimmst nicht den Druck, dass du ihn zurückgibst, sondern du nimmst ihn raus. Also ich nehme ihn teilweise komplett raus. Also wenn jemand mich angreift, ich arbeite wahnsinnig gerne mit Improvisationstechniken. Und das erste ist, alles ist ein Angebot. Und wenn ich euch jetzt anschreien würde, dann, das mache ich manchmal so mit Seminargruppen, dann schrei ich eine Person an, alle ganz erschrocken. Ja, jetzt hören sie damit auf, wir können sie nur. Und ich habe vorher halt wirklich gepredigt, alles ist ein Angebot. Dann frage ich nochmal, und war das ein Angebot? Nein, das nicht. Doch, alles ist ein Angebot. Wenn es mir noch wichtig ist, dir zu zeigen, dass ich gerade sauer bin und zwar so sauer, dass ich dich anschreien muss, ist es ein Gesprächsangebot. Es ist keins, uns gefällt. Aber es ist ein Gesprächsangebot, genauso wie ja auch zur Schau getragener Luxus ein Gesprächsangebot ist.

speaker-1: In der Psychologie haben wir es immer Ressource genannt. Wie ein Angebot.

speaker-0: Ja, auch das, diese Ressourcen. wo man gerade bei Hunden das sieht, da ist er so simpel Ressourcen kämpfen. Und bei Menschen ist es natürlich auch so. wenn du einmal bei größeren Unternehmen in die Abteilung gehst, in die Beschwerdeabteilung, sagen die, solange der Kunde noch schreit, ist es noch ein Kunde. Richtig schlimm wird es, wenn da ein ghostet, wenn wir den nicht mehr kriegen. Der reagiert auf gar nichts mehr. Den haben wir verloren. Aber wenn er noch schreit, dann können wir noch auf ihn eingehen und wir können sagen, ja stimmt, da haben wir richtig, das ist richtig daneben gelaufen. Da haben wir richtig keine Ahnung was. blödes gebaut, jetzt keine Fäkalsprache zu nutzen. Das geht auf unser Konto und es tut uns unfassbar leid. Was können wir jetzt machen? Da kann ich den noch zu einem Fan machen. Also insofern erstmal diesen Blick haben, das ist ein Gesprächsangebot. Und bei einem Angebot darf ich ja oder nein sagen. Den Kindern sagen wir, wenn der Mann kommt mit der Schokolade, sagt nein. Und ich kann auch, wenn jemand mich anschreibt und ich den gar nicht kenne, denke ich so, nö. Und dann gehe ich halt weiter und gehe nicht drauf ein. Interessiert mich die Person, ich neugierig, gehe ich drauf ein. Und dann kann ich zum Beispiel so was sagen wie, ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht gerade triggert. Ich hatte gerade letztens eine Situation da, hat jemand gesagt, wie kannst du nur hier, keine Ahnung, jetzt hier beim Supermarkt hier auf dem Durben, wo alle kein Geld haben, so eine teure Uhr oder eine teure Kette tragen, wie kann das nur angehen? Und ja, wahrscheinlich ist da was dran. Zu jemand gemerkt Wie bitte?

speaker-1: Zu dir hat das jemand gesagt, du wohnst in Sevilla in Spanien? War das bei dir jetzt gerade?

