Der Finanzpodcast für Anfänger
speaker-0: Luxus ist für mich nicht Verschwendung, wo es oft in die Schublade gesteckt wird, sondern für mich hat Luxus auch was mit verantwortungsbewussten Umgang zu tun. Ja, zwänge ich mich in so ein Chanel-Kostüm, in ein Markenkorsett oder kann ich die Person sein, die ich bin und werde akzeptiert, ohne dass ein Markenlogo die Bestätigung von außen wiedergibt. Luxus lässt sich nicht verstehen, ohne über Geld zu sprechen, über so viel Geld, dass Preise gar keine Rolle mehr spielen. Heute reden wir über Super. In den letzten Folgen ging es ja leisen Luxus, ⁓ Ruhe, Zeit, Selbstwert, das was man nicht kaufen kann. Und heute drehen wir mal die Perspektive. Wir drehen den Spieß ⁓ Wir schauen dahin, wo Luxus laut wird. Zu jachten, schauen zu Willen, zu einer Welt, in der Geld praktisch keine Grenzen mehr kennt. Unsere Expertin dafür ist Julia Rietmeier. Dr. Julia Rietmeier muss ich sagen. Sie forscht nämlich zu Luxus und arbeitet ganz konkret in der Luxus-Welt. Sie hat Code Lux gegründet. Spricht das richtig aus, Julia? Absolut, ja. Perfekt. Okay, gut. Und arbeitet mit Unternehmen und Marken, die verstehen wollen, wie Luxus wirklich funktioniert und gibt auch ihr Wissen in Kinos weiter, in Workshops, an Unis. Und das Interessante ist, dass Julia sich mit Luxus beschäftigt, wo er quasi anfängt so ganz ganz oben in der Vermögenspyramide. Da schauen wir jetzt hin. Schön, dass du da bist, Julia. Ja, vielen Dank, Lena und Ingo, für die Anladung. Ich freue mich.
speaker-1: Hallöchen! Hallo!
speaker-0: Der Luxuscode, den Luxuscode entschlüsseln, klingt ambitioniert, ich mal. Hast du schon die Lösung für uns? Was ist denn?
speaker-1: Folge zu Ende gleich.
speaker-0: Exakt ein Wort. Nein, das ist tatsächlich gar nicht so einfach, weil jeder Code, jedes Unternehmen, jede Marke, jeder Kunde hat so seinen eigenen Code und das ist auch die Mystik dahinter, dass Luxus sehr besonders ist, sehr persönlich ist und ja, deshalb den Luxus Code per se gibt es nicht, der sich auch damit erzeugt, mit Trends, mit Marktentwicklungen auch verändert.
speaker-1: Aber ist er denn wirklich so persönlich? Ich der Ferrari vor der Tür, gut, okay, den gibt's je nach Ausführung vielleicht nur ein paar hundert Mal oder den Königseck nur ein paar Mal, aber was macht denn Luxus so persönlich aus deiner Sicht?
speaker-0: Also wir haben ja heute das Thema mit Willen und Jachten und diesen großen sichtbaren Statussymbolen und da sind wir in ganz anderen Kategorie als wenn wir über den persönlichen Luxus sprechen. Weil wenn ich so nachdenke, für mich ist Sonntag ein absoluter Luxustag. Nicht weil ich nicht arbeite, sondern weil ich in Ruhe arbeiten kann. Ich lese, ich mache mir Gedanken, ich arbeite an Strategien und so gibt es den persönlichen Luxus, den jeder für uns auch im Alltag hat. Wenn wir aber davon weggehen und richtig in die Luxusindustrie gehen, dann sprechen wir genau über diese Produkte, über diese Objekte und meistens eben genau zu diesen Statussymbolen, die sichtbar sind. Und dann kommen wir auch in die Spitze der Vermögenspyramide.
speaker-1: Ja, und da haben ja viele wie ich gerade so mal einfach stigmatisiert heraus, poh saunt habe, sicherlich ein klares Bild, wie sowas aussieht. Was sind denn so deine Erfahrungen? Was sind so die größten Irrtümer, wenn man so über die Superreichen nachdenkt und deren Statussymbole?
speaker-0: Ja, ihr Tümer finde ich super. bei Luxus kommt immer auch mehr Klischees. das ist wirklich, wir haben so Stereotypen im Kopf und die haben wir im Kopf, weil sie sichtbar sind. Und wenn wir aber wirklich zu den Superreichen schauen, dann gibt es andere Ausprägungen des Luxus. Das sind dann wesentlich subtilere Codes und ja, natürlich der Status ist da oder das Produkt ist da, sichtbare. Aber das ist auch die Basis dessen, dass man sagt, das ist normal, das gehört zum Lebensstil dazu. Und plötzlich sind ganz andere immaterielle Werte oder ja, ihr habt in vergangenen Episoden von Zuständen gesprochen. finde Zustand beschreibt es auch ganz gut, weil es geht ⁓ Sicherheit. Es geht auch Vertrauen. Es geht ⁓ Zeit, also immaterielles, das, was rar wird. Und Zeit ist auch ein Thema. Jeder Tag hat 24 Stunden, egal wie viel Vermögen ich habe. kann den Tag mit keinem Geld der Welt, kann ich den verlängern. Und Das muss man sich erst mal auch überlegen, die Wertigkeit pro Tag oder wie gestalte ich die Zeit, wie schnell komme ich vielleicht auch von einem Ort zum anderen? Wie sehr habe ich Qualitätszeit mit meiner Familie, mit den Menschen, die mir wichtig sind und habe unterschiedliche Erlebnisse, die mein Leben wertvoller bereichern, aber im Sinne dessen, was es mir gibt und nicht das, was ich zur Schau trage. Also auch dieses Anstatt irgendwie, keine Ahnung, zehn Stunden hart schuften, zehn Stunden vielleicht in Bildung investieren und den Gästen beim Abendessen was über die neue Ausstellung zu erzählen. Oder ich denke auch vielleicht an so, weiß ich nicht, tolle Zähne. das spielt alles da rein, oder? Würdest du sagen. Gibt es denn nur subtile Codes? Also das finde ich jetzt gerade bisschen enttäuschend, weil ich habe jetzt gedacht, das wird uns jetzt irgendwie, ja klar, es die und die Marke wird dann verwendet und das und das. Könntest uns ein paar brisante, konkrete Details von den Superreichen erzählen, die vielleicht doch ein paar Klischees bestätigen? Ja, also ich denke, Diskretion ist ein Wert oder eine Haltung, die besonders geschätzt wird. Diskretion. Diskretion, ja. wenn wir von Klischees sprechen, natürlich denken an Kaviar, wir denken an Gold, wir denken an alles, groß und prunkvoll ist und immer auch mehr als notwendig. Und dieses mehr als notwendig, dieses Prunkvolle. Das ist der Luxus, in dem wir denken, wenn wir zum Thema Luxus denken. Aber der ist auch oft einfach nicht richtig verankert. Das sind Themen, die, ja, sie sind Luxus, aber das ist der Klischee Luxus. Und natürlich denke ich, einem bestimmten Zeitpunkt gibt es Menschen, die sagen, na ja, jetzt habe ich mein Haus, jetzt habe ich mein Auto, meine Uhr, meine Kunstsammlung und jetzt möchte ich den Privatjet haben und jetzt möchte ich die Yacht haben. Und dann ist das aber auch ein höheres Bestreben von Luxusobjekten, die man irgendwann vielleicht auch gelernt hat, dass sie dazugehören.
