Der Finanzpodcast für Anfänger
Speaker 1: Willkommen bei How I Met My Money. Ich bin Lena, freie Journalistin und Interviewerin. Und ich bin Ingo, Honorarberater, Finanzcoach und ein kleines Kapitalistenschweinchen. In diesem Podcast geht es nicht nur ums Geld, sondern auch darum, was Geld mit dir macht. Mit dem Gefühl, nie genug zu haben. Mit Streit in Beziehungen. Mit Freiheit. Mit Sicherheit. Und manchmal auch mit Scham. Wir sprechen mit Experten aus Wissenschaft und Praxis und stellen die Fragen, die du dir vielleicht so noch nie gestellt hast. Warum gehe ich mit Geld so ⁓ wie ich es eben tue? Was habe ich über Geld in der Kindheit gelernt? Und stimmt das eigentlich alles noch? Hier bekommst du wirkliche Aha-Momente, echte Geschichten, praktische Tipps und Hacks und den Raum tiefer zu gehen. Denn wer sein Geld versteht, der lernt auch. sich selbst besser kennen. HoweBitma Money wird produziert und vermarktet von Maywerk Finanzpartner und der OFA Online Finanzakademie. jetzt viel Spaß mit dieser Folge. Kaum ein Finanzprodukt hat unser Investieren so verändert wie ETFs. Doch gerade kommt so ein bisschen Skepsis auf. Fragen wie sind ETFs eigentlich noch gut? Ja, stürmen die Schlagzeilen und viele sind verunsichert. Das trifft auch auf so eine Anlegergeneration, die seit 2020 zum ersten Mal Schwankungen erlebt hat, nachdem es jahrelang ziemlich gut aussah und nach oben ging. Ja, und gleichzeitig haben wir ein Marktumfeld, das Unsicherheit erzeugt. Tech-Krisen dominieren die Indizes wie nie. Also haben eine Ballung. Zinsen sind zurück, Tagesgeld wird attraktiv. Wir haben PolitikerInnen, die durchaus für Furore sorgen in vielerlei Dingen. und in Zeitungen und auch sozialen Medien. Da wird ja häufig über Klumpenrisiken, Blasen, Verzerrungen und sind ETFs überhaupt noch das Richtige? Und gerade der MSC World. Da fragen sich eben ganz viele Sparerinnen da draußen, ist der ETF-Sparplan oder das ETF-Anlegen eigentlich noch so robust, wie ich dachte? Genau, darüber sprechen wir mit dem ETF-Experten schlechthin. Er beschäftigt sich seit Jahrzehnten nüchtern und wissenschaftlich aber auch unglaublich interessiert mit der ETF-Welt. Gerd Kommmer. Hallo Gerd, schön, dass du bei uns im Podcast bist.
Speaker 2: Grüß dich, Grüß dich, Ingo! Freut mich sehr, heute hier Gast sein zu dürfen.
Speaker 1: Ja, schön, dass du da bist. So, Medientiteln. Wir haben es gerade schon bisschen angeteasert. Der MSCI World Sparer, der ist in Gefahr. Es gibt gefährliche ETF-Trends. Woher kommt gerade diese Skepsis und wie ordnest du sie ein, Gerd?
Speaker 2: Also Skepsis gibt es eigentlich immer. Das fühlt sich natürlich in Echtzeit, also jetzt, irgendwo als was Besonderes, Neues an. wenn wir die Zeitmaschine hätten, die echte Zeitmaschine und uns zum Beispiel zwölf Monate oder fünf Jahre oder 20 Jahre zurückversetzen könnten in der Zeit, dann würden wir in einem Zeitfenster ankommen, in dem auch alle, alle in Anführungszeichen, fast alle sagen würden, gerade eben sieht es wieder mal kritisch aus und haben die Einschläge kommen immer näher und dieses und jenes Sorge und so weiter. Also das ist mal so ein ganz kleines bisschen vorausgeschickt. Dann kommt hinzu, dass in Deutschland natürlich aufgrund der, ich betone jetzt realwirtschaftlichen Situation, die Wirtschaft, die Volkswirtschaft in diesem Land Da ist die Stimmung natürlich sehr schlecht und in einer gewissen Weise zu Recht schlecht. Wir haben seit fünf Jahren keinen Wirtschaftswachstum saldiert. Es gibt eine Krise des Rentenversicherungssystems und Streit in der Regierungskoalition. Es gibt den Russland-Ukraine-Krieg und viele andere Probleme, die uns und international natürlich irgendwo Sorgen bereiten. Vor diesem Hintergrundrauschen ist es natürlich nicht so erstaunlich, dass Leute sehr besorgt sind. Aber ihr habt ja auch einige ganz spezifische Kapitalmarktthemen genannt, ETF-Themen genannt, Klumpenrisiken, Zinsen etc. Die sind dann schon speziell. Wir hatten Anfang dieses Jahres, 2025 im März, April, Mai, so einen kleinen Mini-Crash, US-Tech-Aktien-Crash. Das hatte damals mit der Ankündigung von Zöllen durch die Trump-Administration in USA zu tun. Wie wir wissen sind, diese Zölle dann in der Form, wie sie ursprünglich angekündigt wurden, gekommen. Also in die Zukunft verschoben worden oder niedriger eingeführt worden als ursprünglich angekündigt usw. Und zwischenzeitlich haben sich die Märkte, also diese Segmente US-Aktien und Tech-Aktien wieder weitgehend erholt. werden, wenn jetzt nicht im Dezember noch das große Desaster kommt, Jahresende irgendwie so ein halbwegs passables Aktienjahr haben. Nicht annähernd so gut wie 2024 und 2023, aber irgendwo wird es auch 5, 6, Prozent plus für den globalen Aktienmarkt in Euro gerechnet geben, wahrscheinlich jedenfalls auf der Basis der jetzigen Daten. Ja, Ingo, du hast es schon gesagt, es gibt wieder Zinsen. ist ja eigentlich im Grunde genommen eine gute Sache. Wir kriegen für Geldmarktzinsen, Tagesgeld, Geldmarktfonds, leicht positive Realzinsen. Also Zinsen, die minimal über der Inflation liegen oder ⁓ etwa die Höhe der Inflation haben. Das ist eigentlich der Normalfall, den wir in den letzten 100 Jahren so im Durchschnitt hatten. Und natürlich ist es so, dass Tech Aktien und das ist eigentlich jetzt glaube ich wirklich der Punkt über den wir vielleicht am meisten sprechen können. Tech Aktien also die NVIDIAs dieser Welt, die Googles, die Meta schrägschräg Facebooks dieser Welt und viele andere Tech Aktien sehr sehr hoch bewertet sind.
