Der Finanzpodcast für Anfänger
speaker-0: Willkommen bei How I Met My Money. Ich bin Lena, freie Journalistin und Interviewerin.
speaker-1: Und ich bin Ingo, Honorarberater, Finanzcoach und ein kleines Kapitalistenschweinchen. In diesem Podcast geht es nicht nur ums Geld, sondern auch darum, was Geld mit dir macht. Mit dem Gefühl, nie genug zu haben. Mit Streit in Beziehungen. Mit Freiheit. Mit Sicherheit. Und manchmal auch mit Scham.
speaker-0: Wir sprechen mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis und stellen die Fragen, die du dir vielleicht so noch nie gestellt hast. Warum gehe ich mit Geld so ⁓ wie ich es eben tue? Was habe ich über Geld in der Kindheit gelernt? Und stimmt das eigentlich alles noch?
speaker-1: Hier bekommst du wirkliche Aha-Momente, echte Geschichten, praktische Tipps und Hacks und den Raum tiefer zu gehen.
speaker-0: Denn wer sein Geld versteht, der lernt auch sich selbst besser kennen.
speaker-1: Power-Wentner-Money wird produziert und vermarktet von Maywerk-Finanzpartner und der OFA Online-Finanzakademie. Und jetzt viel Spaß mit dieser Folge.
speaker-0: Besitzt du ein Haus oder eine Wohnung oder wirst vielleicht eine vererbt bekommen, dann ist diese Folge für dich. Wir fragen uns nämlich heute, wie ist es? Willst du im Alter noch daran wohnen oder wäre es dann Zeit, diese Immobilie loszulassen?
speaker-1: Ja, und weil ein Haus im Alter entweder Freiheit bedeutet, aber vielleicht auch Überforderung. Und weil man das manchmal erst merkt, wenn es dann in der Situation wirklich angekommen ist durch eine Erbschaft, wie du schon sagtest, Lena, Schenkung, Niesbrauch auch heute noch erlebt. Ja, dann kann sowas auch mal eben schnell näher kommen, wenn so eine Entscheidung da ist. Was mache ich jetzt damit? Und dann kann es auch eben schnell, wie wir auch schon in den letzten Folgen gelernt haben, körperlich werden. geistig, emotional, aber auch finanziell entscheiden. Wenn solche Fragen, auch das Beschäftigen, muss ich es verkaufen, am Ende davon noch gut leben zu können, überhaupt gut in der Rente leben zu können? Oder will ich es verkaufen, weil ich vielleicht Kinder habe? Andersrum, ich keine Kinder habe. Kinder kann man auch haben und das verkaufen oder behalten. Aber gerade, wenn ich vielleicht mein Vermögen verbrauchen will. Das sind spannende Fragen. Ja. Und haben wir uns jemanden eingeladen.
speaker-0: Genau, wir haben nicht nur dich als Experten hier, sondern auch den Immobilien-Experten Tobias A. Hallo Tobi, du warst schon mal bei uns zu Gast, schön, dass du wieder da bist. Hallo, freu mich wieder dabei zu sein. Tobi, oder sag ich mal ganz offiziell Tobias A. Du hast aktuell Fälle, also du beschäftigst dich gerade wirklich ganz hochaktuell mit diesem Thema. wenn man älter wird... und sich immer die Frage stellen, was mache ich denn jetzt? Was mache ich denn jetzt? Soll ich das Haus behalten, soll ich es nicht behalten? Magst uns da mal vielleicht direkt mit in deine Berufspraxis nehmen? Was ist das denn einer dieser Fälle? Was ist denn da so brisant dran? Was fragen sich die Menschen, die sich an dich gewandt haben? Ja, ich nehme euch sehr gerne mit in die Fälle. Es geht, also ganz einfach gesagt, bei allen Themen darum, Thema dieser Sendung auch. Was mache ich denn jetzt mit der Immobilie? Was machen wir mit der Immobilie? Wollen wir dann wohnen, wenn wir im Ruhestand sind? Also Ruhestand bedeutet sozusagen, wir haben 67 überschritten und gehen dann Richtung 100 irgendwann. Was machen wir denn jetzt damit? Also behalten wir das oder verkaufen was oder verschenken was oder wenn wir es behalten? Was bedeutet das überhaupt? Das machen wir den Kindern. Es gibt auch Paare, haben keine Kinder, die stehen dann vor der Frage, was machen wir jetzt damit? Also abgezahlt und jetzt? Und das sind Fragestellungen, die so aufkommen ab ganz pauschal, ab 55 vielleicht. Phase der Ruhestandsplanung befinden. Also wir haben alle Produkte, alle Strategien sind aufgegangen oder auch nicht. Und jetzt geht es Richtung, es ist alles erledigt. Wir fahren jetzt in den Bahnhof ein, wenn ich dieses Bild mal verwenden darf und dann gucken wir, was machen wir denn jetzt? Und da geht es dann wirklich darum, konkret zu überlegen, was die Menschen sich vorstellen können und was sie sich leisten können.
speaker-1: Was ist denn so das erste, woran du merkst, Tobi? Ich weiß, das ist wahrscheinlich sehr pauschal, aber woran du merkst, dass vielleicht ein Haus oder das Haus, wo man überlegt ist, zu verkaufen, dass das eigentlich nicht mehr ins Leben der Leute reinpasst, auch wenn sie es sich selbst vielleicht noch nicht trauen, auszusprechen.
speaker-0: Also ganz pauschal, jeder Fall ist individuell und hat seine Besonderheiten, aber so gewisses Muster ist halt in der Regel da, wenn Familie mit Kindern, das ist dann eher ein Haus, was vielleicht zweigeschossig war, mit ausgebautem Dachgeschoss und jede Etage war so ein Reich, Kinder in der Mitte, Eltern unterm Dach oder andersrum, wie auch immer und dann ziehen die Kinder nach und nach aus und dann hast du allein schon von der Aufteilung der Wohnung oder des Hauses Das Thema so, ja, wir haben eine Etage, ist nicht genutzt. Also, und wir müssen die Treppe hoch. Also, das geht mit 70 natürlich, Aber wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, ja dann wirklich dann auch, also, benötigen wir die Quadratmeter-Wohnfläche, die wir zu viert hatten, benötigen wir die auch zu zweit. Wer macht das alles sauber? Wer hält das in Schuss? Was passiert, wenn 10 Monate im Jahr keiner da ist mit der Etage oder mit den Zimmern? Wer bezahlt das? Muss ja auch irgendwie alles bewirtschaftet werden. Und ganz pauschal sind die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie andere als bei einer zweiköpfigen Familie, die vielleicht auch in der Bewegung nicht mehr so mobil ist, wie es mit Mitte 30, 40 war. Das sind die offensichtlichsten Fälle, wo man sagt, ihr solltet euch damit beschäftigen, weil es sich spätestens ab 70 irgendwie in die Richtung bewegt, das passt nicht mehr.