speaker-1: Dazu gehören wir zu.
speaker-0: Lebensstil. Wenn man es geschafft hat, dann, und das hat auch oft damit zu tun, bin ich sozialisiert mit Luxus. Also wie bin ich aufgewachsen? Wie sehr ist Luxus natürlich für mich? Also neureich versus altes Geld. Unter anderem. also wann und wie bin ich, ich sag mal, diese Luxustreppe gekommen? Bin ich sozialisiert worden, dass meine, mein familiärer Background einfach Luxus schon gelebt hat und man gesättigt ist oder komme ich erst später zu Vermögen? Und ich finde, das können wir ganz, ganz schön sehen, wenn Menschen im Lotto gewinnen. Was machen die zuerst? Die kaufen sich das, wovon sie immer geträumt haben. Und ich hatte bei einer Konferenz, hatte ich einen Rapper gesehen. Der war auf der Bühne und hat ein bisschen erzählt über seine Luxuswelt. Und das passt wunderbar auch in die Forschung und das in die Modelle, auch die ich entwickelt habe, dass Menschen natürlich das erste Mal demonstrativen Luxus zeigen. Was habe ich geschaffen? Was habe ich erlebt? Und das zeige ich, damit ich die Anerkennung mir auch von außen hole. Und er sagt, es war zu Beginn, schnelle Autos, Schmuck, Uhren, bling, bling, große Markenlogos. Aber er denkt, er ist erwachsen geworden, weil jetzt sein Luxus Zeit ist, Zeit mit seiner Tochter ist.
speaker-1: Gibt es eigentlich eine Definition von superreich? du hast gerade so in diese Welt rein, also gibt es eine Fiebel, wo vorne dran steht, okay, ab einer Milliarde bist du superreich? Also wo fängt das eigentlich an, wenn wir jetzt hier schon von Reich, Luxus und Superreich sogar sprechen?
speaker-0: Ja, super valide. Also es gibt die Vermögensverwaltung oder Privatbanken, die ihre Kategorien haben, ⁓ ihre Kundesegmente zu kategorisieren. Und das hat sich über die Jahre hinweg dieser Begriff Ultra- oder High-Nature Individuals ergeben. Das heißt, bei Ultra-High-Nature Individuals wird man von Vermögenswerten über 30 Millionen US-Dollar sprechen. Schade, Ingo. Bist du nicht mehr bei, oder? Oder? du? War das ein Nein, Ingo? Oder?
speaker-1: Das war ein klares Nach- also, äh, ich weiß gar nicht, erstrebenswert ist, superreich zu werden, aber, ähm, nee. Ich bin doch nicht da.
speaker-0: Das sind Beträge, die kann man sich schwierig vorstellen. Ja, und dann hat man auch ganz andere Dimensionen. Wenn man plötzlich merkt, das Vermögen ist da, was ist dann eigentlich das Normal? Und was ist Luxus, für die Allgemeinheit Luxus ist? Einfach schon so der Basis. Also auch da, dieses Normal, das Level an Normal verschiebt sich.
speaker-1: Aber wie ist denn das normal für jemanden, der reingeboren ist und Luxus von jemanden, der sich denn, der erst dazu gekommen ist, wie auch immer jetzt mal an der Stelle. Also wo sind da spürbare Unterschiede?
