Der Finanzpodcast für Anfänger
speaker-0: finde schon, das was mit dem Selbstwert macht. Also bestenfalls fühlen sich die Menschen nach dem Friseurgang besser und ich finde schon, dass das positiv sich auswirkt. Wenn Leute bei mir vom Friseur gehen, sind die eigentlich immer danach zufriedener als davor.
speaker-1: Warum kostet ein Haarschnitt manchmal 13 Euro und manchmal 130? Was bezahlen wir da eigentlich wirklich? Den reinen Haarschnitt oder auch Präzision, Vertrauen, das Gefühl wieder mehr wir selbst zu sein? Darüber sprechen wir heute mit Fatih Yavuz. Fatih kommt aus Köln, hat schon früh angefangen, Freunden die Haare zu schneiden, hat dann nach der Schule aber erstmal Industriedesign studiert und sich danach erst ganz bewusst für das Friseurhandwerk entschieden. Er hat in Deutschland und im Ausland das Handwerk gelernt, zulässt bei Sassoon in Düsseldorf gearbeitet und startet jetzt in die Meisterschule. Sein nächster Schritt, ein eigener Friseurladen in Köln. Mit Fati sprechen wir heute über Preis und Wert, über Friseure als Therapeuten und über die Frage, warum ein Beruf, der so viel Können und so Menschengefühl braucht, oft unterschätzt wird. Hi Fatih, schön, dass du da bist.
speaker-0: Hallo, grüß dich Lena.
speaker-1: Ich nehme jetzt mal die erste Frage ganz plump wieder auf. ist deine Meinung dazu? kosten manche wahnsinnig viel Geld, gerade in dem Laden, wo du jetzt gearbeitet hast in Düsseldorf, warum kostet dann ein Haarschnitt manchmal weit über 100? Und auf der Fan-Laur, wo wir irgendwie aufgewachsen sind in Köln-Erenfeld, kann der auch mal unter 20 kosten.
speaker-0: Genau. Also grundsätzlich ist das die Expertise von den Friseuren. Wo du hingehen kannst, wo du auch ein Surrounding hast, wo du einen Kaffee bekommst, wo du deine Wünsche äußern kannst. Auf die Wünsche wird eingegangen. Man geht hin, hat eine Vorstellung und je besser der Friseur ist, desto eher kommt man an diese Vorstellung dran. Und das ist eben durch Ausbildung. durch Weiterbildung und eben auch von dem man lernt, ist auch ganz wichtig. Also man ist immer nur so gut oder man wird immer nur so gut wie der, von dem man quasi gelehrt wird oder was bei uns kommt.
speaker-1: Ja, man könnte jetzt so als als Liar sagen, warum entscheidet man die Haare, dann sind die halt doch gerade geschnitten und das ist ein Stufenschnitt. Warum nicht? Also warum sagst du, nee, es gibt wahnsinnige Unterschiede und es ist wichtig bei jemandem, gutes ausgebildet zu werden? Ganz persönlich bei dir, was hast du gelernt?
speaker-0: Also das Ding ist halt, ich hab mich exkizit für Vidae Stasun entschieden, weil die, weil das System reproduzierbar ist. Es ist auf geometrischen Formen aufgebaut und da gibt es quasi Systeme, wie man diese Formen quasi entwickelt, auch in den Haaren und mir war es halt sehr wichtig, das von Pika auf richtig zu lernen und Dementsprechend wollte ich unbedingt zu Vida Sassun und genau. da lernt man halt wirklich von der Pique auf, welche Formen gibt es, wie setzt man das in Haaren ⁓ und oft sieht man halt auch Frisöre, die zum Beispiel bei mir in der Ausbildung gewesen sind, die jetzt nicht bei Vida Sassun gelernt haben, hat man auch wirklich gemerkt, dass das mehr so ein Gefühlsthing ist, was die, also die schneiden mehr aus Gefühl. Und das, wie ich gerne schneide, wirklich reproduzierbar. ist ein System. Man kann aus diesem System auch ausbrechen, aber grundsätzlich gibt es so eine Struktur, wie man Formen erarbeitet.
speaker-1: Inwiefern kann man sich dann, wenn alle, dieses System gelernt haben, da noch mal herausstechen, wenn man sagt, ich will aber ein besonders guter Friseur sein?