speaker-1: Und kennst du denn die Situation und was hast du da für Tipps oder wie gehst du so was an, wenn Personen sich noch nicht sicher sind? wenn sie sich überlegen, vielleicht bleibe ich in der Wohnung drin, also jetzt mal unabhängig davon, ob das vielleicht so groß ist, aber ich glaube viele so habe ich das auch im Finanzplanungsalltag immer überlegen sich ja, ja, bleibe ich in der Wohnung drin oder muss ich es sogar verkaufen? Weil sonst vielleicht auch meine Liquidität, die ich habe, nicht reicht. Und vielleicht fangen wir da mal vorne an. Was sind aus deiner Sicht die Unterschiede, wenn ich Eigentum habe, selbstbewohnt, wenn ich noch arbeite und wenn ich in Rente bin? Was ist dann anders? Was muss ich berücksichtigen, wenn ich vor der Entscheidung stehe?
speaker-0: Wenn wir das jetzt auf die wirtschaftliche Frage erstmal beziehen, dann ist natürlich, wenn man im Erwerbsleben ist und irgendwas kaputt geht oder etwas teurer wird als geplant, dann bezahlt es heißt, nimmst du einen Kredit auf oder bezahlt es aus Rücklagen und regelt das halt irgendwie. So, das ist ja aus der Finanzplanung kennen. Wir wissen ja, das ist auch vollkommen okay, dass wenn ich nicht mehr arbeite, kommt weniger Geld rein. Wenn ich da eine Strategie vorher gelebt habe und gesagt habe, ich habe dann aber ein Ersapfeinkommen aus verschiedenen Bausteinen, kann ich mir immer noch, wenn was teurer wird oder was repariert werden muss, das Ganze bezahlen. Aber wenn ich das aus Eigenmitteln nicht komplett schaffe, bekomme ich ohne Weiteres auch keinen Kredit mehr als Rentner. Das ist einfach so. Und da fängt es auch schon an. Das ist erste Thema. Und das zweite Thema ist dann halt so, Eine abgezahlte Immobilie ist total nett und wichtig, damit ich nicht mit dieses mietfreie Wohnen im Alter auch wirklich gelebt werden kann. Aber eine abgezahlte Immobilie, da ist ja die Kehrseite auch, ich das Eigenkapital in der Immobilie gebunden. Und wenn ich eine abgezahlte Immobilie habe, aber keine Liquidität mehr, sie zu unterhalten, also zu bewirtschaften, dann ist das auch wieder... nicht optimal. Das heißt, wenn ich mir das Einfamilienhaus teuer abgezahlt habe und dann im Rentenalter keine Einnahmen mehr habe, dann ist der massive Unterschied, ich habe sowieso weniger Geld als Arbeitnehmer oder als Selbstständiger, wenn ich noch gearbeitet habe, muss im Rentenalter dann mit weniger Geld klarkommen und dazu aber noch meine Immobilie bewirtschaften. Das ist, ich, der größte Unterschied.
speaker-1: Ja, und das ist auch immer wieder was ich erlebe, planerisch an der Stelle, nur das mal anfassbar zu machen. weiß nicht, da kannst du ja auch nochmal gleich größten sagen, Tobi. Aber wenn zum Beispiel jemand für alle da draußen, jetzt praktisch darüber nachdenken oder vielleicht für ihre Eltern darüber nachdenken, wenn ihr so eine Immobilie habt von einer Million, das kommt ja nach Inflation und allem Drum und Dran heute schon mal eher zustande. Wenn man eine Doppelhaushälfte hat, zum Beispiel, wo man drin wohnt, wo man zwei Kinder großgezogen hat, dann kann sowas schon mal zusammenkommen, auch mit so einem Wert. Und dann bildet bei einer Million Euro würde zum Beispiel Vonovia als einer der größten deutschen Immobilienkonzerne, die bilden 1,5 Prozent des Zeitwertes an Rückstellung. Ob man jetzt das in der Höhe unbedingt machen will, aber nur mal um es anzusetzen oder vielleicht bisschen geringer zu nehmen. Ein Prozent wären 10.000 Euro im Jahr, also um und bei 833 Euro pro Monat. Und dazu kommen dann ja noch Grundsteuer, alle möglichen anderen Kosten, die man wahrscheinlich noch mal irgendwie auf 500, 600 Euro belaufen kann, ohne dass man sich jetzt groß neu einrichtet im Wunsch in dieser Wohnung. Also Schwups hat man irgendwie so 1300, 1400 Euro, die man an Nebenkosten hat. Und jetzt kommt ja das Entscheidende, das, Tobi meinte, was viele vergessen. Wenn ich jetzt nicht genügend Liquidität habe, kann ich ja nicht einfach hingehen und einzelne Backsteine verkaufen und die aus meinem ... Wohnzimmer rausziehen sozusagen, sondern ich muss halt irgendwo genug aus Renten, Depots, gesetzlichen Renten, Pensionen oder so herbekommen. Und wenn das nicht der Fall ist, dann kann man das vorher absehen mit einer Finanzplanung. Tobi hat ja auch schon das Thema Finanzplanung erwähnt. Vielleicht können wir gleich noch mal drauf eingehen, weil das, glaube ich, ein sehr wichtiger Faktor ist, wenn man nicht offenen Auges in seinen Verderben rennen will oder in den offensichtlichen Immobilienverkauf. Aber ich glaube, das ist vielen gar nicht so bewusst. Ich kann das von meinen eigenen Eltern, ja, dann gehst du in eine neue Küche, schubst den 30.000 Euro weg, weil man die Cash irgendwo nebenbei liegen hat. das ist im Alter halt nicht mehr der Fall. Man hat nicht einfach mal, wenn man es gut plant, eben mal 30, 40, 50, 100.000 Euro auf der hohen Kante oder kann es im Zweifel durch Arbeitseinkommen wieder wettmachen.