speaker-0: Nein, Spanien würde man das nicht machen. Hier habe ich etwas noch nie erlebt. Wenn, dann ist es irgendwie Deutschland oder so was. Aber da hatte ich ja eher so dieses Erlebnis, dass per Zufall in der Pandemie ist halt irgendwie mir das ganze Geld, Arbeit weggebrochen. Und dann habe ich halt irgendwann mal einer Nachbarin erzählt, so und so viel habe ich jetzt Schulden, weil ich einfach schon seit über einem Jahr nichts verdienen konnte. Und dann hatte ich halt gesagt, na ja, mit vier Vorträgen ist das wieder drin. Und dann hat sie schnell im Kopf nachgerechnet, irgendeine andere Nachbarin erzählt, die halt Bäuerin ist, die bei geschmitsch harte Arbeit von morgens bis abends und kurzen Nächten wahrscheinlich in drei Monaten nicht das verdient, was ich da in einer Stunde verdiene. Und da war der Neid sehr, sehr groß. Und das kann ich nachvollziehen, dass sie dann irgendwie nicht mehr mit mir gesprochen hat, gegen mich gelästert hat. Aber das ist ihre Baustelle, es ist nicht meine und ich muss sie mir nicht anziehen. Natürlich tut es trotzdem weh. Oder hat es am Anfang wehgetan, weil ich es nicht verstanden habe. Aber ich muss es auch nicht verstehen, aber ich kann akzeptieren, dass jemand, der jeden Tag von morgens bis abends arbeitet und ackert und ich verdiene das da in einer Stunde, kann nachvollziehen, dass es was mit einem macht. Und das ist so eine Technik aus der Kommunikation, dass wir eben nicht mehr kommen, ⁓ die Lene hat eine andere Meinung und dann haue ich mit meiner dagegen, sondern ich gehe erst einmal, kennt ihr noch dieses Spiel mit diesen Fäden? Das hatten wir früher. Ich ja schon sehr knusprig. Wo wir so hier reingegangen sind, dann so gespielt haben und so einen Faden in den anderen und praktisch von der anderen Hand das übernommen haben. Wo wir in die Hand reingegriffen haben. So ist das. Touch, turn, talk. Dass ich erst einmal touche und nicht mit floskeln und nicht mit schein und ja, ich verstehe dich komplett, da bin ich ganz bei dir, sondern mit echt. Okay, also was ich an deiner Idee gut finde, was ich an deinem Gedanken gut finde, was ich... was ich wirklich verstehen kann, ich selber mal erlebt habe, ist das und das und das und das. Und dann der Turn ist und gleichzeitig beim Talk sage ich, was ich wirklich will und denke. Und zwar kurz und zwar ohne Erklärung. Das ganz, ganz wichtig. Das wird weggenommen. Ohne das Beil.

speaker-1: Weil wir uns es verlauben, muss ich sagen.

speaker-0: Genau, ich kann das Talk sagen. Ich mache das Touch praktisch mit Neugierde, mit Interesse, dass ich auf die andere Person zugehe. Und so kann ich das auch auf der Straße machen. Und so können wir es auch, wenn jemand mich überhaupt nicht versteht oder irgendwas nicht versteht oder ich etwas nicht verstehe, weiß ich, dass es ganz viel mit mir zu tun hat. Das finde ich ganz spannend. An Konflikten wachse ich am meisten, weil ich mich frage, wieso habe ich diesen Konflikt? Wieso triggert mich das Verhalten von dieser einen Person so? Warum? Und da kann ich wieder nach innen gucken. Das ist auch etwas, nicht etwas mal leicht ist und mit Fake, sondern da geht es wieder den Selbstwert und die Selbstreflektion. Das ist dann der spannende Punkt. Und je mehr ich in mir ruhe, desto weniger triggert mich das von draußen. Dann kann ich andere sein lassen, wie sie eben sind. So wie man ja so schön diesen Besteller let them. Lass sie doch. Lass doch andere anders sein. Können wir aufhören, uns aufzuregen, auch wenn ich mich gerade aufrege, darüber, dass Menschen anders sind. dass wir uns beschimpfen die ganze Zeit, die einen gendern, die anderen gendern nicht und dann so, wir seid aber ASI, warum macht ihr nicht und die anderen ihr habt die Sprache verunstaltet. Ich finde beides hat absolut seine Pluspunkte. Warum schimpfen wir mit, warum empören wir uns so oder eben mit Luxus oder eben ist es völlig egal. Wir können uns über so viele Sachen aufregen und je mehr wir in uns ruhen und entdecken, was ist denn meine 50 Prozent von dieser Baustelle ungefähr oder sogar mehr oder vielleicht auch weniger Prozent, dann können sich Konflikte verflüchtigen, wenn wir da mal anfangen würden. Aber es ist ja so viel leichter im Außen andere dafür verantwortlich zu machen, das ist mir gerade schlecht.

speaker-1: Ich sage mal, wir schließen mit so zwei Sachen ab. Zum einen nochmal ganz kurz auf das, du mit so einem Nebensatz gesagt hast. Das würde man in Sevilla da, wo du gerade wohnst, nicht machen. In Deutschland wäre das aber anders. Kannst du auf diese kulturellen Unterschiede eingehen, als jemand halb Deutsche, halb Spanierin in Deutschland aufgewachsen, jetzt in Spanien wohnend? Was würdest du da sagen als Beobachtung bezüglich Luxus?