speaker-0: Ja, also es gibt quasi drei Grundtechniken, die bei einem Friseur basiert sind. Und aus diesen drei Grundtechniken entwickeln sich alle Frisuren. Auch bei Wieder-ist-das-sohn ist das so. Jeder hat nochmal seine eigene Handschrift. Also man hat quasi diese Grundtechniken, die drei Grundtechniken und deren Kombination. Und daraus entwickelt sich aber trotzdem noch ein Geschmack. Also jeder Friseur hat ja auch einen anderen Geschmack. Das heißt, wenn du dir was vorstellt, wenn ich aber sage oder ich finde das generell persönlich also sehr subjektiv nicht so schön, dann werde ich dir das tendenziell auch ein bisschen anders rüberbringen und vielleicht dadurch eine andere Idee entwickeln als jemand anderes. Da es dann auch wieder wo es darum geht welchen Geschmack habe ich dann am Ende. Klar man hat diese Grundtechnik und weiß wie man ungefähr dahin kommt, aber auch wenn jetzt zehn Frisöre nebeneinander stehen und Jeder sieht ein Bild, während zehn verschiedene Frisuren rauskommen. Allein auch schon durch die Längenbestimmung. Das kann man jetzt nicht mit Zentimeter quasi abmessen, sondern dann steht immer so bisschen was Eigenes. genau, das spielt auch in Erfahrung halt sehr eine große Rolle.
speaker-1: Würdest du noch zu einem günstigen Friseur gehen oder ist das für dich klar, dass das nicht bringt?
speaker-0: Also ich finde, haben auch ihre Daseinsberechtigung. Also man kann zu einem günstigen Friseur gehen, wenn man vielleicht auch nicht diese Erwartungshaltung hat, dass man irgendwie das bekommt, was man sich unbedingt vorstellt oder man hat gar keine Vorstellung und ist auch mit dem zufrieden, was man da quasi bekommt. Viele haben auch nicht das Budget dafür, also eine Daseinsberechtigung haben die. und ich bin aber davon überzeugt, dass jeder, das Geld hat und auch schon mal dieses Ambiente und diese Wertschätzung und diese Liebe fürs Detail, schon mal gesehen hat, wird sich das auch in Zukunft noch mal wünschen. Also wenn du mich jetzt persönlich fragst, es kommt darauf an, wenn ich jetzt meinen Bart machen wollen würde, mein Vida station hat das nie gemacht, würde ich auch eben mal in den Barbershop die Ecke gehen. Ich die machen das auch gut, aber wenn man halt wirklich Vorstellungen hat. ist man bei 13 Euro oder bei 30 Euro meistens nicht zufrieden. Kommt halt auch von welcher Brille man da schaut.
speaker-1: Jetzt haben wir eben schon über Erwartung gesprochen. Dann kamen so tolle Sachen rein wie Liebe zum Detail, wenn es jetzt irgendwie in so einem tollen Salon geht, wo es zum einen das Handwerk geht, also du schneidest immer die Haare, aber da drum herum gibt es noch viel mehr. Was würdest du sagen suchen die Kunden und Kunden da? Also ist das irgendwie ... Ich weiß nicht, sich selbst wiederfinden, wollen sie einfach eine Belohnung, weil sie so hart gearbeitet haben? Ist das purer Luxus oder eine Selbstverständlichkeit? Was hast du da so beobachtet in letzten Jahren, als du in Düsseldorf gearbeitet hast?
speaker-0: Das ist, würde ich sagen, sehr, kundenspezifisch. Also jeder sucht irgendwie was anderes oder jeden macht so bisschen was anderes glücklich. Manche macht es glücklich, dass Leute sich so viel Mühe geben und das sieht man in dem Laden auch. Andere wiederum suchen das Komplettpaket, dass sie irgendwie ein gutes Shampoo, einen guten Konditioner, eine gute Beratung bekommen, das ist denen sehr wichtig. Also das ist sehr, kundenspezifisch und kann man... finde ich so gar nicht aufschlüsseln. Nur das was man anbietet, das ist halt auch immer von höchster Priorität, also wenn es jetzt Auswahl der Produkte ist oder wenn es das Training ist, was die Leute dort bekommen, also es ist immer versucht einen sehr sehr hohen Standard zu halten und kundenspezifisch ist immer wirklich, jeder sucht da so ein bisschen anderes. Manche wollen einfach auch viel reden, sind meistens ältere Damen. Andere wollen wiederum sich wohlfühlen. Einmal im halben Jahr zum Beispiel gibt es auch Leute, die halbjährig kommen. Dann gibt es aber auch andere, die öfter kommen und die wollen einfach mit dir als Person quatschen. Also das ist sehr, sehr unterschiedlich.