Speaker 1: Ja, können wir vielleicht noch mal, bevor wir da näher drauf eingehen, Gerd, eine Sache würde mich noch interessieren. Also klar, Zinsen sind niedrig. Kann man, ich, auch negativ sehen, weil es wieder andere Alternativen gibt. Teilweise war es ja so alternativlos in Zeiten von Niedrigzinsen. Da musste man sich quasi mit ETFs beschäftigen. Bevor wir auf das Thema Tech kommen, wie nimmst du das für dich wahr, dass jetzt teilweise natürlich auch so bisschen Anzeigen finanziert und wahrscheinlich geben das Leute auch einen Auftrag? Aber das selbst größere, etabliertere Medien. Ich nehme das immer wahr. Ich bin ja dieser Algorithmus-Bubble von sozialen Medien drin, wo ich dann auch von der Wirtschaftswoche, von der FATS und allem Drum und Dran, also jetzt nicht irgendein Wald- und Wiesenblatt oder irgendein aktiver Form-Agentur, der sicherlich Interesse daran hat, einen Amnesty World doof zu reden, wo wirklich drinsteht, den Amnesty World sollte man vermeiden. Das ist eigentlich nicht mehr das Richtige. Und viele sich natürlich denken, ja, den habe ich ja aber. Wie beobachtest du das? Was hältst du davon? Und was ist wirklich dran aus deiner?
Speaker 2: Ja, da ist durchaus was dran. Also ich sage eigentlich, wenn ich das deutlich betonen darf, seit Jahren, 70 % US-Aktien und wir haben jetzt um die 70 % US-Aktien im MSCI World und 30 % Tech-Sektor oder so was in der Größenordnung, dass das zu große Klumpenrisiken sind bei den Sektoren. Fußnote. MSCI teilt sozusagen die gesamte Wirtschaft in zwölf Sektoren auf und wenn die jetzt alle gleichgewichtet wären, dann wären wir irgendwo so bei 7-8 Prozent pro Sektor und wenn einer Tech näher 30 Prozent hat, dann müssten ja die anderen entsprechend weniger haben. Also das ist schon ein Ungleichgewicht, das historisch auch nicht so da war. Also es ist nicht so, dass wir schon immer so hochgewichteten, weil nämlich sehr hoch bewerteten Tech-Sektor haben. Also ich sehe da in der Tat Probleme und ich rate seit vielen Jahren, aber im Moment ist diese Empfehlung natürlich besonders aktuell, solche Klumpen und Konzentration, nämlich ein Land 70 Prozent und viele haben ja einen zum Beispiel MSCI World ATF und dann kaufen sie vielleicht noch eine Apple Aktie dazu oder eine Nvidia Aktie und dann sind wir ruckzuck bei 80, 90 Prozent US-Markt. Ja genau, ja. Und das alles natürlich, da kommen wir dann vielleicht später noch drauf auf der Basis von historischen Renditen aus der jüngeren Vergangenheit, die natürlich für diese Segmente, Tech und US-Markt sprechen. Und dann ruckzuck haben wir ein extrem unausgewogenes Portfolio und
Speaker 1: einfach, weil es ja so gut läuft.
Speaker 2: Wenn ich die Kapitalmarktgeschichte in letzten 100 Jahren betrachte, dann kann so etwas ganz böse schiefgehen. Muss nicht, aber kann. Und wenn mein Ziel mit meinen Anlagen ist, meine Altersvorsorge zu sichern und nicht jetzt irgendwo zu zocken und wetten einzugehen, bei denen ich auch im Grunde genommen bereit bin, viel oder alles zu verlieren, wenn ich falsch liege mit meiner Wette, wenn mein Ziel Altersvorsorge ist für mich und meine Familie, vielleicht Kinder. dann sind solche extremen Wetten gefährlich. Wenn ich ins Casino gehe und alles auf eine Zahl setze, ich glaube, ich brauche nicht weiter zu erzählen, da habe ich natürlich eine extreme Upslide, 34 oder 35 Mal meinen Einsatzgewinn. Wenn ich aber nur eine Farbe setze, dann habe ich eine 50 %ige Gewinnchance oder gleich geringer beim Roulette. und werde aber natürlich, wenn ich gewinne, nicht so viel gewinnen. Und wir müssen halt mit unseren Anlagen, sofern wir Altersvorsorge damit betreiben, uns so aufstellen mit unserer Anlagestrategie, dass sie auch in verschiedenen Szenarien funktioniert. Also zum Beispiel in einem Szenario, dem die USA nicht nochmal 15 Jahre alles outperformt und Tech nicht nochmal 15 Jahre alles outperformt, denn Ich kann nur sagen, Tech-Aktien, und dann höre ich auf mit meinem langen Monolog, Tech-Aktien, das ist mir jetzt wichtig zu betonen, haben langfristig keine höheren Renditen als der Gesamtmarkt. wir, gebe nur ein Beispiel, Anfang der 80er Jahre, 1980er Jahre wurde das Internet erfunden. Es gibt viele Menschen, behaupten, das hätte alles geändert. Und deswegen wären, was jetzt Tech-Aktien anbelangt, die Jahrzehnte vor 1980 nicht für die heutige Zeit relevant. ich glaube das zwar nicht, aber um dieses Argument zu adressieren, schaue ich mir jetzt sowieso