speaker-0: Der kulturelle Kontext spielt natürlich auch eine wahnsinnig große Rolle. Also wenn wir nach Middle East schauen oder auch Indien oder China, also plötzlich möchte man Luxus anders zeigen. Oder auch wenn man nach Dubai geht, hat Luxus eine ganz andere Ausprägungsform. Und das Wort wird auch ganz natürlich benutzen. Ich denke, in Deutschland haben wir auch so eine Sonderposition, weil wir noch so zurückhaltend sind und sagen, das ist zu protzig, damit können wir uns nicht identifizieren. Und das ist wesentlich. bodenständiger, nichts im Außen, auch Amerika, wenn man sich denkt, the American Dream, der mal vorher war und ich schaffe es und dann zeige ich was ich habe und die Menschen freuen sich und das hängt alles damit zusammen, also von jemandem persönlich, aber auch gesellschaftlich und und geografisch. Wo stecken wir und was ist sozial akzeptiert? So jetzt hast du ja gesagt, Diskretion ist so ein Riesenwert bei Superreichen, also eher so unter dem Radar sein, nicht total auffallen, dass man sofort checkt, das ist der, den wir befallen könnten oder die wir kidnappen könnten wahrscheinlich. Das spiele ich wahrscheinlich auch da rein, kannst du gerne mehr zu erzählen. Jetzt ist es ja so, dass du, wenn ich da richtig informiert bin, viel mit Jachten zu tun hast, aufgrund deiner Stops. Du forschst dazu, du schaust aber auch, wie kannst du Marken dazu beraten, so Jachten, also das ist ja jetzt das Gegenteil von unter dem Radar. sein. Das sieht man ja. Die Jacht ist jetzt wirklich nicht versteckbar. Wie passt das zusammen? Ja, das ist richtig. Natürlich werden wir zu dem Thema Jachten sprechen. Das ist eine meiner Kerngebiete. Hat sich aber auch natürlich entwickelt, durch das, ich in Monaco auch unterrichte. Das gehört zum Lebensgefühl dazu. Auch da ist es ein ganz natürliches Bild, weil das Wasser auch omnipräsent ist. Wenn wir jetzt nach Deutschland gehen, ich schalte mich aus München zu. Ja, das suche ich jachten vergeblich. Vielleicht finde ich sie mal irgendwie auf einem Magazinkopper, aber definitiv nicht in der Ferne oder in der Nähe. Und das ist eine Welt auch die ganz speziell auch ist. natürlich, wenn wir bei Haven sind, hat man schon auch diesen Kontrast, dass sie, dass sie Narbe sind. Also auch selbstverständlich, dass ich plötzlich nicht auf die Yacht rauf gehe. Und dann hat man trotzdem wieder Menschen, davon Fotos machen. Also auch dafür schwimmen oft. die Grenzen auf, wie kann man Privatsphäre schützen? Und natürlich, wenn ich aufs Wasser rausgehe und auch mit einem kleineren Boot, kann ich total unter Familie, Freunden sein und die Zeit auch nochmal anders genießen. es gibt auch bei Privatsphäre... Champagnerkarten knallen oder ist das wieder ein Klischee? Was wird da gemacht? Also das ist tatsächlich auch ein Spruch, dass ich sage, natürlich bin ich auch mal unterwegs und Champagner gehört dazu, aber das ist eine Seltenheit. ja, ist... Bei Events, klar, gibt Champagner aber auch. denke, und mehr ändert sich auch das Konsumverhalten hin zu Gesundheit und zu anderen. Also auch da gibt es nicht mehr so diesen klischeehaften Luxuskunden oder Jachkunden, weil Menschen einfach auch jünger zu Vermögen kommen durch technische Entwicklungen und dabei nicht mehr dieses steife Luxusfeeling da ist, das man vielleicht von früher kennt. Das macht bei mir direkt was auf. so dieses Stimmstuhl, dieses ich steh ganz schick mit meinem Gläschen da versus jetzt, damit ich gerne hinkomme. Vielleicht was Weicheres, Eleganteres oder vielleicht auch Nachhaltigeres. weiß nicht, wie würdest du den heutigen Luxus dann beschreiben, wenn du sagst, das verändert sich gerade so und wir sind eben nicht mehr so in den ganzen Chanel-Kostümchen stehen da alle, sondern es ist anders. Wie anders ist es denn? Wir sind ja anscheinend, wie ich gerade rausgefunden hab, Ingo ist nicht unter den Superreichen. Also wir wissen es nicht. Erzählen wir uns mal. ist denn diese Bereiche? Also das Schöne auf Booten ist, dass man barfuß auf Booten oft ist. So und da hat man von dem ersten Moment an dieses Barefoot Luxury, dieses Barfuß Luxusgefühl. Also man verbindet sich auch mit schönen Materialien und man ist der Natur auch sehr nahe. Und es gibt auch, wenn man jachten von der Designperspektive sich betrachtet, gibt es neue Designkonzepte, die die Natur wesentlich stärker einbinden, die auf alternative Materialien fokussieren und dass man diese Rückverbindung fast zur Natur auch wieder zelebrieren kann. Und das hat auch einen ganz schönen Ansatz, den wir oft vergessen. Und Luxus ist für mich nicht Verschwendung, wo es oft in die Schublade gesteckt wird, sondern für mich hat Luxus auch was mit verantwortungsbewussten Umgang zu tun. Menschen gegenüber, Umwelt gegenüber und Ja, und auch für welche Marken ich mich entscheide. Wie verstehe ich dahinter? Wie ethisch ist ein Unternehmen? Kann ich das vertreten oder genau, Lena, wie du gesagt hast, ja, zwänge ich mich in so ein Chanel-Kostüm, in ein Markenkorsett oder kann ich die Person sein, die ich bin und werde akzeptiert, ohne dass ein Markenlogo die Bestätigung von außen wiedergibt.
speaker-1: Ich glaube, das ist ja häufig das, was man denkt, Dieses, was du gerade gesagt hast, ich zwängle mich in irgendwas rein, was ich gar nicht bin. Ich denke, damit wird Luxus häufig noch verbunden, dass etwas ausgestrahlt wird. Entweder etwas wegzumachen oder etwas darzustellen, was man dann doch nicht ist. Und man kann sich natürlich das Geld kaufen, quasi. Wie hat sich das für dich in den letzten Jahren gewandelt? Weil man merkt es ja auch bei den Luxusmarken, auch in den letzten Folgen haben wir dazu ja schon gesprochen. Die Umsätze stagnieren da durchaus, beziehungsweise die Gewinne. Also, Nuxxus muss sich auch irgendwie neu erfinden. Wie merkst du das? Ja, konkret auf den Jachten, beziehungsweise bei den Superreichen.
speaker-0: Es gibt die Tendenz per se von Konsumenten, aber auch von Marken, dass sie von, wenn wir von Produktgetriebenen Marken sprechen, dass sie mehr in Richtung erfahrungsbasierten Luxus gehen. Was bedeutet das? wir nehmen eine Automobilmarke, wir nehmen eine Uhrenmarke und plötzlich möchte man die Marke aber erfahrbar machen. Also die Marke wird nur Vehikel zur Erfahrung und Modermarken hatten Cafés und Restaurants etabliert. Es gibt diese branded Residencies, also Wohnresidenzen, die die Markenwelt widerspiegeln. Und das gibt es ganz oft in Miami oder in Dubai. Und plötzlich kommt auch die Yachtindustrie zum Spiel, weil Marken merken, dieser Lebensstil, ist irgendwie ganz toll. Und gibt eine erste Automobilmarke, ein Community-Konzept auf See bringen möchte oder Hotelmarken im Luxussegment gehen. aufs Wasser und bieten Residenzen an, bieten Cruises an, aber nicht diese Kreuzfahrt und Traumschiff, wie wir es kennen, sondern wirklich auf einem wahnsinnig tollen Level,
speaker-1: Porsche glaube ich auch mit dabei. Ich war auf der Boot und Porsche macht auch viel in ihrem typischen Designbereich, auch wenn es jetzt vielleicht nicht ultra Luxus ist. weiss nicht, ich mich ja nicht aus, ob Porsche dazugehört oder nicht.