speaker-1: Das ist ein interessantes Phänomen, dieses Reden. Wenn ich mich selbst daran erinnere, man setzt sich so hin auf den Friseurstuhl und irgendwie ist das ja schon direkt so, man weiß, jetzt kommt ja auch erst mal so bisschen Smalltalk. Und du hast aber gerade gesagt, manche wollen richtig reden. War das für dich überraschend, als du dann wirklich in diesen Friseurberuf gegangen bist, dass du gemerkt hast, wow, ich bin gar nicht nur hier für das Handwerk, sondern ich bin eigentlich auch Therapeut?
speaker-0: Ja. Also ich würde mal sagen, sobald man wirklich in den Friseur als Hack hinein schnuppert, sieht man sofort, dass das sehr, sehr viel Kundenkontakt ist. Also manche Menschen wünschen sich dann, je näher man Kunden kennenlernt, desto mehr öffnen die sich dir auf und desto mehr kannst du auch das, was letztes Mal besprochen wurde, undocken. klar, wenn jetzt jemand neu da ist, ist es meistens immer so bisschen verhalten und man lernt sich erst so ein bisschen kennen. Aber es ist schon so, dass oft auch über Probleme geredet wird und dass man echt ein offenes Ohr haben muss und das macht auch privat mit jemandem was. Also wenn man an einem Tag viele Probleme hört, ist es manchmal auch nicht so einfach das quasi nach der Arbeit einfach auszuschalten.
speaker-1: Mhm, das heißt dich nimmt das dann auch emotional teilweise auch mit, was du da hörst.
speaker-0: Ja, klar, da denkt man dann schon ab und zu, dass es bisschen abstrumpft. ist halt ähnlich wie bei einem Arzt, dann irgendwann auch so bisschen absturmt. Also je öfter man hört, desto weniger macht das was mit einem, ich.
speaker-1: Ja. Vielleicht kannst du uns ein bisschen aus dem Nähkästchen so erzählen. Gibt's da irgendwie so, ich weiß nicht, kannst du das in Altersgruppen aufteilen oder in typisch, klassisch, klischemäßig Frauen, Männer, was dir erzählt wird? Gibt's da vielleicht Probleme, die immer wieder auftauchen? Also ich würde einfach ganz gerne mal wissen, gibt's da so Muster, die du jetzt in letzten Jahren so festgestellt hast?
speaker-0: Ich finde, wenn man es jetzt mal kategorisieren müsste, finde so alte Frauen reden oft über Urlaub, über das Wetter, dann so ein bisschen darunter, wenn es jetzt nicht ganz so alt ist, so Frauen mittleren Alters sind es oft so Beziehungsprobleme, Kinder, Kinder müssen zur Schule abgeholt werden, solche Geschichten, dass sie oft auch getaktet sind, ich da geht es oft sehr rum. Dann Frauen, also jüngere Frauen reden dann halt oft über Urlaub, über Ferien, Semesterferien, abends ausgehen. Männer sind ziemlich, also kriegt man ziemlich oft mit Sport, also egal welchem Alter, wenn man über Fußball redet, da findet sich oft so ein Punkt, über den man quatschen kann, über Beruf oft und Das sind eigentlich so die zwei Sachen. Natürlich, wenn sie jünger sind, mehr ausgehen. Das gibt es bei den jüngeren Männern auch. Genau, also Männer finde ich sind eher so bisschen unemotional. Also da hört man nicht so viel Beziehungsprobleme, je nachdem wie lange man sich kennt für die Sachen.
speaker-1: Ich dachte, das wäre der Knackpunkt, dass viele dann gerne mehr mit ihren Problemen reden und es ist einfacher mit dir zu reden, als zum Beispiel zum Coaching oder Therapie zu gehen. Aber so ist es dann nicht. Es nicht so einfach, da harte Schale zu knacken.