nur Daten an ab 1980. Und wenn wir von 1980 bis heute rechnen, also 2025 etwa, Ende 2025, dann haben wir hier 45, 46 Jahre. Und in diesen 45, 46 Jahren war Tech nicht. Kunstpause der rentabeste Sektor, sondern Health Care. Surprise, surprise, Health Care. wenn ich jetzt risikogewichtete Renditen berechne oder evaluiere, nicht einfach nur absolute Renditen, sondern wenn ich Rendite und Risiko zueinander ins Verhältnis setze, was ja eigentlich ein rationaler Anleger tun sollte, also absolute Rendite ist ja nicht alles. Wenn die mit fünf mal so viel Risiko einhergeht, aber nur doppelt so hoch ist, ist das vielleicht ein schlechter Deal. Und wenn ich die risikogewichtete Rendite betrachte, das kann man zum Beispiel in Gestalt der sogenannten Sharpe Ratio, ist jetzt egal, brauchen wir gar nicht im Einzelnen zu verstehen, aber man kann das machen, dann ist Tech sogar ein besonders schlechter Sektor von den zwölf. Weil die Renditen von Tech sind ungefähr gro... grosso modo je nachdem welchen Zeitraum ich betrachte, aber wenn ich sehr lange Zeiträume betrachte, zum Beispiel diese 45 Jahre etwa die gleichen wie die vom Gesamtmarkt, aber sie gehen mit sehr viel mehr Volatilität, mit sehr viel mehr Schwankungsintensität einher und das
Speaker 1: Das kann man im Autobusy ganz schön sehen. Wenn du 10 km mal schneller fahren willst, brauchst du, musst du deutlich mehr Risiko eingehen. Vielleicht um die Kurve noch mal schneller gehen, um so einen Ticken. Und du musst immer mehr quasi, also mehr beim Autofahren, zum Beispiel ist das vielleicht für manche anfassbarer, mehr Risiko eingehen, damit du aber viel, viel weniger noch schneller wirst. Und das ist, ich, das, du meinst. Und ob das noch im Verhältnis steht, ob man sagt, ob ich jetzt 280 oder 260 fahre, aber mit 260 deutlich entspannter bin, so nach dem Motto. vielleicht nicht schon blinkt und Reifen sind eigentlich nicht dafür gemacht. Nach dem Motto Risikoprofil? Fragezeichen? Ich glaube, das dürfen Sie sich immer fragen.
Speaker 2: Man sollte eben so investieren, man für verschiedene Szenarien, also zum Beispiel eine Wende im Tech-Sektor aufgrund der hohen Bewertungen, KI wird nicht sozusagen die unendliche Glückseligkeit auf der Welt produzieren. Für so ein Szenario sollte man eben auch gerüstet sein. Da ist dann die Frage, ob ich 80 Prozent US-Aktien und je nach Einzelfall 50, 60, 70 Prozent Tech-Aktien im Portfolio haben möchte. Das sollte sich jeder sehr genau überlegen.
Speaker 1: Ich frage mich jetzt schon, wie sieht denn diese ideale, aktuelle Strategie aus? Würdest du jetzt empfehlen, mehr auf Europa zu schauen, auf einen anderen Sektor? wenn jetzt die Zuhörerinnen und Zuhörer sagen, ich habe aber diesen MSC-A-World und ich habe da meine Strategie, fahre ich seit Jahren, was ändere ich denn jetzt, Gerd? Sag's mir, damit das Herz nicht so schnell rasen
Speaker 2: Also das Schöne an ETFs ist, dass diese Probleme, die wir jetzt gerade skizziert haben oder potenziellen Probleme, die sind leicht zu lösen. gerade mit ETFs. Wer jetzt zum Beispiel vor fünf Jahren, und ich gratuliere jedem, der in diese Kategorie reinfällt, mit einem MSCI World ETF als alleinigem Investment gestartet ist und in diesen letzten fünf Jahren Per Saldo dann sehr gut verdient hat, könnte jetzt einfach zum Beispiel ein MSCI Europe ETF und Fußnote, es muss nicht immer MSCI dabei draufstehen. Es gibt auch noch andere Welt- Europa-Indizes und ETFs, die nicht MSCI heißen, aber genauso gut sind. wir benutzen jetzt MSCI nur, es halt die bekannteste Marke ist. Also einfach einen, den Das Depot, das vorwiegend aus einem MSCI World ETF besteht, ergänzen, nicht verkaufen, ergänzen durch den Zukauf von weiteren ETF oder vielleicht auch Umschichtung. Da muss man dann alte Anteile auch eventuell verkaufen und Gewinne realisieren. Aber das ist, Gott im Himmel, das ist auch keine Katastrophe. Im Gegenteil, das ist ein Luxusproblem, Gewinne realisieren. dann eben das Gewicht Also durch Mischung mit einem MSCI Europe oder MSCI Asia Pacific, sind Australien, Japan, Singapur, Hongkong, Länder, oder einem MSCI Emerging Market ETF eben den Tech Sektor, der ja bekanntlich in den USA sehr einen hohen Anteil hat, runterfahren, runtergewichten. verwässern, wenn man so will. Und ruckzuck haben wir eine Lösung, ein ausgewogeneres Portfolio. Ich sage ja nicht, das USA und Tech raus soll komplett, es soll nur nicht diese extremen Klumpen und Konzentrationen bilden.