speaker-0: Die würden wahrscheinlich ganz bedeckt sagen, ist im Premium. Gute Stuttgarter. Nein, aber das ist wirklich ganz spannend, auch wenn die beiden nach oben wie in der Pyramide gehen, die Frage ist, wo habe ich auch diese Zugänge zu Menschen, die mir ähnlich sind und wo kann ich mich vielleicht auch zurückziehen. Und das ist das Spannende mit diesen Wohnblöcken von Luxusmarken auch, weil die ganz, ganz stark auf Gemeinschaft, auf Community setzen. und diese Räumlichkeiten bieten. Und da ist auch das Entry Ticket, ich muss mir eine Wohnung dort in diesem Tower kaufen. Und da weiß ich aber, in diesen Räumlichkeiten finde ich Menschen, die ähnlich denken und mit denen ich mich vernetzen kann.
speaker-1: Ist es das dann, was man sich kauft? ⁓ ja, im Endeffekt auch, also ich meine, so eine Jacht ist ja eben sichtbar, es ist ja eben nicht so leise im ersten Moment, aber ist es das? Ich kauf mir das Umfeld, was zu mir passt oder an... Also ich kauf es mir nicht, aber ich geb mir den Zugang zu dem Umfeld, was mir passt und was mir vielleicht noch Raum gibt, mich weiterzuentwickeln. Gut, ist irgendwie ein Glaubenssatz, dahinter stecken könnte, aber okay. Weißt was ich meine?
speaker-0: Also Transformation ist ein wichtiger Begriff. Wir als Luxuskunden oder als Konsumenten per se, es reicht das Produkt nicht mehr. Und es geht auch die, also wie kann ich besser werden? Ich denke auch, dass der größte Luxus ist, in sich selbst zu investieren. Und denfalls ist das auch vorhin angesprochen mit Bildung. Also ich finde Bildung ist ein Luxus auch, also sich die Zeit rauszunehmen. Das sage ich auch immer meinen Studierenden. Das ist ein Luxus, dass ihr hier sitzen könnt und euch über Luxus fortbildet. Also nutzt die Zeit. Das ist das größte Geschenk. Und es gab mal Video, da ist sie über den roten Teppich gelaufen und sie wurde gefragt, was ist das Teuerste, was sie heute trägt? Und sie hat gesagt, es ist ihr Brain. Ist das, was sie im Kopf hat. Und das sind so Bewegungen, da kommen wir in ganz, ganz andere Themen rein, wie Bereich Langlebigkeit. Also auch Menschen möchten länger leben, aber uns hilft es, nicht länger zu leben, weil wir nicht gesund sind. Also am besten länger gesund leben. und auf uns achten, uns zu warten, wie wir ein Luxusprodukt pflegen würden. Das ist ein anderer Ansatzpunkt, diese Wertschätzung sich selbst gegenüber der Zeit. Manchmal ist es da entkoppelt von Marken. Klingt fast nach einer kleinen Traumwelt. Auch wenn ich bei deinem Bild bleibe, wir gehen barfuß über diese schöne Jacht, die tollen Materialien. Vielleicht habe ich ein tolles, luftiges Kleid an von einer Marke, die aber gar keiner ... weil die so aus einer kleinen Boutique ist, auch immer. Stell dir vor, du bist jetzt bei so einem Event eingeladen, wie du es ja oft bist, oder du arbeitest da und vorstabt, was auch immer dich dazu bringt, und du würdest Ingo und mich jetzt mitnehmen müssen, einfach weil wir jetzt sagen, komm, wir müssen es jetzt auch mal erleben. Wie würdest du uns briefen? Also was würdest du uns schon noch mitgeben, damit wir da jetzt nicht sofort in Minute fünf auffallen und alle sagen, toll, Julia Rietmeier hat jetzt zwei ... an Bord gesteppt, wollen wir eigentlich nicht sehen, die sind eigentlich nicht zugehörig zu unserer Gruppe. Wow, spannende Frage. Toll. Ja, ich denke, das Briefing ist ganz interessant, weil natürlich für euch das auch erstmal sich die Frage stellt, wie verhalte ich mich? Und das Verhalten fängt ja schon an mit dem, was ich trage. Der erste Schritt auch schon passiert, okay, es werden keine Schuhe getragen. Meine Nägel müssen gemacht werden. Das wäre so eine gute Erfahrung für uns beide. Wenn wir zusammen nebeneinander erst mal die Füße massiert kriegen und dann werden die Nägel lackiert. Deine auch, Ingo?
speaker-1: Ja, ich halte die in so einen Fischstank rein.
speaker-0: Ja, ich die auch gut. Also die Füße müssen gepflegt aussehen, oder? Ja, genau. ich denke, Ingo, das hast du ja auch auf der Boote in Düsseldorf gesehen. Also wenn es dann auf Boote geht, also Schuhe aus. Und das ist natürlich das erste Signal, dass man das wissen muss. Und im Luxus ist es oft, welche Dinge weiß ich und welche Dinge weiß ich, weil ich sie erfahren habe oder welche Dinge weiß ich, weil ich sie erzählt bekommen habe. Es gibt diese Begrifflichkeit von Habitus. dass man sich ja auch auf gesellschaftlichen Parkett entsprechend natürlich bewegt. Lena, du sagtest, mein Job ist auch, beobachte und oft sehr subtil, weil ich natürlich auf vielen Veranstaltungen reise viel und dann nehme ich Impressionen mit. Natürlich ist auch immer Dresscode, also bei Veranstaltungen gibt es manchmal Dresscode ist XY und dann hast du es erstmal sich vorzubereiten. Und dann sind auch Themen wie, ja, Handy vielleicht nicht unbedingt dabei oder in der Tasche und nicht offensichtlich vor allem Personen zu fotografieren. Ich denke, das ist auch ganz wichtig, dieser Schutz der Privatsphäre. Und doch Social Media sind wir uns da, haben wir das ein bisschen verloren. Aber ich denke, das sollte wieder auch zurückkommen, dass es eine gute Manier ist, auch wenn man Menschen vielleicht fotografiert, sie dann zu fragen. Ja, und Aufnahmen so zu machen, dass Da die Privatsphäre auch geschützt ist.