speaker-0: Allein hier in Spanien ist halt sehr viel miteinander. das klingt oberflächlich, wenn du in ein Kiosk reingehst und jemand sagt, hallo du Schöne, sagen sie auch zu der 90-jährigen zahnlosen Oma. Und die dann so, ahahaha, und freut sich dann. Und wenn ich frage, darf ich dann den Beutel haben? Für dich immer, klar nimm den Beutel. Das sind Sachen, die wir von Herzen aus machen. Und beim Status... Wir gönnen es anderen. Manche ziehen sich hier einfach, also ganz viele meiner Familie, sehr, sehr schick an. Die schminken sich hier immer und dann legen sie ihre Haare ein und dann ziehen sie was Schickes an und da spielt es überhaupt gar keine Rolle, ob das teuer war, ob es ein offensichtliches Logo hat oder ob es verdeckt ist. Wenn wir merken, da hat sich jemand Mühe gegeben, da wird hier schon sofort Hallo, du Schöne genannt oder wow. Was du, das steht dir ja richtig gut. Und nicht gelogen, sondern einfach das, was wir ehrlich sehen, was wirklich gut ist und einfach vielleicht die Freude bei dieser Person. Es spielt keine Rolle, ob das teuer ist oder nicht. Wir möchten das, uns gemeinschaftlich, und wir jetzt gar nicht hier das verklären. Es gibt natürlich in Spanien auch irgendwie genug irgendwie, keine Ahnung, Narzissmus oder Egoismus und alles Mögliche. Natürlich, Aber so insgesamt ist es viel. wir gemeinschaftlich, leben auf der Straße, gemeinschaftlich, wir leben in der Familie und die Familien sind groß, gemeinschaftlich. Und wir sind stolz, ich weiß noch ein Cousin, der hat sich ein Auto gekauft, ein BMW, und hat ihm gesagt, guck mal, das war so ein großer. Und dann war er ganz stolz und da hatte schon, ich glaube, eine Woche später hatte er ein paar Beulen. Und da war immer noch genauso stolz, weil mit den Beulen fuhr er ja genauso gut. Das war, dass er gut fuhr, dass er mich mitnehmen kann jetzt, dass er noch andere mitnehmen kann.

speaker-1: das so ein rasantes Verfahren ist. Vielleicht ist er auch darauf stolz gewesen.

speaker-0: Und dass er ein toller Fahrer ist und dass er mit diesem Auto schnell fahren kann, weil das so ein gutes deutsches Auto ist. So, darauf war er total stolz. Aber die putzen jetzt nicht jeden Samstag oder Sonntag mit dem letzten Fitzelchen. Also ich habe selten in einer Stadt oder überhaupt in einem Land so viele Autos mit Dellen gesehen. Die werden auch nicht wieder ausgedellt. Warum auch? Kommt da die nächste wieder rein? So, also... Die sind stolz und wir freuen uns mit und wir denken nicht, wieso habe ich kein BMW? Vielleicht denken das manche, aber das ist hier tatsächlich weniger und das finde ich total schön und entspannt. Wir möchten Zeit miteinander haben. möchten gemeinsam nicht nur in zehn Minuten das Essen runterschlingen. Wir möchten gemeinsam kochen und am besten Fall dann zwei Stunden gemeinsam ganz langsam essen. Wir wollen Zeit miteinander verbringen. Das ist Luxus. dass wir das haben und dass wir uns das leisten können und eben keine Angst vor morgen haben. Und Luxus ist, eine Familie zu haben, wo ich weiß, selbst wenn ich nichts verdiene, die fängt mich auf. Irgendein Cousin, irgendeine Cousine wird sagen, zieh bei mir ein, wir haben ein Gästezimmer, das kriegen wir alles gemeinsam hin. Das ist Luxus für mich persönlich.

speaker-1: ⁓ unser Gespräch zusammenzufassen, würde ich mal sagen, hast du so drei Haltungen zu Luxus beschrieben. Die eine ist, ich gönne mir Luxus und ich stehe dazu. Die zweite Haltung ist so was wie, ich gönne mir Luxus, ja, aber mit einem schlechtem Gewissen, diesem Weil, ich rechtfertige mich für den Luxus. Und die dritte Haltung, ich Nutzerluxus als Rüstung, als Kompensation. Also war dieses, ja mehr Schein als sein Thema, was wir hatten. Hast du vielleicht da eine Übung für uns oder irgendeinen Gedankenanstoß, wie wir vielleicht uns selber auch ein bisschen so mal überprüfen können, wo wir da so stehen, wenn es eben ⁓ ja von mir aus ein Luxusartikel geht, den wir uns kaufen wollen.

speaker-0: Ja.

speaker-1: wenn es darum geht, wir irgendwie merken, rechtfertige ich mich wieder oder irgendwie das und das will ich eigentlich machen, also wenn wir über Leisenluksus auch reden, ich traue mich das nicht zu sagen. Also dass man einfach mal bisschen versteht, man da so ist bei diesen Haltung, die du beschrieben hast.