speaker-0: Dann noch mal vielleicht zusammenfassen, sind jetzt so die drei höchsten Kosten, die man im Alter am meisten unterschätzt? Auf die Immobilie bezogen mit Sicherheit die Bewirtschaftungskosten. Also unter den Bewirtschaftungskosten verstehen wir jetzt allgemein alles, was in der Warmemiete enthalten ist. Also die öffentlichen Gebühren, Strom, Heizung, das ist mit Sicherheit das, was am geläufigsten ist. Und dann gehört zur Bewirtschaftung aber auch eine zumindest erstmal kalkulatorische Instandhaltungsrücklage für Kleinigkeiten, die gemacht werden müssen, sollen oder wollen, dass man sagt, man kann jederzeit, wenn irgendwas kaputt ist, das Ganze auch reparieren. So, dann bist du halt sehr schnell bei 4 bis 5 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche an Bewirtschaftungskosten, die du pro Monat Je nach Zustand der Immobilie, wie die in den vergangenen 30 Jahren dann, also entstand gehalten wurde, es dann mit Sicherheit eher mehr oder weniger sein. Das ist wie gesagt sehr individuell. Also wenn du jetzt mit 60 ein Haus gekauft hast und sagst, Mensch, hier ist alles tip top, quasi kernsaniert, dann wirst du weniger Bewirtschaftungskosten haben, als wenn du ein Haus aus den 70ern bewohnst und sagst, wir haben immer nur das nötigste gemacht und irgendwie wird es schon gut gehen. Das heißt, es ist ja auch so ein bisschen Frage des Standards, den man selber halten möchte, aber... Die Bewirtschaftungskosten und die Instandhaltung, die Modernisierung sind mit Sicherheit die größten Faktoren, unterschätzt werden. Wenn ich die Bewirtschaftungskosten jetzt ganz weit fasse, also ich habe eben so mal nebenbei gesagt, das muss ja auch in Schuss gehalten werden, also wer reinigt denn die zwei Etagen? Wenn du es nicht mehr selber machen kannst oder willst, musst du dir dafür da jemanden bezahlen, der das einmal die Woche macht. Das heißt, es sind mehrere verschiedene Posten, die sich aber unterm Strich dann aufaddieren. Das ist so. Man kann es auch schwer planen, muss man fairerweise sagen. Also konkret mit Zahlen und so.
speaker-1: Tobi, gibt es für dich so ein pauschales Erkennungsmerkmal, wenn jemand auf dich zukommt und sagt, ich überlege, ich habe keine Ahnung, mal ein Beispiel, ich habe irgendwie 200.000 Euro geerbt, habe eine eigenbewohnte Immobilie und jetzt überlege ich, behalte ich die Immobilie oder nicht? Gibt es für dich so pauschale Identifikationsmerkmale, wo du recht schnell erkennen kannst, ob jemand ... und sich das überhaupt leisten kann, diese Immobilien noch weiter zu halten, die eigene wohnte, erstmal unabhängig vom ideellen Wert, ob ich das überhaupt betreiben will.
speaker-0: Ja, ganz pauschal. Also guter Indikator ist halt relativ große Wohnfläche. Also relativ groß, meine ich über 100 Quadratmeter. Dann dazu gepaart noch mit einem großen Grundstück. Muss ja auch einer den Rasen mähen. Und überschaubaren Renteneinkünften. Also, weiß ich nicht, wenn deine einzige Renteneinkunft 2000 Euro im Monat ist, was jetzt im Durchschnitt auf keinen Fall schlecht ist. Aber dann wirst du 100 Quadratmeter Immobilie mit großem Garten und es frisst halt monatlich einfach ein gewisses Budget auf. Je größer das Missverhältnis ist, desto eher wird man sagen können, rein wirtschaftlich wird es eine Riesenherausforderung, diese Immobilie im Alter zu halten. Ich stelle jetzt schon fest, die nüchternen Analyse sagt, das Haus, also ein Haus oder eine Wohnung, kann schon zu einer richtigen Last werden. im Alter. Bevor wir vielleicht auf den emotionalen, finanzpsychologischen Teil kommen, der mich eher meisten interessiert, nochmal jetzt vielleicht das Gegenbeispiel. Also wann lohnt es sich denn total daran festzuhalten? Also das sehen wir jetzt auch schon im Alltag, gerade in den Städten. Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn man eine große abbezahlte Wohnung hat, die relativ günstig ist. wo man einfach sagt, okay, die ist relativ groß, dann komme ich alleine mit klar und die ist abgezahlt, die ist auch im Unterhalt jetzt so überschaubar teuer, weil links, rechts, oben, drunter und unten drunter sind Wohnungen, die heizen für mich mit, ist ein relativ guter Standard. Da wird sich jemand, der jetzt Richtung Ruhestand geht, es gar nicht erlauben können, diese Wohnung zu verkaufen, weil er zu gleicher Liquidität nichts Vergleichbares bekommen wird, nicht mal eine Wohnung, die halb so groß ist. Ja, selbst, siehst du auch auf dem Mietmarkt Menschen, die teilweise schon alleinstehend sind und sagen, ich hab ein Wohnen, das ist viel zu groß für mich, A., ich weiß gar nicht wohin damit. Und ich dann sage, er suchen sich was Neues, dann lachen die nur und sagen so, ich zahl hier 5 Euro den Quadratmeter. Ich hab das schon mal gemacht, ich kann mir das so hinziehen, ich kann es mir einfach nicht leisten, das geht nicht. Und das ist halt bei, es ist jetzt also die städtische. Umgebung halt gemünzt, wenn du eine große Wohnung hast, die du schon lange hast, die gut unterhalten wurde, dann ist die Überlegung diese zu verkaufen eigentlich keine Frage mehr, weil du selbst wenn du guten Kaufpreis jetzt erlösen würdest, das Geld eins zu eins in was kleineres stecken müsstest, mit höherem Unterhalt und da ist es dann einfach auch wirtschaftlich so, nee dann bleibt man da halt drin wohnen. Also dann irgendwie mit dem Rollator die Treppen noch raufkommen im Alter. Das muss einfach dann gehen. So, das ist dann so, ja, letzten Endes schon.