Speaker 1: Jetzt haben wir ja so bisschen darüber gesprochen, wie man es besser machen kann im MSCI World. Ich habe manchmal das Gefühl, dass aber mit so MSCI World und dem Auffänger, dass da so ein Klumpenrisiko drin ist, ETFs pauschal in Sippenhaftung genommen werden. Und so pauschal mittlerweile daran gezweifelt wird, ist ETFs eigentlich noch so das Richtige. Da kommt immer mehr Geld rein. Ja, wenn das alle so machen, dann kann das doch gar nicht mehr funktionieren. Da habe ich auch das Gefühl, dass das immer mehr wird. Natürlich haben wir auf der einen Seite die Industrie, die aktive Industrie, die Milliarden von Dollar und Euro in Werbung steckt, ist natürlich irgendwo beeinflusst. Aber ist da für dich irgendwas dran? Also gehen ETF aus der Mode und brauchst du was Neues?
Speaker 2: Also nein, ich lehne mich jetzt aus dem Vents und sage das auch ziemlich kategorisch. Da ist faktisch gesehen nichts dran. Also du hast schon angedeutet, Ingo, warum und aus welcher Ecke die ETF-Kritik kommt, da zum Beispiel ETF-Blase und das Ganze ist überreizt und so weiter. Ich gehe da gleich noch auf ein paar sozusagen Faktenargumente ein, aber Insgesamt ist das natürlich getrieben von einer Finanzbranche, die an ETFs im Vergleich zu den Alternativen, nämlich aktiv gemanagte Fonds, aktiv gemanagte Vermögensverwaltung, bei ETFs viel weniger verdient, also oder umgekehrt bei anderen Alternativen viel, viel mehr verdient, bis zu zehnmal mehr pro investiertem Euro. Und dann ist es, sagen wir mal, klar, dass aus dieser Ecke heraus sehr gerne und sehr häufig ETF-Bashing betrieben wird. Aber zum Thema gibt es eine ETF-Blase. Jetzt müsst ihr mir gestatten, so ein, zwei Minuten auszuholen. Dann machen wir geht los. Ein bisschen theoretisch werden, weil ein ETF ist ja ein Finanzprodukt, also mit anderen Worten eine Verpackung. Wie zum Beispiel ein Schuhkarton, die Verpackung ist für ein paar Schuhe. Einzelhändler gehe zum Schuhgeschäft oder sonst wo hin, dann gehe ich dahin, weil ich Schuhe kaufen möchte.
Speaker 1: Oder die Haribo-Tüte, die haben wir immer ganz gerne genommen.
Speaker 2: Ja, die Haribo Tüte ist auch ein super schönes Beispiel. Ich gehe da in den Laden rein, um Haribos zu bekommen, die Süßigkeiten, dass das in der Realität immer so geschieht, dass diese Süßigkeiten in einer Verpackung drin sind, in einer Tüte. ist klar, daran denke ich aber jetzt gar nicht groß, weil es mir nicht wichtig ist und die Tüte ist in jeder Hinsicht sekundär, marginal, also vom Gesamtpreis des Paar Schuhe oder der 200 Gramm Haribo. Goldbeeren oder California oder wie auch immer die Dinger heißen macht die Tüte wahrscheinlich nur ganz, ganz kleinen Prozentsatz aus einem Prozent oder weniger und sie verändert auch den Geschmack nicht, das soll sie auch nicht Gottes Willen und bei den Schuhen soll sie jetzt nicht die Schuhe schlechter machen oder so. Also die Hülle ist wirklich nur ein notwendiger Nebenaspekt, aber nicht die Sache selbst. Und wenn wir über Blase sprechen, also überbewertete, hochbewertete, zu teure Anlagen, in dem Fall Aktien. Es könnten auch theoretisch natürlich Anleihen drin sein, aber wir reden jetzt heute mal primär von Aktien, können auch Rohstoffe drin sein, könnten Edelmetalle drin sein, könnten Krypto-Anlagen drin sein. Das gibt es alles in ETF-Form, aber wir reden jetzt erstmal von Aktien. Wenn wir da von einer Blase sprechen, dann beziehen wir uns notwendigerweise, und da gibt es keine Ausnahme, auf den Inhalt und nicht auf die Verpackung. Deswegen ist das Wort von ETF-Blase eigentlich ein unsinniges Wort. Du sagst ja auch nicht, die Schuhe sind sehr teuer und Haribo hat jetzt 20 Prozent aufgeschlagen. Das wird mir allmählich zu teuer. Das hat ja mit der Verpackung nichts zu tun. Hohe Bewertung bezieht sich also auf Aktien und das führt uns auch zu dem weiteren Aspekt. Sind ETFs Schuld daran, dass Tech-Aktien wie NVIDIA oder Google, Schrägstich Alphabet, saumäßig teuer sind, auf gut Deutsch gesagt, extrem hoch bewertet sind, mit anderen Worten, ich zahle für einen Dollar Gewinn unglaublich viel im Moment, historisch unglaublich viel. So wie es auch häufig der Fall war, kurz davor, dass eine Blase platzte, Ende 1999, als die Internetblase platzte. Dann gingen solche Tech-Aktien um 70, 80 Prozent runter innerhalb von zwei, drei Jahren. Und auch 2007, 2008, als die große Finanzkrise war, da war der Crash breiter, sozusagen traf mehr Branchen, nicht nur Tech-Aktien. Diese hohen Bewertungen gingen damals einher mit anschließenden Crashes. das bezog sich eben sozusagen, also die Aktien, die nicht in einem ETF steckten. im Jahr 2000 oder im Jahr 2008, die gingen natürlich genauso runter. Also der ETF ist nur der Nebenaspekt, eine ETF-Blase. Die Rede von einer ETF-Blase ist eigentlich unsinnig, weil wir reden da von der Verpackung statt von dem Inhalt. ETF-Anleger haben diese Blase auch nicht geschaffen, wir alle, die wir, also das sind zu 90 % plus aktive Anleger, also Stockpicker und Leute, die sagen, Ja, ich benutze zwei ETFs zum Investieren, aber das müssen Tech-ETFs sein, zum Beispiel Nasdaq 100 ETFs oder reine Tech-ETFs. Diejenigen, das tun, die also 30 Prozent ihres Portfolios in fünf Tech-Aktien investieren oder die Tech-ETFs kaufen, das sind diejenigen, die diese Kurse von Tech-Aktien in den letzten zehn Jahren immer weiter nach oben getrieben haben, auf der Basis natürlich von KI, Artificial Intelligence. Das ist irgendwo sozusagen die Neuerfindung des Rades. Also es gab in den letzten 3000 Jahren keine einzige Erfindung, die genauso wichtig war, vielleicht das Rad und die Zähmung des Feuers. Es ist alles ziemlicher Unsinn, aber das ist eigentlich der Grund, also wir mit unserem Investmentverhalten und die wirklich passiven Anleger. Und wir können jetzt gerne noch übersprechen, was heißt eigentlich Passive Anleger sein? Weil da auch sehr viel Manipulation und Irreführung betrieben wird. Manche unabsichtlich, manche absichtlich.