speaker-0: Also wie gesagt, ist mal so, mal so. Es gibt natürlich auch Männer, die über ihre Probleme reden, aber ich würde sagen, dass man sich da wirklich über Jahre kennen muss. Das passiert definitiv nicht am Anfang. Das ist bei Frauen schon bisschen anders. Also bei Frauen, die kriegt man so bisschen leichter über diese Emotionsschiene, finde ich.
speaker-1: Und jetzt wo du bei einer Luxus Friseur ja auch lange gearbeitet hast, würdest du sagen, das ist Teil dieses Luxus? Also dass man eben sich die Zeit nimmt, dass man eben auch Gesprächspartner ist, dass man Zuhörer ist? Würdest du sagen, das gehört dazu? Dafür bezahlt man auch indirekt?
speaker-0: würde ich nicht unbedingt denken, dass es so ist, dass man auch dafür bezahlt. Bei einem Luxus-Frisör ist meistens das Klientel von den Frisören so, dass man da auch Leute hat, die auch über solche Sachen reden können.
speaker-1: Interessant, jetzt sind wir quasi schon beim Friseurberuf selbst und auch so vielleicht kommen wir dann bisschen persönlich zu deinem Lebensweg. Ich habe ja schon eingangs gesagt, du hast nach der Schule erst mal studiert, was ganz anderes, Industriedesign. Genau. Und bist dann auch zu deiner ursprünglichen Passion dem Haareschneiden zurückgegangen und hast dann doch, ich werde jetzt Friseur. Ist das so ein Problem, dass man gesellschaftlich im Friseurberuf ja vielleicht so bisschen ...gringschätziger einschätzt? War das einer der Gründe, warum du nicht sofort in der Passion gefolgt bist und sofort Friseur geworden bist nach der Schule?
speaker-0: Also wenn man über Friseure nachdenkt, weiß man ja, dass sie tendenziell irgendwie nicht so gut verdienen. Das war so ein Hauptkriterium, warum ich mich quasi nicht dafür entschieden habe, direkt nach der Schule. Ich muss aber sagen, ich habe mit 15, 16 irgendwie für Freunde und Familie angefangen, Haare zu schneiden. Meine Eltern wollten tatsächlich auch, dass ich studiere und guten Abschluss habe und... Als ich mein Studium quasi beendet habe, dann war mir eigentlich klar, ich will doch lieber meiner Passion folgen. Ich würde schon sagen, dass das so ein Hindernis ist, dass es irgendwie gesellschaftlich nicht so gut angesehen ist. Aber ich bin der Überzeugung, also ehrliches Handwerk und wenn man wirklich viel da rein investiert, hat immer sagen, abnehmen.
speaker-1: Mhm.
speaker-0: Das kann man schon so sagen, aber klar, ist ein Hindernis gewesen für mich, mich aktiv für diesen Weg zu entscheiden, dass ich meiner Passion folge, obwohl der tendenziell nicht so gut bezahlt ist. Also ich finde im Friseurbereich, wenn man gut bezahlt werden möchte, führt eigentlich kein Weg daran, vorbei selbstständig zu sein.
speaker-1: Da gehst du gerade mit großen Schritten drauf zu. Dann wirst du jetzt Meisterschule machen. Dann ist der Traum, deinen eigenen Laden in Köln aufzumachen. Was nimmst du mit aus der Erfahrung aus Düsseldorf, was du in deinen eigenen, zukünftigen Laden integrieren möchtest? Also was aus dieser Luxus Friseur-Welt, in Anführungszeichen, was soll in deinem eigenen Laden ebenfalls vorhanden sein?
speaker-0: Ich finde eine Beratung ist ein großer Faktor. Ich möchte gerne gut beraten und mir auch Zeit nehmen für Beratung. Ich finde das kommt oft immer zu kurz. Und das Ding mit der Beratung ist, wenn du berätst, okay, sich alles schön und gut an, aber du musst dann auch das Know-how dafür haben, dass es dann auch quasi durch dein Handwerk sich widerspiegelt. Also wenn du Zwar gut reden kannst, aber am Ende das nicht zu dem Ergebnis führt, was du in der Beratung hattest, dann wird es ein bisschen schwierig. Also man muss quasi Sachen erkennen oder Probleme erkennen und die quasi lösen. Und das hast du nur durch langjährige Erfahrung, aber auch durch Wissen. Und das kannst du dann wiederum in der Beratung widerspiegeln und das macht auch den Unterschied zwischen günstigen Friseuren und teuren.