speaker-1: Das klingt für mich nicht nach Superreichen. Also, wenn ich jetzt ... eine Veranstaltung habe mit normalen Menschen und da gibt's einen Dresscode, dann hält man sich auch an den Dresscode. Und wenn ... vielleicht aufgefordert wird, ich war letztens bei einer Comedyveranstaltung. Da würde auch gesagt, bitte keine Bilder machen. Ja. Das ist mir jetzt noch ... ketzerisch zu wenig. Oder gibt's einfach gar nicht so viel mehr und ist es doch ganz normal? Das würde mich interessieren. Also wie sieht dieses Briefing aus? Was macht es speziell vielleicht oder eben auch nicht? Was erwarten wir, was es speziell machen würde? Aber ist gar nicht notwendig.
speaker-0: Ja, also es kommt auch darauf an, wo ich euch mitnehmen würde. Wohin willst du uns mitnehmen? Ich überlege schon die ganze Zeit. Ich versuche gerade mir vorzustellen, Situation war keine Situation gleich der anderen. Das ist so spezifisch. das Wichtige
speaker-1: Ich geh jetzt auf ne Yacht mit dir.
speaker-0: Ja, und dann kommt ja auch darauf an, wie groß ist die Jacht und wer lädt ein. Ist es während des Compris, dass wir dort für eine Veranstaltung hingehen, gegenwärtig jemandem, dem die Jacht gehört. Also das sind so ganz unterschiedliche Settings, gibt es nicht. Und es kommt, wie der Jurist immer so schön sagt, es kommt darauf an.
speaker-1: Und wahrscheinlich, wenn ich jetzt sage, während den Grand Prix und der Inhaber ist auf der Yacht, kommen die Heizwerden. Also, du auch dabei.
speaker-0: Gibt's da ... Ja, also das ist natürlich dann auch, aber da auch zu wissen, Mensch, es ist laut, die Autos fahren vorbei, es sei vielleicht vorbereitet, hab deine Oropax mit, hab nen Hut mit, weil die Sonne scheint enorm runter. Also alleine so die Kleinigkeiten, die man aber erst wissen kann, wenn man sie erlebt hat oder wenn jemand wohlwollend ist und das mit einem teilt und einem gut vorbereitet.
speaker-1: Gibt es denn Dinge, wie man mit den Leuten reden sollte? Also jetzt bis auf Wissen, dass ich mir keinen Sonnenbrand hole oder Ohrenschutz haben sollte, okay, sehr doof aus. Aber gibt es gewisse Regeln beim Reden? Also wie verheite ich mich dann wirklich an der Stelle? Gibt es Dinge, die ich lieber nicht ansprechen sollte? Gibt es ... Wie wird es uns da briefen?
speaker-0: Ich denke, folgen die Regeln des Motox. Also Politik, Religion, Vermögen, all das. kommt auch darauf an. ist jemand... Händere über Geld, das ist also tabu? Also das ist, nach gesellschaftlichen Kreis, das gegeben. Also wenn ich mich mal an eine Veranstaltung zurück erinnere, die auf Jachten passiert sind. je nach Klientel, das auch on Board war, kommt es darauf an, ist die Person sozialisiert oder ist jemand, lauten Luxus liebt. Dann kann die Gesprächsthemen gleich ganz anders gehen. Aber das heißt, ich muss mich eigentlich auch in diesen Lebenswelten auskennen. Und für mich ist es oft, weil ich mit so unterschiedlichen Charakteren auch zu tun habe, für mich ist oft dieses adaptierte Verhalten, auch Wissen zu haben aus unterschiedlichen Segmenten wahnsinnig wichtig.
speaker-1: Aber das finde ich jetzt ganz spannend, weil wir haben ja diese Geldpsychologie, Geld gleich ich und über Geld rede ich da nicht, das heißt ich rede eigentlich nicht über mich. Und ich muss sagen, ich weiß nicht wie das bei den Superreichen ist, weil ich wahrscheinlich noch nie wirklich Superreiche getroffen habe, aber ich bin schon immer ab und zu mal in sehr guten Hotels, wo ich vermuten würde, dass da wahrscheinlich mal der eine oder andere Superreiche auch mal eine Woche ist. Ich habe schon manchmal das Gefühl, das fängt beim Personal an, weil die denken, man müsste sich so begegnen einer Person gegenüber, aber dass das schon viel Fassade ist. Ich hab mich bestimmt auch schon mit ein paar Leuten unterhalten in dem Bereich. Ich hatte schon manchmal das Gefühl, es waren nur sehr oberflächliche Gespräche. Aber man konnte mal paar Nebelkerzen zünden und mal versuchen, eine andere Ebene zu kommen. Man merkt, da kommt erst mal lange nix. Ja, also das ist wie so eine kleine Mauer, die sich da aufgebaut wurde durch den Luxus und dadurch, dass ich diesen Smalltalk vielleicht auch gut beherrsche und weiß, wo ich ihn halte. Und ich glaube, manchmal ist sogar unterbewusst, gar nicht bewusst an der Stelle, wird da so ein bisschen auch, bleibt es bei der Oberflächlichkeit. Das war schon mein Eindruck. gerade wenn die, also wenn ich jetzt dagegen ins Hostel gehe, wo ich mit zehn Leuten im Dorm bin. Da komme ich auf jeden Fall schnell ins Gespräch. Ist natürlich ein ganz anderes Environment, aber ich glaube, es hängt auch damit, also mit dem Luxus oder mit dem Geld zusammen. Wie ist da deine Wahrnehmung an der Stelle? Sind Superreiche oder Reiche erst mal oberflächlicher als normale Menschen?