speaker-1: Tobi, jetzt gibt es auch einen anderen Fall, mir finanzplanerisch häufig begegnet. Aber vielleicht mache ich noch mal einen Einsatz vorher. glaube, für viele, das jetzt hören und sich denken, ich bin in so einer Situation oder ich kenne jemanden, der in so einer Situation ist. Also wie man so etwas lösen kann und durchrechnen kann, ohne dass man den Verkauf macht und nachher feststellt, gut oder schlecht, ist tatsächlich mit einer ausführlichen Finanzplanung. dabei begegnen mir auch noch etwas anderes, Tobi, nämlich die Frage, ich wohne gerade zur Miete. Und habe Angst, dass ich vielleicht, ich bin jetzt 55, und im Alter auf Eigenbedarf gekündigt werde. Und dann stehe ich da, muss mich teuer irgendwo neu einmieten. Also kaufe ich mir lieber jetzt was mit der 55 an der Stelle. Was hältst du davon? Und was sind Vor- und Nachteile, so kurz vor der Rente zu kaufen?
speaker-0: Also auch die Fälle begleite ich natürlich und es ist eine Sorge, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Also es gibt halt Mietswohnungen, die gehören großen Gesellschaften und die Wahrscheinlichkeit, dass sie verkaufen, ist relativ gering, weil sie sagen, gehört zum Bestand, Portfoliopass ist okay. Bei privaten Vermietern, ich will es hier keine Ängste schüren, aber bei privaten Vermietern, wo man weiß, okay, ist jetzt schon eine Generation, die das so gerne gemacht hat, der Vermieter war jeden Tag da. Man kennt sich und sagt, das Haus ist für meine Kinder, machen Sie sich keine Sorgen. Das ist eigentlich nur die Generation. Die Kinder sind nicht herangeführt worden, denen ist das Haus egal und die haben keinen Bezug dazu, emotionalen und die werden das im Erbfall dann potenziell verkaufen. Und wenn man dann mit 60 in so einer Wohnung ist, dann kann ich schon nachvollziehen, dass man sagt, ich habe da so ein bisschen das Gefühl, wenn da mal das in die nächste Generation kommt, dann werde ich wahrscheinlich hier raus müssen, weil das Haus verkauft wird. Und das ist ja zunächst einmal eine emotionale Situation, aber man sagt, fühlt sich einfach nicht gut an. Und da muss man sich überlegen, dann fängt jetzt das ganze Jahr an, das Prozedere, okay, und dann, okay, ich möchte hier aber in dem Stadtteil wohnen bleiben. Das ist bei vielen Menschen so, sagen so, okay, ich wohne jetzt seit 20 Jahren. Also die Stadt und der Stadtteil wäre schon schön, ich hier wohnen bleiben könnte. Und dann überlegt man sich, kann ich hier etwas kaufen? Und dann ist das... Wenn man das kaufen kann, eine kleinere Wohnung, die halb so groß ist oder wie auch immer, ist das, finde ich, legitim, das einmal durchzuspielen. Und wenn man dann was Passendes findet, das auch mit 55 zu machen, der Vorteil ist in der Tat dann ja diese emotionale Befreiung, dass man sagt, ich habe jetzt eine Wohnung, die ist auf meine Bedürfnisse, von wo ich heute ausgehe, dass die mit 70, 75, 80 auch noch da sind, da fühle ich mich wohl. Da habe ich keine Sorgen, das passt. Wenn die dann abgezahlt ist oder teilweise abgezahlt ist, ist das ja erstmal alles nachhaltig zu betrachten. Wichtig ist ja immer, dass wir auf dem Schirm haben, dass wir alle Szenarien durchgehen und dass man sich dann nicht ins finanzielle Desafler reitet. Schwierigkeit natürlich, je näher es Richtung 67 geht, desto kritischer schauen Banken, ob eine Finanzierung dann überhaupt noch
speaker-1: Das wollte ich nämlich fragen. Viele denken dann ja so, die kennen das aus alten Zeiten vielleicht auch noch oder haben es gehört, ich finanziere das mal. Ist das überhaupt sinnvoll, dann im Alter noch zu finanzieren? Weil wenn ich dich noch richtig in Erinnerung habe, sagt man ja eigentlich immer, bis zur Rente soll ich durch sein. Und eigentlich besteht ja der Hebel so bisschen in dem Kredit, den ich dann aufnehme. Jetzt bin ich aber, also ich habe auch andere Verlesungen, schon 60 oder 62 und überlege dann halt zu kaufen. Wie stehst du ökonomisch dazu? Gibt es da eine Tendenz?
speaker-0: Meine ältesten Kunden, die Darlehensnehmer sind, sind Mitte 80 mit einer 20-jährigen Zinsbindung. Grundsätzlich geht das. Aber wenn die selbstgenutzte Immobilie das mietfreie Wohnen als Synonym hat, dann passt das natürlich nur, wenn die Immobilie abgezahlt oder quasi abgezahlt ist. Wenn ich mit 70 noch 400.000 Euro Darlehen mit mir rumschleppe, dann muss man sich schon die Frage stellen, warum muss ich das so machen? Also warum mache ich das? unabhängig davon, ich ein Darlehen bekomme, dann müssen schon trifftige Runde vorherrschen. Beispielsweise, dass man sagt, bevor ich 2000 Euro Miete zahle, zahle ich lieber 2000 Euro an die Bank. Ich weiß, ich werde es niemals abzahlen. Ist auch gar nicht mein Job. Übernehmen meine Kinder. Wir können eine selbstgenutzte Immobilie aus wirtschaftlichen Gründen im Vorfeld sehr schwer nur bewerten. Wir können ja eine Ex-Post Betrachtung machen. Das heißt, wir sind mit 70 da und sagen uns, wir sind in letzten 30 Jahren gelaufen. Hätte ich besser mal gekauft oder wäre ich besser mal zur Miete geblieben? Also wir können das ja nicht so eindeutig klassifizieren wie bei der Immobilie als Kapitalanlage, bei der ich gerne mit 70 noch ein Darlehen mit mir rum schleppe, weil es wirtschaftlich Sinn macht. Also auch wenn es nicht intuitiv ist, aber das ist so.