speaker-1: Kannst du das mal ganz konkret machen? Was denn für Probleme? Also Probleme wie...
speaker-0: Also, es gibt zum Beispiel Leute, haben jetzt nicht die perfekte Kopfform und man muss ja quasi Formen ausgleichen, damit du es quasi an den Kopf anpasst. Also, Leute haben zum Beispiel einen flachen Hinterkopf und das muss man erkennen und da muss man zum Beispiel Volumen aufbauen. Aber das eben zu erkennen, musst du halt auch Wissen haben. Also, wenn jemand zum Beispiel sehr ausgeprägte Wankpartien hat und irgendwie ein schmaler Partie hier über dem Wank noch in dem Schläfbereich, dass man da zum Beispiel Gewicht aufbaut, dass das so bisschen wieder diese, ich sag jetzt mal Probleme ausgleicht oder Problemstellen oder eben, man so einen ganzheitlichen Look dann entwickelt und das geht irgendwie nur dadurch, dass man das auch wirklich gelernt hat.
speaker-1: Ja. Und das ist dieses, ich würde mal sagen, dieser systemische Ansatz, den du anfangs beschrieben hast.
speaker-0: Genau, also, dass man erstmal guckt, okay, was will der Kunde, der vor mir sitzt, passt das überhaupt zu dem, passt das zu seiner Kleidung, passt das zu seinem Beruf und dementsprechend, dass man so ein bisschen so ganzheitliches Prinzip da quasi einbaut. Wer sitzt überhaupt vor mir, ist das ein Banker oder arbeitet der in Nachtszenen, das muss man erstmal alles herausfinden und dann so ganzheitliches Konzept quasi so ein bisschen bilden.
speaker-1: Ich hab schon ganz oft den Satz gehört, Leute gesagt haben, ich hab meinen Friseur gefunden. Jetzt geh ich da immer hin. Wie kommt das? Wie würde man schafft man da hinzukommen? Also wirst du wahrscheinlich auch für sehr viele, dass du der Friseur bist, die Leute hinkommen wollen. Aber kennst du das noch mal? Dann beschreiben wir von diesem systemischen Ansatz, so hast du gelernt, wie man Haare schneidet. Und dann kommt dir deine Persönlichkeit noch mit rein, oder? Deine Leidenschaft für Kannst du da noch mal drauf eingehen, was würdest du sagen, wie wirst du zu dem Friseur?
speaker-0: Also ich glaube, ganz großes Thema ist einfach Wohlfühlen. Das hat jetzt nicht unbedingt was mit der beste Friseur zu tun, sondern klar, das spielt auch der Charakter, die Persönlichkeit, der Haarschnitt, das Surrounding drum herum, schmeckt der Kaffee, ist die Begrüßung gut. Also da spielen sehr, viele Faktoren mit ein, dass sich jemand wohlfühlt oder wohlfühlen kann. Aber auch Design von dem Laden, da gibt es dann ja auch Leute, die darauf Wert legen. dass sie manchmal vielleicht mal ein Foto machen wollen und auf Instagram teilen möchten und dementsprechend dann die anderen Leute sehen, der gibt ein bisschen Geld aus für seinen Haarschnitt, da spielt er sehr viele Faktoren rein. Das kann man nicht so zuspitzen und sagen, okay, daran liegt es. Ich einfach, dass Wolff hier ein großes Thema ist.
speaker-1: Ja, und wenn man sich jetzt wahnsinnig wohlfühlt, dann würde ich sagen, gibt man auch Trinkgeld. Trinkgeld ist ja ein Riesenthema beim Friseurbesuch. Was ist, wenn dir jemand wenig oder kein Trinkgeld gibt? Was hat das für Konsequenzen?
speaker-0: Also es kommt immer drauf an, wenn es jetzt mein eigener Laden wäre, dann finde ich das Trinkgeld nochmal eine extra Wertschätzung, aber wenn ich jetzt zum Beispiel angestellt bin und ich weiß zu 100 % geht das Geld jetzt an den Besitzer des Ladens, ich Trinkgeld schon eine sehr, sehr große Wertschätzung und das merken sich auch die Friseur und Friseurinnen. wer Trinkgeld gibt und wer nicht und dann geben die sich vielleicht nochmal ein extra Quäntchen Bier beim nächsten Mal. Also es hat schon sehr, viel mit Wertschätzung zu tun.