speaker-0: Also ich denke da sind wir wieder im Thema Stereotypen. Weil auch da ist ist so versettenreich und ist also auch die Erfahrung, du im Hotel stellst, dass ich denke da kann man auch wunderbar analysieren, wie gehen Menschen mit Menschen ⁓ Wie gehen Gäste mit Personal ja und ich finde das hat was mit Haltung, mit Stil, mit guter Kinderstupe zu tun, wie man Menschen entgegenkommt. Und da merkt man relativ schnell, ob es neues oder altes Geld ist. Das ist so eine Beobachtung, die ich gemacht habe. Und dann natürlich Gesprächsthemen. Aber es ist auch da, welcher Rahmen wird geboten? Bin ich bei einem Automobilhersteller eingeladen? Bin ich bei einer Auktion eingeladen? Bin ich bei jemandem durch ein Sportevent eingeladen? Auch da ist das Konversationsthema basierend darauf, welche Leute am Ende auch vor Ort sind. Also meine Beobachtung ist auch ein bisschen anders. Die Vermögensmenschen, die ich kennengelernt habe, haben mich immer intellektuell wahnsinnig herausgefordert. Und daneben halt diese Entspanntheit, Intellektualität und Selbstbewusstsein, das verbinde ich total damit. Aber du hast natürlich recht, es kommt drauf an. Man kann nicht alles über einen Kamm scheren. Wir sind ja trotzdem, glaube ich, jetzt alle so mit dir im Feeling auf einer Yacht. Das ist ja schon mal ein schönes Gefühl für uns alle. Kann man sich ja mal bisschen gemütlich machen. Dabei würde ich ein bisschen das Thema schwenken, denn wenn wir schon sagen Bildung ist so wichtig, gerade bei den Superreichen, lass uns noch ein bisschen mehr Wissen in unsere Gehirne hier kloppen, damit wir, wenn wir mit dir auf der Jacht sind, auch ein bisschen da angeben können, sag ich mal, auf dezente Weise. Sag mal, wie ist das, wenn wir jetzt noch mal über Marken reden, die vermutlich alle mal gehört haben, so was wie Gucci oder so weiter. Inwiefern Kann man wirklich feststellen, dass das Luxus ist? Also ist es so, dass es ist, wenn ich mir das neu kaufe? Oder kommt es darauf an, es macht eine Freundin von mir immer gerne geht, die war hier in New York mit mir und wollte unbedingt alle krassen Vintage-Lanen, hat sich alle, war das Chanel-Taschen, Second Hand angeschaut und kannte total die guten Preise, geht es eher darum, ist das attraktiv noch? Also egal, quasi wie alt. Die Sachen sind immer noch krass, sag ich mal. Also, ein sehr spannender Schwenk, Lena. Den Marken finde ich auch ganz spannend. Und das bringt uns ein bisschen auch zu dem, wo wir gestartet sind. Weil wenn du das Gucci genannt und Chanel, wenn wir an Luxusmarken denken oder per se die Allgemeinheit, dann denken wir primär an Mode. Wir denken an Mode, dann kommen vielleicht Autos, dann kommen Uhren und dann Schmuck. Und da auch mal aufzumachen, hey, es gibt mehr. Es gibt diese Luxusindustrie, die noch mehr ihre Segmente oder ihre eigenen Industrien hat, um da reinzuschauen. Was ist denn Hopfer? Wir können da auch im Musikbereich schauen, im Instrumentbereich. Im Kunst, in der Gastronomie, Hotellerie, Audio, Schreibinstrumente, Interior. ganz unterschiedliche. Die werden bald sogar ein Previer interviewen. Echt? Also dann fängt ja alles an der Luxuskarte an. Kann 13 Euro kosten oder 300? Warum? Warum ist das so? Genau, was rechtfertigt den Preis? Das ist eine meiner spannendsten Fragen, weil natürlich da auch bei der Markenwelt die Traumwährung oder der Traumwert ganz, ganz hoch ist. Wir zahlen diesen Traum, dieses gute Gefühl mit Luxusmarken. Und was du gesagt hast mit den Secondhand-Läden ist ganz eine spannende Entwicklung, weil Zu Pandemiezeiten haben wir ganz klar gesehen, die Marken, die Wartezeiten und auch eine gewisse Verknappung hatten, hatten vor allem im Sekundärmarkt ziemlich an Preisen auch zugelegt. Das ist für mich auch immer ein Gradmesser, sagen, eine Marke erfolgreich, ist eine Marke wichtig, hat eine Marke Relevanz und auch Qualität, wenn wir uns den Zweitmarkt anschauen. Und es gibt bei Chanel Handtaschen auch, es gibt Modelle oder ab einem bestimmten Jahrgang. hat sich auch die Legierung der Taschen, also das Gold verändert. ist eine Goldlegierung, weil es früher noch anders als es heute ist. ein Thema wie Leder. Früher gab es andere Leder, die verwendet werden konnten, eine andere Qualität. Das hat sich über die Jahre auch verändert. Gibt es Modelle, die aktuell gar nicht mehr im Handel so verfügbar sind und ich deshalb genau zu dem Sekundärmarkt gehe? Oder ist es der Zugang, dass ich genau vielleicht auch bereit bin, mehr Geld auszugeben? Ich ich möchte jetzt unbedingt diese Handtasche haben, unbedingt diese Uhr haben, unbedingt das Auto haben und zwar sofort, weil ich zeigen möchte, ich gehöre dazu. da ist die Frage, ist es die Zugehörigkeit oder ist es auf der anderen Seite, ich mache das für mich, weil ich für mich ein tolles Gefühl haben möchte, aber nicht das Gefühl von Status, sondern das hedonistische. Wie fühlt sich das Leder an? Was schwingt mit? Ist da eine Geschichte dahinter? Und dann sind das ganz, ganz andere Ausdrucksweisen. Ich muss gerade bisschen darüber lassen, dass mir dort noch ein lauter Luxus eingefallen ist, wenn wir über Materialien sprechen. Und zwar war ich jetzt für einen Geburtstag hier in so einem, kann ich so TikTok-Instagram-Brunsh-Laden in New York mit Freunden. Und da kamen auf einmal so drei Ladies rein mit extrem viel Pelz. Und es ist so witzig, alle haben sich umgedreht. Also alle quasi in diesem Laden, der ziemlich voll war, haben sich nach diesen Frauen umgedreht, die dann da lang stolz hier sind. Da auch noch