speaker-0: Also als allererstes würde ich warten. Also wenn ich etwas sehe, bei jemandem anders oder im Laden oder wie auch immer und denke, das will ich haben oder ich will vielleicht die Haushaltshilfe, ich will das haben, dann will ich das auch noch in einem Monat haben oder in zwei Monaten haben. Dann wird sich daran nichts geändert haben. Ist es eher so ein, das habe ich bei dem Ingo gesehen, deswegen muss ich auch haben, dann muss ich es jetzt haben und dann ist es morgen schon wieder langweilig. Dann ist es praktisch wie dieses Dieses Hamsterrad, das Glücksniveau schon nach kurzer Zeit wieder sinkt und ich im Prinzip nicht wirklich was davon habe, wo das in so ein Loch fällt, in so einen Sumpf praktisch reinfällt. Insofern warten hilft ungemein, schon mal zu reflektieren, will ich das wirklich? Will ich das wirklich? Und natürlich, gibt so eine ganz tolle Übung, die liebe ich, die wird immer gerne gemacht, wenn wir so ein bisschen an das Unbewusste herankommen wollen. Und das nennt man Speedwriting, also Schnellschreiben. Dann stellt man sich, dann hat man einen schönen Block, bitte auch wirklich einen Stift in die Hand nehmen, das was anderes als tippen. Und dann kann man es fünf Minuten machen, manche machen es auch zehn Minuten, ich mache es meistens zehn Minuten, kann es auch länger, aber dann wird es irgendwann echt anstrengender, dann kriegst du einen Krampf in den Finger und in die Hand. Du darfst nämlich nicht absetzen. Du stellst dir eine Frage, zum Beispiel, warum will ich das oder was ist für mich Luxus oder oder. Und dann start und dann schreibst du. Du darfst die kein einziges Mal, abgesehen natürlich, es... von dem Wort her ist, absetzen. darfst keine Denkpause machen. Du schreibst drauf los. Und irgendwann kommt der Moment, wo ich dann schreibe, ich weiß nicht mehr, was ich schreiben soll, ich weiß nicht mehr, was ich schreiben soll. Und dann kommt das Unbewusste. Das Bewusste kommt am Anfang raus. So ganz eloquent natürlich antworte ich auf die Frage, natürlich habe ich eine Antwort. Das sind häufig Introjekte oder, oder, oder, oder. Und dann kommt so, what, was soll ich schreiben? Ich habe keine Ahnung, Fragezeichen. Und dann kommen, und das ist eben häufig so bei mir, so in den letzten zwei Minuten auf einmal Sachen raus, wo ich denke, wow, wo kam das denn her? Also ich kann mir spannende Fragen stellen und ich habe damit so, es gibt natürlich viele andere Möglichkeiten auch, aber das ist eine, ich sehr gerne mag und sehr gerne nutze, dass ich so ein Speedwriting mache und wenn dann eben dieses, dieses, Wecker klingelt, der Alarm klingelt, höre ich auf, lese es mir noch mal Ruhe durch und fasse das so in einer Kernaussage zusammen. Und das kann man gerne ab und an machen. Das ist wieder Arbeit nach innen, steigert dann auch langfristig den Selbstwert.

speaker-1: Danke Isabelle Garcia, dass du bei uns warst. Du hast mich wahnsinnig berührt, vor allen Dingen mit diesem Satz. Ich erlaube es mir. Ich bin gespannt, was ihr da draußen mitgenommen habt von dieser Folge und was ihr euch jetzt erlaubt. Vielen Dank und liebe Riese nach Spanien und nach Kolumbien zu dir Ingo. Vielen Dank Isabelle und schöne Riese zurück nach New York und Deutschland. Ciao.

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Journalistin und Interviewerin Lena Kronenbürger & Honorarberater und Finanzcoach Ingo Schröder sprechen offen über die Themen, die meist unter der Oberfläche bleiben: Geldsorgen, Beziehungskonflikte, Scham, Sicherheit und echte Freiheit.

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Disclaimer: Der Inhalt dieses Podcasts dient ausschließlich der allgemeinen Information. Die im Podcast gemachten Aussagen sind nicht als Aufforderung oder Empfehlung zu verstehen, einzelne Finanzprodukte zu erwerben oder zu verkaufen. Alle Informationen aus diesem Podcast können und sollen eine individuelle Beratung durch hierfür qualifizierte Personen nicht ersetzen.

von und mit Lena Kronenbürger & Ingo Schröder

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