speaker-1: Sehr spannend. Das heißt, alle, jetzt zugehört haben, vielleicht mal ein bisschen mehr Trinkgeld geben als zu wenig. Könnte sich sonst negativ auswirken auf die nächste Versuche.
speaker-0: Ja, negativ würde ich jetzt nicht sagen. Also ich kann jetzt nur von mir sprechen, negativ würde sich das bei mir nicht auswirken. also wie gesagt, das ist halt eine Dienstleistung und ich finde Dienstleistungen sollte immer gewertschätzt werden, auch mit Trinkgeld. ich weiß, ich komme aus der Dienstleistung und ich gebe überall Trinkgeld, wo ich Trinkgeld geben kann, auch wenn man jetzt wie in New York zum Beispiel mal einen sauren Apfel beißen muss. hat schon mit Wertschätzung zu tun, finde ich. Und Leute, die das noch mal extra wertschätzen, die hat man immer im Hinterkopf oder es ist dann mal so, dass man vielleicht auch mal eine Pause verschiebt für jemanden, der Trinkgeld gibt, wie für jemanden, man eben nicht kennt oder kein Trinkgeld gibt.
speaker-1: Worin zeigt sich die Wertschätzung neben dem Trinkgeld? Was können so Kundinnen und Kunden noch tun, zu sagen, danke, dass du dir das filmiert hast.
speaker-0: Zu Weihnachten haben wir zum Beispiel oft mal irgendwie Schokolade bekommen oder die fahren im Urlaub, kommen zurück und sagen, ich habe besonders irgendwie an dich gedacht. Also es muss nicht immer Geld sein. Es kann auch eine kleine Aufmerksamkeit sein. Mal ein Cappuccino mitbringen oder eine kleine Aufmerksamkeit einfach. Also es ist nicht immer Geld verbunden und es sollten Geschenke, finde ich, auch nicht sein. Also es sollten nie immer Geldgeschenke sein, sondern einfach daran, dass man gesagt hat, okay. Ich habe an dich gedacht und das sollte auch reichen, finde ich.
speaker-1: Wir kommen jetzt langsam zum Abschluss unserer Folge. Ich würde ganz gerne noch einmal auf so Kundenseite springen und ein bisschen so schauen, wenn man Geld ausgibt und vor allen Dingen viel Geld bei einem sehr guten Friseur, der super ausgebildet ist, wie du es beschrieben hast, der sich die Zeit nimmt, die Liebe zum Detail hat, die eigene Handschrift auch einem zeigen kann. Würdest du sagen, dass dieses Geld, was man dann bezahlt, inklusive Trinkgeld, eigentlich so eine Art Selbstwertausgabe ist.
speaker-0: Also wenn man dauerhaft zum Friseur geht, es gibt ja irgendwie Männer, die gehen dauerhaft zum Friseur, ich finde schon, das was mit dem Selbstwert macht, also Menschen fühlen sich dadurch besser, bestenfalls besser, außer man verschneidet sich irgendwie, also bestenfalls fühlen sich die Menschen nach dem Friseurgang besser und ich finde schon, dass das positiv sich auswirkt auf das Selbstwert. Es gibt eigentlich, also immer wenn Leute bei mir vom Friseur gehen, sind die eigentlich immer danach zufriedener als davor.
speaker-1: Wir sind ja ein In Geld Podcast, In Geld Psychologie Podcast. Taucht das Thema Geld auf, wenn du mit Kundinnen und Kunden sprichst, auch bei persönlichen Problemen?
speaker-0: Ich würde mal sagen, wenn jemand tendenziell zu viel Geld hat, dann eher nicht. Es sind immer so, wenn man sich über Geld beschwert, etwas ist teuer, ein Parkhaus ist teuer, dann kommt schon ein Geldthema auf. Aber ich würde sagen, wenn jemand wirklich viel davon hat, ist das tendenziell eigentlich nicht der Rede wert. Also man spricht nicht darüber. Man merkt es einfach so bisschen. Und bei Leuten, die tendenziell ein bisschen weniger davon haben oder irgendwie am Ende des Monats nachrechnen müssen oder gucken müssen, wie sie über die Runden kommen, da merkt man dann schon, wenn so eine grundsätzliche Unzufriedenheit da ist, dann wird schon über Geld gesprochen, aber wirklich eigentlich immer eher im negativen als im positiven Aspekt. Ich finde auch über Geld reden, wenn man, sag ich jetzt mal, zu viel Geld hätte, finde ich es irgendwie auch unangenehm, über Geld zu reden. Also weißt was ich meine? Es ist so bisschen denke mir dann, das würde irgendwie rüberkommen, als ob ich damit trage, wenn ich das würde.