Speaker 1: Was meinen Sie damit? Da möchte ich jetzt gerne drauf eingehen.
Speaker 2: Also ETF-Anlegen wird eigentlich ständig mit passiven Anlegen gleichgesetzt. Und das ist einfach Unsinn. Also das war vor zehn Jahren Unsinn und wird jeden Tag noch unsinniger. Warum wird es jeden Tag noch unsinniger? Weil wir in den letzten Jahren zunehmend immer mehr ETF-Formen gesehen haben, die auf den Markt kommen, nämlich sogenannte aktiv gemanagte ETFs, die gar nichts mit passiv investieren zu tun haben. Also zum Beispiel Das aktive ETFs wie die von der berühmten Tech Investorin Cathie Wood. Das sind Stockpicker ETFs. Das ist ein ganz normaler aktiv gemanagter Fonds, aber lustigerweise in ETF Form aufgelegt wurde. Die Frau wählt Tech Aktien aus, von denen sie der Meinung ist, Palantir oder Tesla, dass die besonders gut seien. Also ist ETF. Und dann gibt es aktive ETFs, ein bisschen stärker regelbasiert sind, aber auch nicht irgendwie einen breiten Aktienindex abbilden. Dann gibt es Themen-ETFs. Cannabis-ETFs, was hat das mit passiven Investieren zu tun? Oder E-Mobility. Da wären die zehn größten Hersteller von elektrisch getriebenen Autos hergenommen. Das hat mit passiven Investieren nicht zu tun. Lena, wenn du jetzt zum Beispiel sagst, ich benutze zwar einen MSCI World ETF, aber alle vier Monate überlege ich mir, ist der MSCI World jetzt noch der richtige oder soll ich lieber in den Nasdaq 100 gehen oder den MSCI Emerging Markets oder den DAX ETF und du gehst ständig zwischen diesen relativ breiten sogenannten passiven ETFs hin und her, dann bist du eine aktive Anlegerin. Du bist keine passive Anlegerin, du machst Market Timing mit ETFs. Nein?
Speaker 1: Das heißt nur, ich mir Strategie überlege und die auch fahre, das heißt langfristig einfach die Füße still halte, dann kann ich schon sagen, dass ich eine passive
Speaker 2: Zwei Kriterien müssen erfüllt sein. Erstens mal musst du breit diversifiziert investieren. Also ein Themen-ETF auf Cybersecurity-Aktien ist nicht breit investieren.
Speaker 1: Ich möchte noch mehr von diesen Themen hören. haben jetzt eben Cannabis schon gehört. Was ist das witzigste Thema, was dir noch begegnet ist, Gerd? Oder auch dir, Ingo?
Speaker 2: Silver Economy, sind Unternehmen, da wird in Unternehmen investiert, die Dienstleistung für alte Menschen, also silbergrauhaarig anbieten. Cannabis E-Mobility, Wasserstoff bezogene Unternehmen, Cyber Security. Also es gibt mindestens 30 Themen, wenn du auf irgendeine ETF Website gehst, dann kannst du die lustigsten Geschichten und wenn du wieder in der Zeitmaschine fünf Jahre zurückgehen würdest und dann... Themen ETFs, ihr angeschaut hättet, dann du komplett andere Themen gefunden.
Speaker 1: wie Eis oder auch Süßigkeiten? Das gibt es tatsächlich nicht. es gibt schon an der Stelle Ich gucke gerade mal bei Just ATF.
Speaker 2: Vor ein paar Jahren gab es GSM, also Funktelefonie. müsst ihr vorher überlegen. Das ist heute natürlich so ausgelutscht wie noch. Weil gibt es natürlich nicht mehr als Thema. Weil bei diesen Themen, ETFs, kommen und gehen.
Speaker 1: Da bitte die Finger von lassen. Ist das der Ratschlag? Finger von lassen. Können wir zum Amusement uns anschauen?
Speaker 2: Genau, ist Zockerei, ist Selbstüberschätzung und Zockerei und so weiter.
Speaker 1: habe eine Über-Schätzung, weil man glaubt, man Beispiel jetzt denkt, der Cannabis-Markt geht durch die Decke, dann misstehe ich jetzt rein und ich weiß es besser als die anderen oder?
Speaker 2: In dem Sinne, genau, dass du glaubst, bist, also sowas funktioniert ja nur, es relativ wenige Leute gibt, die das sehen als Chance. Jetzt sehen wir mal das lustige Beispiel mit Cannabis-bezogenen Firmen. du bist einer der ersten, Lena ist eine der ersten, die das merkt, dass jetzt geht Cannabis ab. Jeder, der Cannabis-Produkte herstellt oder sowas.
Speaker 1: Ja, auch in New York. als ich hingezogen bin, ein bisschen überrascht.
Speaker 2: Ja, also wir reden jetzt nicht den Produkten persönlich nutzen, sondern es geht die Bewertung der Firmen. Und du bist einer der ersten, die das schnallen und steigst dann ein mit großem Geld und dann dauert es ein Jahr, zwei Jahre bis der Rest des Planeten das bemerkt. Alle sind viel, viel langsamer und dümmer als Lena.