mal zum Thema Nachhaltigkeit. Klar, vielleicht war es echter Pelz, weiß man ja nicht. Aber es gibt ihn ja noch, richtig lauten Luxus sozusagen, der irgendwie schon die Blicke auf sich zieht. Und dann ist die Frage, geht es wirklich nur darum, dass man selber fühlt, das Material ist cool, das fühlt sich super an auf meiner Haut, das macht mich irgendwie selbstbewusst? Oder geht es nicht doch selbst bei subtileren Arten von Luxus darum, dass Leute schon mitkriegen? dass ich zwar jetzt kein Logo irgendwie auf dem Pulli habe, aber das ist wirklich was ganz, ganz Feines ist. Ja, also da die Codes, die verschieben sich. das ist dann, wie ist die Naht gestitcht? ist vielleicht das Muster? ist die Form? Aber was du sagst, erinnert mich ein bisschen an das Eis in St. Moritz oder das Snowpolo, das jetzt vor kurzem auch stattgefunden hat. Und da würden die drei Damen wunderbar reinpassen. Ich war da nicht vor Ort, aber ich hatte jetzt diese Woche auch mich mit jemandem unterhalten, der vor Ort war und kenne einige, die vor Ort waren über Bilder und das ist der Pelz pur. Und dann hat man die Musik mit Modern Talking und fühlt sich zurückversetzt in ein ganz anderes Jahrzehnt, wo Luxus noch mal ganz anders gelebt wurde. Das gibt es also auch. Alles parallel. Ja, ist sehr exakt. Und dann kann aber auch genau dieser Pelz aber nur zu... jeden Zeitpunkt getragen. Und dann kommt ihr auch wieder weg und dann hat man vielleicht wieder mehr so ein Casual Vibe. das ist auch... adaptieren wir uns und das kennen wir vielleicht auch, wenn wir im Urlaub was kaufen. Wir sind total überzeugt, dass es richtig toll ist. dann kommen wir nach Hause. Ja, genau. Das ist super. zwei, glaube ich, der Hause. Genau. Und dann kommen wir in unsere andere normale Lebensumgebung zurück und plötzlich merken wir überhaupt... passt doch nicht mehr so ganz und irgendwie sieht es komisch aus. Und so ist es ähnlich. wo wir sind, wer wir sind, wie wir uns selbst auch weiterentwickeln, da andere Zugänge haben.
speaker-1: Jetzt laufen auf einmal alle mit Pelzen rum, am besten noch den Pelz von der gleichen Marke. Inwieweit gibt es denn mal so eine Sättigung auch bei so einem Trend auch auch auch für Superreiche? Also wie ist das aus deiner Sicht gerade im Luxus zu erklären, dass wenn etwas zu viel da ist, auch wenn super luxuriös ist, super toll verarbeitet, der Stitch richtig und von dem Tier, ob echt oder unecht. Wie kommt das und was passiert dann? Wer reagiert vor den Superreichen als Erster?
speaker-0: Ja, also es gibt zwei ganz spannende Effekte, die da ganz gut passen. Und ich denke, Ingo, du sprichst vom Snob-Effekt. Ja, den Snob, den kennen wir alle vom Hören und Sagen. Genau, richtig. Perfekt dargestellt. Ja, genau. Und der Snob, der möchte sich aber differenzieren und der möchte so ganz connoisseur sein. Und die Person ...
speaker-1: Dann macht man so die Nase
speaker-0: hat einen distinguierten Lebensstil, der ganz besonders ist. gibt Marken wiederum, die genau da reinpassen, weil die die große Masse nicht kennt. Das heißt, das ist wunderbar für den Snob. Wenn aber Folgendes passiert, dass die Marke oder diese Code, die Produkte, auch wenn sie leise sind, zu allgemein gültig werden oder zu offensichtlich, dass plötzlich die Mehrheit darauf aufspringt, verliert der Snob Interesse. Und dann greift der Bandwageneffekt. Im Englischen sagen wir ja auch to jump on a bandwagon. Ich springe auf den Zug auf, in Anführungszeichen. Und zwar dann, wenn ein Produkt gesellschaftlich akzeptiert ist. Und das können wir auch, wenn wir an ugly sneaker denken. Also wer hätte gedacht, dass ugly sneaker tatsächlich auch gesellschaftlich breit akzeptiert sind. Und das können wir auch ganz unterschiedliche Ausrichtungen, ob es ein traditioneller Stil ist, ob es sportlicher ist, ob es Streetwear ist. Je nachdem, welche Subgruppe man sich anschaut, greift er. dann interessiert sich das natürlich noch für was anderes, weil er durch diese Distinguiertheit und sein Konne-seurship sich nicht mehr differenzieren kann. und Bandwagon ist was anderes, da geht es um die Zugehörigkeit. Und das geht auch manchmal um die Abgrenzung nicht mehr, in dem Fall zu weniger Betrugten zu gehören. Also die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die Abgrenzung und dann entweder nach oben oder nach unten.
speaker-1: Und ist es dann so, dass Leute, die besonders in den Medien stehen, sich als Erste immer abgrenzen? Also so Promis, die wirklich im, weiß ich nicht, Fernsehen sind, Schauspieler, Musikerinnen, sind die dann häufig so Trend-Lieder? meine, mittlerweile bringen sie ihre eigenen Marken raus, aber ... Ja. Gibt's da auch Beobachtungen?
speaker-0: Mittlerweile genau, wie du sagst, sie bringen ihre eigenen Marken raus. Die vermarkten sich selbst. Da haben wir plötzlich das Thema von Personal Brand, das wiederum ins Spiel kommt. es gab so ein Phänomen mit zwei Handtaschen eigentlich. Die waren von Luxus Marken, Luxus Mode Marken und waren die ersten It-Bags. Als Saxony City groß wurde, dann wurden auch die Taschen groß damit und bekannt und populär. Es gab eine Zeit, waren die auf dem Gebrauchtmarkt, auf dem Sekundärmarkt, tatsächlich relativ günstig zu erwerben. So, und Prominente hatten sie vielleicht auch wieder rausgegraben aus ihrem Fundus und plötzlich schossen die Preise nach oben und die Marken haben sich dafür entschieden, eine Reddition zu machen. Also es kommt darauf an, deshalb sage ich auch, wenn man was Tolles zu Hause hat, Mode ist auch was, das wiederholt sich.