speaker-1: Jetzt kann ich noch ein Klischee mit dir austesten, Fatih. Es gibt doch immer dieses so, jemand hat sich irgendwie frisch getrennt und möchte dann irgendwie keine langen Haare haben, sondern einen Bob oder so. Ist das wirklich so? Komm, Leute, in Umbruchphasen mit Trennung oder neuer Job oder was auch immer zu dir und wollen ein neues Ich haben?
speaker-0: Das gibt es schon. Also es gibt oft Sachen, wo ich sagen würde, da ist irgendwie ein neuer Lebensabschnitt. Ich habe auch oft zum Beispiel Leute gehabt, die irgendwie eine Chemotherapie haben wollten, die dann irgendwie eine Veränderung brauchten, als die Haare dann wieder kamen. Die haben dann gesagt, okay, das ist jetzt mein neues Ich. Oder da haben sich irgendwie Haarstrukturen nach der Chemotherapie verändert, das gibt es auch. Die haben dann gesagt, ja, ich möchte jetzt irgendwie was Neues haben, ⁓ zu sagen, okay. Es war der alte Lebensabschnitt und jetzt kommt ein neuer. Also solche Veränderungen gibt es schon. Ich würde nicht sagen, dass es immer nur nach einer gescheiterten Beziehung ist.
speaker-1: Wir sind ja auch verfreundet, Fati. ich bin, muss ich ganz ehrlich sagen, mit, glaube ich, der größte Fan, weil ich glaube, du wirst den coolsten Laden in Köln aufmachen und dann kommen alle zu dir. Den Laden, den gibt es ja noch nicht. Den gibt es noch nicht. Den gibt es noch nicht. Erst muss die Meisterschule absolviert werden und dann können wir alle mitsuchen nach einem richtig guten Laden. Was willst du sagen? Was ist so dein... Traum, wenn es einen eigenen Laden geht. hast ja auch schon gesagt, es geht ja auch Ambiente, geht auch darum, wie sieht der Laden aus? Wovon träum Dürfen wir da ein bisschen reinhören?
speaker-0: Also ich will am liebsten irgendwie einen Laden haben, der so bisschen eher Charakter hat und vielleicht auch eher ein Altbau ist als jetzt irgendwie so ein Neubau-Ladenlokal. Und dann muss man ganz spezifisch gucken, was habe ich schon, was bietet der Laden, was hat er für Features und wo kann ich meine eigene Persönlichkeit einbauen. Also grundsätzlich ist mir wichtig, dass es ganz so sehr clean ist und auch von den Designaspekten, aus einfachen Formen besteht und das ist eher so bisschen, man sich vorstellen, wie in so einem Museum, nicht viel rumsteht und das ist sehr simpel gehalten. Ich finde das immer sehr, sehr schön, einfache Farben und das ist so das Ding, wo ich sagen würde, das würde mich auch widerspiegern.
speaker-1: Und die allerletzte Frage für dich, was ist mit den Preisen? Inwiefern müssen die widerspiegeln, was du gelernt hast und was du jetzt auch noch in der Meisterschule lernen wirst?
speaker-0: Also ich finde jemanden, der wirklich sehr sehr viel in den Beruf investiert hat, wird sein Handwerk nie für günstig abgeben. abgesehen von Friseur oder jetzt ein Schreiner, der wirklich viel investiert hat und viel kann. Jemand, der viel investiert hat, weiß auch wie viel er reingesteckt hat und da bin ich der Meinung, dass er das nie unter Preis verkaufen wird, weil... eben so viel Herzblut, so viel Tränen und so viel Schweiß da drin steckt und das muss auch irgendwie bezahlt werden.
speaker-1: Danke, dass du bei uns, bei himm warst und meinen Perlikalisten geführt hast. glaube, der nächste Friseurbesuch sieht für uns alle anders aus. Danke dir, Fatih.
speaker-0: Ja, danke. Sehr vergangen.