speaker-1: Tobi, ganz kurz, was hältst du denn? Viele begegnen mir immer an der Stelle und sagen, die spielen gar nicht mit dem Gedanken, Kredit aufzunehmen. sagen, ich zahle das Cash. guter Punkt. Wie ökonomisch? Also, schuldenfrei kann ich verstehen. Das würde ja genauer in die andere Richtung gehen. Ich würde keine Schulden haben, mietfrei wohnen, hab vielleicht irgendwo Kohle geerbt und will das jetzt machen. Aber wie sinnvoll ist es wirklich, ökonomisch gesehen, der Familie Cash zu zahlen?
speaker-0: eingeschränkt sinnvoll. Also das Thema ist ja wirklich dann, dass alles was sich an Eigenkapital einsetzt, ist gebunden. Ich komme da so ohne weiteres nicht mehr ran. Das Sinnvollste ist immer so irgendwo die goldene Mitte. Also ich habe einen gewissen Betrag an Eigenkapital. Ich könnte damit die Wohnung komplett bezahlen und dann muss man hart sich überlegen, macht es vielleicht Sinn so ein bisschen Liquidität zurückzuhalten, dass man vielleicht nur die Hälfte vom Eigenkapital einsetzt und den Rest für Instandhaltungen. täglichen Bedarf, also was man sich so darunter vorstellt, dass es nicht gebunden ist. Denn als Rentner oder im Ruhestand später noch mal einen Schritt aufzunehmen, ist halt wirklich nur Tortur. Und das funktioniert dann auch letzten Endes nur, wenn die Bonität, also sprich das Einkommen passt. Es gibt Lösungen, wie man dann irgendwie noch an das Geld rankommt. Aber auch da wieder pauschales Urteil von dem, was ich bisher gesehen habe, sind jetzt nicht unbedingt immer in hundertprozentigem Interesse unserer Kunden, die wir beraten.
speaker-1: Und ich glaube, ein Punkt Lena, und dann komme ich mal gleich wieder zu dir zurück. Ich bin auch so interessiert und habe auch viele Erfahrungen, die ich da immer sammle an der Stelle und sammeln darf mit Kundinnen. Was ja auch gewährleistet sein muss, wenn ich mir sowas kaufen will, kurz vor Renten beginnen, dass ich natürlich auch sicherstellen kann, dass ich da im Zweifel auch die ganze Rentenphase drin wohnen kann. Was ich häufig erlebe, ist dieser Wunsch. Ich will unbedingt Eigentum haben. Aber irgendwann ist dann die zusätzliche Liquidität für Entstandhaltung, Nebenkosten oder keine Ahnung, noch 100.000 Euro, die ich auf dem Depot habe, aufgebraucht. Und ich habe es dann mit 62 gekauft und mit 75 muss ich eigentlich schon wieder verkaufen, weil eigentlich sonst nicht mehr genügend Geld monatlich da ist, wovon ich essen gehen kann und mir vielleicht auch mal einen Urlaub gönnen kann. Und das ist ja die nächste Frage, die ich mir stellen muss. Ist mir das so wichtig? Dass ich jetzt noch mal 13 Jahre in einer selbstgekauften Immobilie wohne, mich aber an anderen Stellen auch so einschränke, weil erst mal ist es auch eine zusätzliche Belastung, die ich habe an der Stelle. Weil eben nicht 2000 Euro vorher Miete gezahlt, jetzt 2000 Euro gespart, sondern ich habe Nebenkosten im Zweifel von noch 800, 900.000 Euro mit Instandhaltung, mit Grundsteuer und was nicht alles gibt. Und dann ist der Vorteil gar nicht mehr so groß und dann fehlt mir im Endeffekt nachher Liquidität. Und dann muss ich es sowieso wieder verkaufen. Und den Aufwand sich dann zu machen, das muss dann schon gut überlegt sein. ist das, was ich immer erlebe bei dieser Frage. Will ich mir das wirklich noch kaufen?
speaker-0: Das Thema ist wirklich so, wir drehen das so bisschen, okay, macht das Sinn, also wirtschaftlich. Und der entscheidende Faktor, das was das Ganze pusht, ist ja in der Regel gar nicht die Entscheidung, die Überlegung, kann ich mir das leisten, ist eher nachrangig. Das Erste, was bei uns immer zur Sprache kommt, ist halt wirklich so, ja, dann haben wir uns überlegt, was machen wir jetzt hier mit und ehrlich gesagt, ich kann das nicht verkaufen. Da hängt so viel dran. Also ich bin ja groß geworden. Eltern sind ja groß geworden und wir haben so viel erlebt die letzten Jahre. Also emotionale Bindung zu einem Sachgegenstand, das hat sehr ausgeprägt mit uns. Heißt auch in Daumen der Besitztumseffekt, wie wir unsere Immobilienreihe hier im Podcast gelernt haben. Also alles was man anfassen kann, das fühlt sich einfach für uns wichtig an. Es wird irgendwie ein Teil unserer Identität. Richtig, genau. Tobi, was machst du dann? Sagst du dann ja gut, dann halt nicht? was sind da die Gründe dann doch nochmals zu sagen, wir müssen das schon mal wirtschaftlich prüfen? Also genau, der Impuls hat zu sagen, es fühlt sich irgendwie nicht, es fühlt sich falsch an, diese Immobilie zu verkaufen. Nicht bei allen, aber das ist so bei den meisten so, es fühlt sich falsch an, die zu verkaufen, weil wir haben die geschenkt bekommen, wir wir wohnen hier so lange drin. Wir würden hier schon ganz gerne wohnen
speaker-1: bleiben.