Speaker 1: Das ist aber ein Ordensgeld.
Speaker 2: Die brauchen zwölf Monate oder 24 Monate länger, bis sie es geschneit haben. Und dann geht der Kurs hoch. Und Lena hat natürlich vor zwei Jahren eingekauft, hat jetzt 200 Prozent Gewinn. Und Lena merkt auch wieder als erste, als erste vor 99,999 Prozent der restlichen Weltanleger Community, dass jetzt der Trend ausgelutscht ist. Und jetzt ist es wieder Zeit auszusteigen aus Cannabis ETFs. Wie realistisch ist das?
Speaker 1: Ingo, ist das nicht, dass du es manchmal vielleicht denkst? ich frage mich, ist das nicht etwas, was man zwischendurch schon so, da juckt es an den Fingern, ich könnte es jetzt doch wissen, ich verstehe gern, was du sagst und dass man da selbstkritisch sich anschauen sollte, aber passiert das nicht doch manchmal auf der Spielwiese?
Speaker 2: Natürlich, investieren ja 95 % aller Menschen, nicht so extrem und ins Absurde und Lustige gezogen, wie ich es jetzt dargestellt habe, aber dass sie glauben, wüssten irgendetwas, was der Markt noch nicht schon genau... Du musst dir vorstellen, warum ⁓ Himmels willen, Lena, jetzt sind wir so bei der Diskussion, warum Aktienmärkte informationseffizient sind bei der sogenannten Effizienzmarkthypothese. Alles, alle öffentlichen Informationen, die du haben kannst, du machst jetzt eine Marktanalyse über das Potential von Cannabis, jetzt bleiben wir bei diesem schrägen Beispiel. Ja, weltweit gibt es so und so viele Menschen, die potenziell, die noch nie Cannabis benutzt haben und das vielleicht tun würden oder in Erwägung ziehen würden. ⁓ Google irgendeine Marktstudio oder Chat-GPT gefunden und jetzt glaubst du, weil du das gelesen hast und da steht irgendwas drin, es gibt acht Milliarden Menschen und 1,5 Milliarden würden Cannabis ausprobieren, aber tatsächlich haben es erst 200 Millionen gemacht, glaubst du allen Ernstes, also ich kann es nicht überdramatisch formulieren, dass du jetzt auf der Basis dieser Information, die du gerade gegoogelt hast, irgendeinen Vorteil hast, der nicht schon längst eingepreist ist. Das Ganze ist absurd.
Speaker 1: Ja, wir machen ja Homet Me Money jetzt schon seit fünf Jahren. Ich glaube ja an die Schwarmintelligenz von ETFs auch. Das heißt, bei mir, da musst du dir keine Sorgen machen. Aber du hast eben gesagt, die meisten investieren wirklich so. Und da noch mal ganz klar, besser nicht.
Speaker 2: Besser nicht, genau. Und es gibt viele Studien, massenhafte Studien, Lena, die genau das untersucht haben, worüber wir jetzt sprechen, worüber ich mich so emphatisch lustig mache. Die, die testen, die getestet haben, ob Themen ETFs funktionieren, ob Aktives investieren, also Stockpicking oder Market Timing, ob das funktioniert. Und wir haben solche, solche Forschung seit rund 60 Jahren. Das ist also nicht erst ein neues Phänomen. Themen ETAFs gibt es natürlich nicht seit 60 Jahren, aber aktives Investieren gibt es seit 60 Jahren oder Studien dazu, Research dazu. Und seit 60 Jahren kriegen wir von Nobelpreisträgern und von den führenden Finanzökonominnen der Welt, unabhängigen Finanzökonominnen der Welt immer mehr Forschung buchstäblich um die Ohren gehauen, die darauf hinausläuft, dass dieses aktive Investieren einfach saumäßig schlecht funktioniert. Und saumäßig schlecht funktioniert heißt, setzt Geld damit in den Sand. Also mit anderen Worten entweder produzierst du wirklich Verluste oder du verdienst weniger als jemand der so investiert wie ich, nämlich passiv breit gestreut auf Bein-Tult-Basis, also nicht rein und raus, sondern Bein-Tult-Basis langfristig orientiert zu niedrigen Kosten.
Speaker 1: Gerd, ich habe heute wieder zwei Werbungen gesehen online, die genau in diese Kerbe reinschlagen. Ich lese mal vor, ETFs und Buy and Hold lohnen sich nicht mehr. Punkt, Punkt, Punkt. Nächste Seite der Anzeige, wie du mit wenigen Stunden 20 Prozent plus X Rendite erzielst. Oder habe ich eine Einladung zum KI Trading Webinar bekommen, wie ich damit was rausholge? Ich nenne jetzt mal aus Wettbewerbsgründen keine Namen mehr an dieser Stelle. Aber dieser Trend zu ETFs sind langweilig, ausgelutscht. Ich erlebe das auch viel im Finfluencer-Bereich. Das macht jeder. Also brauche ich irgendeine neue Sau, die ich durch Dorf treiben kann. Also fange ich mit Einzelaktien, Krypto, Optionen und allem anderen an, was so in diese Richtung geht. Rechenzentren habe ich jetzt auch schon gesehen. Was hältst du davon? Gerade in Kombination vielleicht. denke, du hast auch viele von diesen Kundinnen, wir auch, die ... vielleicht auch nur noch 10, 15 Jahre bis zum Rentenbeginn haben und jetzt ganz oder als Spielwiese mit solchen Angeboten konfrontiert werden. Was wird zu solchen Leuten dazu sagen?