speaker-1: Wenn ich die Amonten meiner Eltern sehe, dann denke ich auch immer, komm wieder.
speaker-0: Ich denke, jeder hat so seinen eigenen Stil und dann ist es eher die Zielfrage. Wie wichtig ist einem sowas? Also ich hatte vorhin noch an John Deere Traktoren gedacht, die auch zu einem bestimmten Preispunkt kommen. Und zu denen denkt man erst mal gar nicht, wenn man zum Thema Luxus denkt. Was ist das? John Deere? Ja, Traktoren. Diese grün-gelben Traktoren. Ich hab mich verloren.
speaker-1: glaube, dass auch in anderen Bereichen wo man ihn sich gar nicht vorstellt, kann. Ich kenne keine alternativen Haktormarken, aber...
speaker-0: Ihr redet nicht von Landwirtschaft? Ja. Spannend. Ja, jetzt bin ich ganz oah, ich bin total dabei. Was ich spannend finde, ist, dass wir die, wir sind reingegangen in diese Folge und haben gesagt, bam, wir reden jetzt über lauten Luxus. Gerade du mit deinem Jachtwissen und immer wieder.
speaker-1: Den Luxus-Trekker!
speaker-0: kam der leise Luxus wieder vor. Zum einen bei dir persönlich, deine Sonntage, die du schätzt, aber auch das, was wir gelernt haben. Also würde ich die Superreichen, können und möchten sich das gar nicht leisten, so im Vordergrund zu stehen. Denn Privatsphäre ist wahnsinnig wichtig. Es ist vielleicht sogar gefährlich, einen zu lauten Luxus zu zeigen. Wie ist das, wenn du jetzt mit deiner wissenschaftlichen Brille darauf schaust? Gibt es da so Abstufungen oder kann man das so erklären, wann Also erst lauter Luxus, dann leiser Luxus. Also wie ist da die Entwicklung, würdest du sagen? Also es gibt anders als das ganze gesellschaftlich, könnten wir es betrachten, auch zusammenhängend mit der wirtschaftlichen Situation. Denn auch in Zeiten, es wirtschaftlich nicht so rosig aussieht, tendieren Konsumenten, Konsumentinnen dazu, leisen Luxus zu leben, weil es einfach nicht passt. Es fühlt sich nicht richtig an. Und da kommen diese leisen Luxus, ja. Elemente zum Tragen. wenn wirtschaftlichen Aufschwung passiert, passiert Folgendes, dass wir uns wieder trauen, expressiv zu sein. Und dass es wieder in die Zeit passt, dass wir uns nicht zurücknehmen müssen. Und das ist gesellschaftwirtschaftliche Verhältnis. Dann können wir noch mal persönlich schauen. Weil natürlich wir denken uns daran, was möchte ich erreichen, wenn ich etwas erreichte, was wird mein Meilenstein Geschenk sein? Wenn ich dieses und jedes vielleicht von, wenn wir zurückdenken. Und dann ist das aber ein Meilenstein. Und dann hat man das. Und dann ist das symbolisch. Und das ist auch meistens ein Produkt. Und dann, je mehr Konsum man vielleicht hat und merkt, Mensch, das macht mich alles doch irgendwie nicht so glücklich, weil jetzt habe ich mich an diesen Fünffederhalter gewöhnt, jetzt habe ich mich an die Tasche gewöhnt, an die Uhr. Es ist plötzlich normal. Und je mehr ich diesen Status und Produktluxus mir gegönnt habe und feststelle, was eigentlich wirklich im Leben zählt, umso mehr greift der leise Luxus. Und manchmal kann der Luxus auch sein, die Stille oder eben auch das Nichts. Also der Minimalismus. Der genauso Identitätsstiftend ist, wie wir zum Beispiel ganz viel haben, wie wir schon bei ihm gelernt haben. Auch Minimalismus sagt ja einfach wahnsinnig viel über uns als Person aus, wie du gerade auch gesagt hast. Ganz persönlich für dich, was ist jetzt neben dem Sonntag, wo du auch in Ruhe arbeiten kannst, was ist da ganz konkret Luxus mit all... auch dem nicht nur Wissen, sondern auch mit den Erlebnissen, die du in der Luxuswelt schon hattest. Ich denke, Freiheit beschreibt das ganz gut. Also das machen zu dürfen, was mir Freude bereitet. Also das ist großer Luxus. Und an Projekten zu arbeiten, an denen ich Spaß habe und vielleicht auch Nein sagen kann zu Projekten, bei denen ich merke, da stehe ich nicht dahinter. Also das ist für mich Luxus. Und manchmal ist es auch. Natürlich, liebe schöne Dinge, gar keine Frage. Ich liebe schöne Materialien, tolle Farben, Stoffe, gutes Essen. Aber oft diese Quality-Time mit Menschen, weil Luxus ist auch immer rar. Also die Zeit zu haben mit Menschen, die man wertschätzt, das ist eine tolle Kombination. Und insofern auch mehr und mehr weg von dem, was man hat. Das belastet oft nur oder man muss es wieder wertzuschätzen, sondern eher das nach innen gerichtete. Das respektiert total mit mir. Mein Uwe hat mich ganz oft gefragt, mehrmals im Jahr, macht dir das gerade noch Freude, was du tust? Ist das noch das, was dir innerlich zu Frieden und Freude bringt? Und das hast du ja auch genannt, diese Freiheit zu haben, zu sagen, ich möchte lieber ein beherztes Ja sagen, anstatt irgendwie... So ein, ja na gut, dann machen wir das so. Also umso schöner, dass du heute bei uns im Podcast warst. Vielen, vielen Dank, dass du uns den lauten und trotzdem auch den leisen Luxus näher gebracht hast und wir mit dir barfuß in Gedanken auf einer Yacht sein konnten. Das war Dr. Julia Riedmeier.
speaker-1: Danke! Ciao!
speaker-0: Tschüss!