speaker-0: Und dann sag ich, es ist kein Problem. Also kann man ja machen. Wir müssen ja nicht heute eine Entscheidung treffen, wir jetzt übermorgen eine Anzeige online schalten, sondern man erreicht halt viel mit Fragen. Also es wäre vermessen, wenn ich jetzt da sage, pass mal auf, Folgendes ist ja das einzig Richtige, sondern wir überlegen uns dann ja, wir gehen davon aus, ja, wir bleiben hier, sie fühlen sich hier wohl, wir tun alles dafür, dass sie dass sie hier wohnen, dann schaue ich mich ⁓ und sage, wir haben hier zwei Etagen, momentan ist das noch ein Arbeitszimmer oder ein Kinderzimmer, wie soll das denn genutzt werden zukünftig? Dann haben wir uns da keine Gedanken drum gemacht. Und dann können wir mit gezielten Nachfragen zumindest den Denkprozess in Gang setzen, dass wir sagen, okay, ausgehend von der emotionalen Komponente, dass wir dann trotzdem sagen, wir beschäftigen uns mit verschiedenen Szenarien. Was passiert denn wenn? Wie gehen wir konkret mit den einzelnen Räumen ⁓ Wann gehen wir das Ganze an? Wie wird es altersgerecht gemacht? Kann man an der Treppe ein Lift anbringen? Also wirklich ganz einfache Fragen. Und darüber entscheidet sich dann, nee, ja, nee, ach nee, jetzt sollten jetzt nochmal investieren. Nee, also ist doch jetzt abgezahlt. Darüber kann man zumindest den Denkprozess in Gang setzen und dann überlegen, okay, Nee, vielleicht dann doch lieber nicht behalten. Und dann ist so der erste Schritt getan. Also man beschäftigt sich dann ja damit, weil das wird ja vorher nicht gemacht. Warum auch? niemand, der Mitte 30 ist. Also sagst du, ja, ich bin vielleicht für 70, keine Ahnung, ist mir auch egal. Also der Denkprozess, was mit den Immobilien passiert, ich sag mal wirklich so 55 plus, dann ist das auch bei vielen schon abgezahlt, die Kinder so langsam. zumindest nicht mehr greifbar aus dem Haus oder nicht mehr da oder wie auch immer. Und dann überlegt man sich das, wenn man den ganzen Tag oder am Wochenende zu zweiter ist, wie könnte das denn aussehen? Das kommt mir gerade bisschen naiv vor. Ich glaube, dass es sogar schwieriger ist, nur aus meiner Vorstellung und aus dem, ich vielleicht in Gesprächen gehört habe, ist es mit später mit 55 plus schwieriger, als wenn man mit 30 überlegt, wie soll denn mein Leben aussehen? Einfach nur, wenn man mit 55 da sitzt und so viele Erinnerungen dann schon hat in dieser Wohnung, in diesem Haus, dann wirklich zu sagen, na das war's jetzt. Ingo, ich würde ganz gerne mal von dir erfahren, was sind da noch so für finanzpsychologische Gründe, die dir Kundinnen und Kunden nennen, warum sie nicht aus der Immobilie ausziehen, obwohl es wirtschaftlich keinen Sinn macht, drin zu bleiben.
speaker-1: Ja, also ich meine, wir haben natürlich schon in den Immobilienfolgen gehört, auch mit psychologischer Unterstützung an der Stelle, dass ja quasi wie Geld im Endeffekt unsere Immobilien auch eine Projektionsfläche sind, was wir da drin haben. Und ich glaube, es ist eben spannend zu wissen, was wird da projiziert. Ich nehme häufig wahr, dass man eben seine eigenen Kinder darin rinnt, hat aufwachsen sehen. Damit verbindet man einiges, aber die sind dann auch irgendwann aus dem Haus. Und ich glaube, dieses Kinder aus dem Haus ist so ein großer Punkt, wo man Ich kann mich auch eher mal davon trennen, aber natürlich ist es andersrum auch eine Projektion der Sicherheit an der Stelle, je nachdem, welche Lebenssituationen noch dazukommen. Wir haben über das Thema Paradigmenwechsel gesprochen. Was verändert sich alles in der Welt an der Stelle, wenn man dann seinen sicheren Anker hat und der nicht gerade Richtung Osten ist? nahe ukrainischer Grenze seine Wohnung hat, dann ist so was noch entspannt, dass man eigene Immobilie haben kann. Aber ich glaube, da schwingt viel mit. Und was ich immer wieder erlebe, was wichtig ist an dieser Stelle, wenn gerade, und das können sich alle ein bisschen merken, wenn das Thema Immobilie emotional aufgeladen ist, positiv oder negativ, ich glaube, mal das Entscheidungsbuffet aufzumachen und sich klar zu werden, bewusst zu machen, was passiert denn, wenn ich diese Immobilie halte? Weil das sind dann in der Finanzplanung nicht nur Zahlen, das ist dann Lebensplanung. Man geht also ein Szenario durch und rechnet durch, wie wirkt sich das aus, wenn ich die Immobilie halte. Und dann ist jemandem klar, eventuell, das bedeutet, ich kann nur für 5.000 Euro in den Urlaub fahren. Weil ich diesen Wert erhalten will bis ganz zum Ende. Wunderbar, ob ich ihn vererben will oder nicht. Oder jemand sagt, dann wohne ich lieber zur Miete, habe da mehr Unsicherheit an der Stelle. Wir wohnen kleiner, aber dafür können wir die Welt noch sehen. können also reisen, statt für 15.000 Euro ausgeben. Also ich glaube, dieses Entscheidungsbuffet aufzumachen, okay, du würdest emotional auf gewisse Dinge verzichten, du kannst aber auch emotional, wir haben es ja in der Reisefolge, wo wir unseren Gast und Gäste dabei hatten. auch gehört. Reisen ist auch was Schönes und das mitzunehmen, gerade wo das Kind noch klein ist, wo man noch alles machen kann. Im Alter ist man, hat man auch wieder kleine Kinder, wenn man vorher welche hatte und hat viele Möglichkeiten, nochmal 10, 15, 20 Jahre lang die Welt zu erkunden. Und ich glaube, das miteinander abzuwägen, weil das Neue halt auch Schönes, Emotionales mitbringen kann und das, wie Tobi gesagt hat, zu erfragen. Das ist etwas, wo ich erlebe, wo mehr Offenheit besteht, wo man Aber weil die Zahlen so groß sind und die Entscheidungen so groß sind, sich gar nicht so richtig traut, darüber nachzudenken. Dieser Schritt über den Fluss, darüber zu springen und zu wissen, was wäre, wenn ich es anders mache, wenn ich es verkaufe? Wie sieht meine Welt dann aus, mein Leben? Wie könnte es dann aussehen zur Miete? Vielleicht sagt man auch, ich hab häufig Leute, sagen, ich will Wohnmobil kaufen, will viel reisen. Dann bin ich auch gar nicht mehr so häufig in der Wohnung drin. Wofür soll ich noch Eigentum an der Backe haben, wenn ich sowieso mehr reisen will?