Speaker 2: Also ich würde sagen, die Beispiele, die du vorhin kurz vorgelesen hast, das ist also erstmal sehr, sehr verbreitet und prasselt auf uns rein wie das berühmte Trommelfeuer in Stalingrad oder sonst was. Also absolut nicht ungewöhnlich und jeder, irgendwo in den sozialen Medien unterwegs ist und selbst in traditionellen Medien wird damit konfrontiert werden. Das ist mal als Feststellung. Zweitens ist es Es ist Scamming. Also 20 % Rendite mit Trading und die geheimen KI Aktien finden und so weiter und dein Vermögen in 12 Monaten verdoppeln und so weiter. ist Scamming. Ich kann nur dringendst dazu raten, so was die Finger wegzulassen. Das kann ganz, ganz böse schiefgehen. Also dieses Geld kann buchstäblich zu 100 % oder zu 70 % plötzlich weg sein und dass man dagegen dann rechtlich vorgehen kann, das ist typischerweise nicht der Fall, weil entweder sind die Leute in Dubai und dann längst verschwunden oder man wird ihrer jedenfalls nicht habhaft und wenn das alles, wenn so was überhaupt möglich wäre, dann dann würde es nicht im Internet verbreitet werden, sondern die Leute, die 20, 30 Prozent oder Verdopplung in kurzer Zeit, die würden das mit ihrem eigenen Geld, mit dem Geld von Friends and Family und zwei, drei Geschäftspartnern machen, in null Komma nix multimillionäre Milliardäre werden buchstäblich und ihre Strategie natürlich geheim halten. Denn jede Strategie, also jede funktionierende Strategie, das sage ich jetzt klipp und klar. Jede funktionierende Strategie, wenn es die gäbe, die auf breiter Front angewendet wird, von jedem sozusagen angewendet wird, wird damit zerstört.
Speaker 1: Wenn ich so einen Geheimtipp habe und ich höre jemanden gerne und der so Upcoming, dann ist das irgendwann voll, Raum. Und dann es an der Börse auch.
Speaker 2: Also angenommen es gibt in Deutschland, wir haben 40 Millionen Wohneinheiten oder irgendwie sowas in der Größenordnung und 500.000 davon, also ein gutes Prozent, das sind wirklich so die Star-Immobilien, das muss man jetzt nicht optisch sehen, das könnten auch ganz harmlose Häuser sein, die Harry Potter-mäßig von denen klar ist, die werden in nächsten zehn Jahren ihren Wert verfünffachen. Das ist diese eine Prozent und die anderen 99 Prozent werden keinen Wertzuwachs erleben oder sogar Wertminderungen erleben und so weiter. Und dann gibt es halt im Durchschnitt die, ich weiß nicht, fast zwei Prozent Wertsteigerung im Jahr, es nominal in letzten 50 Jahren gegeben hat. Und angenommen Lena, Ingo und ich wüssten, also Gedankenexperiment, welche 500.000 Immobilien das sind in Deutschland. Dann würden wir... Also dann würden wir natürlich anfangen, möglichst viel von diesen 500.000 Immobilien jetzt zu kaufen. Und wir würden ein paar Leute suchen, Banken und ich weiß nicht wen, Kapitalgeber, Private Equity, die uns das Geld zur Verfügung stellen, das zu tun. Aber wir würden natürlich ein Teufel tun, das allen bekannt zu geben.
Speaker 1: Also wir würden keine Anzeige schalten, ne?
Speaker 2: Wir wollen möglichst alle ausschließen von dieser Chance, damit nur wir sie nutzen können. wenn alle, dann würden ja viele andere vor uns kaufen, wir würden zu spät kommen.
Speaker 1: Ich bin das geheime Trio. Dann reicht irgendwann. Aber finanzpsychologisch macht das natürlich Sinn, man gerne so dabei wäre bei uns drei, bei dem Geheimbund. Dass diese Anzeigen viele Menschen reizen, das kann man schon verstehen. Ingo, du hast mich da auf eine Frage gebracht mit diesem, da sind viele Leute, die haben jetzt schon lange die Füße stillgehalten, in ETFs investiert. Vielleicht die Rente so am Horizont, das heißt, eventuell möchte man irgendwann auch das Geld... haben, vielleicht können wir da noch mal genauer hinschauen und zwar in die Zukunft. Wie ist es denn, Gerd? Geht es so weiter? Ich halte die Füße still, die Haareboot-Tüte der Schuhkarton wird nicht angerührt, wenn meine Strategie breit und gut aufgestellt ist. Darüber haben wir am Anfang der Folge geredet. Oder wie sieht es aus in den nächsten 10 bis 20 Jahren? Wird es weiter so bleiben? Sollen wir einfach weiter so investiert bleiben oder gibt es da etwas? Ja, wo wir doch mal hinschauen sollen.
Speaker 2: Das lustig, wir haben gerade eben Anfang November einen Blogbeitrag publiziert, vielleicht der ein oder andere, der heute zuhört, zuschaut und die andere googeln kann, können Aktienmärkte ewig steigen. Das ist so bisschen die Frage, die wir haben. ja, letzten Endes, die Situation ist gar nicht so dramatisch, die wir gerade haben. Sie ist nur dramatisch bei Tech-Aktien. Also das kann ich immer nur wieder betonen. Ich weiß, jetzt kling ich so ein bisschen wie die Broken Record, der immer das Gleiche sagt. Also der globale Aktienmarkt, wenn man ihn wirklich mal richtig interpretiert und nicht den S &P 500 als den globalen Aktienmarkt sieht oder NASDAQ 100, sondern der globale Aktienmarkt, gehören Schwälenländer, dazu gehören alle 55 Staaten, die eine große Börse haben und nicht nur die 20 westlichen Industrieländer. Der globale Aktienmarkt ist im Großen und Ganzen normal bewertet. Also überhaupt nicht heiß gelaufen oder teuer. Deutsche Aktien sind heute November 2025 ganz normal bewertet. Also Kurs-Gewinn-Verhältnis, so eine berühmte Kennzahl für sozusagen das Preisniveau. Die Bewertung ist nahe am historischen Mittelwert, wenn überhaupt nur geringfügig drüber. Und Schwellenländer Aktien sind billig. Was teuer ist? Ich kann es nur noch mal sagen, sind US-Aktien als Teilsegment des globalen Aktienmarktes und Tech-Aktien, also in sektoraler Hinsicht. wenn ich jetzt ein Portfolio habe, in dem die USA nicht 80 % ist, in dem Tech-Aktien nicht 80 % ausmachen, sondern ein ausgewogenes globales Aktienportfolio, dann habe ich kein Problem und ich werde auch zumindest aus der Sicht der Wissenschaft und der Theorie in den nächsten zehn Jahren gute Renditen haben können. Wenn natürlich der dritte Weltkrieg ausbricht übermorgen oder die Sonne explodiert, dafür habe ich kein Rezept. aus der Sicht der strukturellen Informationen zum Aktienmarkt ist es so. Also es gibt nur ein sogenanntes heiß gelaufen Problem im globalen Tech Sektor. Und ganz speziell bei KI Aktien, KI nahen Aktien, aber Tech allgemein und regional gesehen US Aktien. US und Tech, das überlappt sich ja, weil praktisch alle großen Tech-Unternehmen, die allermeisten großen Tech-Unternehmen sind amerikanische Unternehmen. Und wenn ich dafür Sorge trage, dass in meinem höchstpersönlichen eigenen Portfolio diese beiden Segmente des globalen Aktienmarktes nicht sehr hochgewichtet sind, dann ist alles in Ordnung. Aber in den Medien kriegen wir natürlich eine andere Beschallung.