speaker-0: Aber wie alt sind diese Leute? Ich glaube gerade Leute, die auf die 80 zu gehen haben, nicht immer. Manche unserer Zürcherinnen und Zürcher, wenn ihr jetzt über 80 seid, vielleicht ist es bei euch anders, aber ich habe es offen mitbekommen, dass viele dann sagen, ich will gar nicht mehr so viel reisen, ich bin total gerne zu Hause, ich liebe es, meine Kunst anzuschauen, ich mag gerne, dass meine Nachbarin schon seit 40 Jahren ist. Ich habe da die Sorge, dass dadurch auch Instabilität reinkommt.
speaker-1: kann ja sein für jemanden. Aber ich glaube, es muss jemand abwägen, wie er sein Umfeld hat. mit 80 reist du mit Sicherheit nicht mehr so viel. Also ich gönne es natürlich jedem, der es will.
speaker-0: Dich sehe ich auf jeden Fall mit einem kleinen Köpferchen.
speaker-1: Aber so die Phase, wenn du es dir ermöglichen könntest, bis 55 sagst, mit 63 hör ich auf zu arbeiten. Und dann die nächsten zehn Jahre. Das hör ich schon häufiger, oder auch fünf vielleicht. Wo Leute sagen, ich hab mehr Zeit, und die Zeit, vorher gearbeitet hab, die will ich mit Reisen verbringen, die Welt noch mal erkunden. Aber natürlich, wenn man einen hohen Traditionswert zum Beispiel hat, und genau das, was du beschrieben hast, schätzt, Lena, soziales Umfeld an der Stelle, auch das gilt es abzuwägen dann an der Stelle. wenn das mit meinem Eigentum verbunden ist. Jetzt hab ich häufiger Leute aus einer Großstadt in der Beratung. Da ist das dann weniger meistens an der Stelle. Gerade wenn vielleicht nicht die originalen Wurzeln in der Großstadt sind, sondern vom Dorf kommen. Da überlegen die Leute, er zieh ich wieder zurück auf einen Dorf, wo ich meine Ruhe hab. Und ich glaub, da gilt's einfach aufmerksam hinzuhören. An der Stelle mit dem Coaching-Ohr. Und zu spüren. Und auch zu fragen. Was macht dich denn glücklich später? Und das dann mit den Zahlen und der Entscheidung, Szenario A, Szenario B zu verbinden.
speaker-0: Das heißt, an dich Tobi, erst emotional hinhören und dann wirtschaftlich prüfen oder andersrum? Was ist so die richtige Reihenfolge bei dieser großen Frage, ob wir im Alter das Haus, die Immobilie behalten oder nicht? Also ich versuche es im Beratungsalltag zunächst einmal emotional die Menschen abzuholen, weil ich muss erst mal zuhören, ich muss die Sorgen oder Pläne verstehen können. Also was ist Ihnen wichtig? Wissen Sie, was Ihnen wichtig ist? Sind Sie offen oder eher nicht? Selbst wenn Sie nicht offen sind, einfach zuhören und durch das Zuhören lerne ich Sie einfach sehr viel besser kennen und kann dann begutsam Richtung wirtschaftlichsten Teil gehen. Denn grundsätzlich in der Beratung, ich kann natürlich immer sagen, was wirtschaftlich sinnvoll ist, aber wenn ich mich nur daran orientiere... Dann unterstelle ich ja, dass wir alle unsere Entscheidungen allein auf wirtschaftlicher Basis treffen. Den Homo economicus gibt es zwar in der Theorie, aber alle unsere Entscheidungen werden, auch wenn man sich ganz doll Mühe gibt, es gibt immer eine emotionale Komponente. Und da, wo ich jeden Tag aufwache, wo ich jeden Tag bin, wo ich ganz lange war, ist mit Sicherheit mit einem riesen emotionalen Faktor versehen. Wenn ich gefragt werde, rechnet sich das und jemand möchte wirklich nur die Zahlen haben, dann mache ich das natürlich. Aber es ist halt wirklich ausgesprochen selten, dass jemand das verlangt. Wir begleiten die Projekte auf eine emotionale Art und auf eine wirtschaftliche. Wie Ingo sagte, das Entscheidungsbuffet. Wir präsentieren die Optionen, die uns offen stehen. Was bedeutet es, wenn ich das Szenario 1, 2, 3, 4 einmal durchkalkuliere? Das hilft ungemein. Das ist eine Unterstützung. Die Entscheidungen können wir natürlich nicht treffen, aber wir können die Konsequenzen dieser Entscheidungen in Zahlen fassen. Und das ist der Mehrwert, den wir in der Beratung, in der Planung anbieten. Es geht ja gar nicht darum zu sagen, was richtig und was falsch ist.
speaker-1: Es gibt noch einen zusätzlichen Punkt, den ich da mal reinwerfen will. Den habe ich nämlich die Tage wieder erlebt. Kundin hat einen Mann verstorben. Die Kundin ist jetzt alleine da. Mit einem großen Haus. Und ich glaube, den Gedankengang, den man auch noch mal haben darf an der Stelle, nehmen wir jetzt mal an, in dem Fall könnte die Kundin das halten. Es genügend Liquidität da. Aber ein weiterer Punkt, über den man sich Gedanken machen darf, ist, wenn ich zwei Kinder habe, Wie funktioniert es nachher mit dem Vererben und haben die genug Geld, ⁓ das entspannt auszuklamüsern? Denn, folgender Punkt, die Immobilie ist eine Million wert. Ein Kind sagt, ich hätte die gerne. Das andere Kind sagt, okay, kannst du haben, aber dann zahlst du mich aus. Problem ist, das Kind, was es haben will und die Immobilie übernimmt, muss dann ja 500.000 Euro dem anderen überweisen in dem Moment. Wenn die sich nicht komplett grün sind und das eine Kind sagt, du kannst mir über 20 Jahre abstottern, sondern ich will die Kohle sofort haben, du wohnst ja auch sofort in der Immobilie, dann müssen 500.000 Euro da sein. Wenn das nicht der Fall ist, dann hole ich mir im Zweifel, wenn ich mir als Elternteil darüber keine Gedanken mache, hole ich mir vor oder nach dem Tod schon Streit in die Familie. Weil das nicht geklärt ist. Das heißt auch für die Einfachheit beim Vererben ... kann das Thema eigenbewohnte Immobile, wenn ich Eltern habe, durchaus Sinn machen, schon mal zu durchdenken und vielleicht zu sagen, wenn es keiner haben will, oder auch vielleicht wenn, dann müssen wir das besprechen, weil irgendwoher muss es kommen. Aber wenn das ungeklärt in die Vererbung oder Verschenkung geht, also Vererbung, wenn alle tot sind, dann hat das durchaus Konfliktpotenzial. Das erlebe ich immer wieder. Und da der Appell, wenn wahrscheinlich er Personen zuhören, vielleicht noch Eltern haben, wo es so was gehen könnte oder wenn ihr schon in der Phase seid, kümmert euch jetzt darum, wenn alle noch leben und erklärt das dann, bevor eine Person oder mehrere unter der Erde liegen. dann ist der Mediator, nämlich die Eltern, erstmal weg.
speaker-0: Genau, guter Punkt. Wir haben jetzt gerade darüber gesprochen, emotional, wirtschaftlich, Risiken, Vorteile und das Ganze. Es gibt für alles eine Lösung. Das ja das Schöne. Aber dafür muss man sich eben damit beschäftigen und ganz wichtig, alleine rumgrübeln, sondern im Familienverbund nachzuhören. Hat jemand Interesse an der Wohnung? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Es ist eine gestalterische Arbeit, die wir dann auch übernehmen. wie immer im Leben, Menschen, reden, denen kann geholfen werden. Also man kann Lösungen gemeinsam erarbeiten innerhalb der Familie, dass bestimmte emotionale Komponenten auf Nummer sichergestellt werden. Also dass die Immobilie nicht irgendeinem Hai vorgeworfen wird, der das dann so bewirtschaftet, wie man es gar nicht haben möchte. Die Kinder sagen alle super lieb, danke, möchten wir nicht. Wir wollen diese Immobilie einfach nicht haben, egal wo sie auch ist, weil wir wohnen da nicht mehr, wir haben da keinen Bezug mehr zu. Ärgerlich ist wirklich ärgerlich für die, ist halt, wenn man vor veränderte Tatsachen gestellt wird und im schlimmsten Fall das Finanzamt sagt, super, wir hätten gerne eine Erbschaftsscheuer, weil die ganzen Werte sind so viel wert, das geht über den Freibetrag.
speaker-1: Und der Punkt ist ja nicht nur bei eingewohnten Immobilien, auch wenn man Immobilien so vererbt bekommt oder noch im Niesbrauch sind, auch da drüber zu sprechen. Als Kind zum Beispiel, wo ich schon im Niesbrauch bin, also quasi das Eigentum schon habe, aber die wirtschaftliche Nutzung noch meinen Eltern zum Beispiel gehört, ja das meint Niesbrauch mal so ganz kurz, habe ich heute auch wieder den Fall gehabt, wo eine Person dann schon eine siebenstellige Immobile übertragen bekommen hat. Dann das Elternteil meinte, nee, wenn ich du wäre, würde ich es wahrscheinlich sofort verkaufen, wenn wir vom Niesbrauch zurücktreten würden. Die Person war überrascht und damit hätte ich nicht gerechnet. Im Gegenteil, die dachte, ich muss das Ding ewig halten. Auch das ist wichtig in solchen Konstellationen. Im besten Fall, wenn man es bekommt, noch im Erlebensfall der ErblasserInnen oder SchenkerInnen, sich zu überlegen, was verbindest du damit? Hättest du gerne, dass ich es halte? Hättest du was dagegen, wenn ich es verkaufen würde? Was sind die Projektionen, die ich darauf habe? Manche behalten das auch, weil das ein Familienanwesen ist. Da stecken viele Erinnerungen dran. Man will, dass die nächsten Generationen da drin groß werden oder das erleben können. Oder andere sagen, nee, mir geht es gar nicht die Immobilie an sich, sondern das ist für mich, für die nächste Generation, auch für deine Kinder, dass die eine gute Schulbildung bekommen. dass die gut leben können und in welcher Form, ob das im Backstein ist, auf dem Depot, sag jetzt mal übertrieben in Krypto oder Gold, ist mir eigentlich egal, stell nur sicher, dass es dir und der nächsten Generation für die und die Dinge, die ich mir wünschen würde, dich zur Verfügung stehen. Ich glaube, dass darüber, sich Gedanken zu machen, die Projektion, die man darauf hat, die Gedanken, die Identität, Geld, Immobilien ist da recht ähnlich, dass man das Gedanken, dass man sich darüber Gedanken macht und dann vielleicht auch den erst mal haptischen, emotionslosen und projektslosen Gegenstand tauscht von Backstein zu Depot und online Login. Das ist erst mal total offen, aber man muss sich dem halt bewusst sein. Und da können Zahlen helfen, aber eben auch das reine Wissen, dass so etwas daran haften kann. Und dem sollte man am besten mit Unterstützung von Tobias oder von uns sich bewusst stellen, damit man eine viel wohlfühlendere und klarere Entscheidungen treffen.
speaker-0: Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich genauso. Wir haben also von dir, Tobias, und auch mit euch beiden im Gespräch heute gelernt, dass die Wohnsituation ein zentraler Bestandteil ist der Ruhestandsplanung, der kompletten Finanzplanung unseres Lebens. Ab 55 sollten wir das spätestens angehen, gerne natürlich auch früher. Und spannend ist schon die Frage auch, was braucht so mein zukünftiges Ich? Also ist es noch dasselbe? Wie heute oder wie sieht mein Leben aus, ich 75 bin, 85, vielleicht sogar 95 werde. Das sind Fragen, die wir uns stellen können. Danke Tobias, dass du bei unserem Podcast warst. Danke Ingo und auch für dieses Zweier-Experten-Besprech.
speaker-1: Danke dir Lena, bis dann!