Speaker 1: Ich glaube, was ich immer wieder wahrnehme, aber da wird mich gleich deine Meinung interessieren, Gerd. Was sagt man jetzt den Leuten, trotzdem diesen Urge haben, diese Gier auch teilweise? Man versucht es also irgendwie auf Produktebene zu regeln, aber wissenschaftlich geht das eigentlich gar nicht. Gerade wenn man Leute, so machen wir das zum Beispiel, sagen wir mal, der Hebel liegt nicht in dem Produkt, sondern in der Planung. Weil viele dann gerade, wenn sie an die Rente denken, irgendwie denken, okay, ich habe jetzt einen großen Topf von 500.000, 1 Million und den schütte ich dann aus aufs Tagesgeld mit 67. Aber sich zu überlegen, vielleicht kann ich Geld auch erst in 20, 30 Jahren mir zur Verfügung stellen, noch für den Teil risikoreicher anlegen. Also das ist häufig unsere Wahrnehmung, dass man eher auf der planerischen Komponente, aber dementsprechend auch viel planbarer was rausholen kann, als Harakiri quasi versucht über Krypto irgendwelche Immo Deals, KI Rechenzentren oder Einzelaktientrading, da noch die extra Rendite rauszuholen, weil wir es ja vorhin im Beispiel auch hatten. Ich kann dann zwar vielleicht mal kurzfristig 280, 290 fahren, aber die Gefahr, dass ich aus der Kurve fliege, die ist dann auch deutlich höher. Wie ist das bei dir, Gerd? Ich denke, da werden ja ausserirdlich Leute bei dir aufschlagen, die sagen, ist so ETF das letzte Wort? der Stelle ist irgendwie bisschen langweilig, geht da nicht noch mehr. Wie bist du damit?
Speaker 2: ETF investieren zumindest so wie wir das empfehlen, breit gestreut auf beiden Tote Basis. ist unsexy, ist langweilig, selbstverständlich. Und Ingo, du hast es also sehr schön formuliert. Wir alle haben diesen Urge, FOMO, Twitch. Wir müssen die Nvidia Aktie, bevor sie explodiert, am Anfang finden die oder die Apple-Aktie 1980. Wir haben alle das Bedürfnis, ohne Arbeit und ohne lang warten zu müssen, schnell reich werden zu können. Wir müssen die Reichsten sein und es muss natürlich auch schnell gehen und es darf auch nicht mit Arbeit verknüpft sein. Risiko darf auch nicht damit verbunden sein. Und deswegen sind wir willige und leichte Opfer von solchen Illusionen, dass du... auf der Produktebene irgendwie so ein Ding gibt, das muss ich nur finden und dann zack habe ich in zwei Jahren mein Kapital verdoppelt und dann ist auch das ganze Thema Rente und so überhaupt gelöst. Und diesen Heiligen Grail gibt es halt leider nicht. Das können wir wirklich ad acta legen und wer das tut, eine neue Klarheit und ich persönlich finde eine neue Klarheit, einen neuen Seelenfrieden. Darüber nehme ich, was ist auf diesem schönen Planeten Erde in meinem schönen Leben möglich und was ist nicht möglich. Und wenn ich mir da wie die Stoiker keine Illusionen mehr mache, dann habe ich so viel gewonnen. Ich werde mir so viele Enttäuschungen, so viele Pannen ersparen und mich auf das konzentrieren können im Leben, was für mich wirklich entscheidend ist. Aber klar, ich muss auch die Hoffnung aufgeben, dass es ohne Risiko, ohne warten zu müssen, ohne Arbeit irgendwie so eine Harry Potter-mäßige Jackpot-Lösung gibt. Und die gibt es halt nicht. Und die Erlösung, wenn es eine gibt, die liegt halt auf der Basis von Rationalität, Planung, wie du auch gesagt hast, Ingo. Und zum Beispiel unser Humankapital, also praktisch Unsere Arbeitskraft, das klingt jetzt auch wieder very, very unsexy, das ist eigentlich das, was die Tachonadler am meisten bewegt. Wie viel Geld, wie lange arbeitest du in deinem Leben? Willst du mit 40 aufhören zu arbeiten, mit 50, mit 60, mit 70? Macht einen gigantischen Unterschied, einen viel größeren Unterschied, ob du jetzt MSCI World ETF rechtzeitig ausgewählt hast oder NESTEC 100 rechtzeitig ausgewählt hast oder nicht. Aber das ist halt unsexy. Ich habe gestern jemanden getroffen, einen Menschen, den ich mal vor 30 Jahren gut kannte und jetzt natürlich zufällig sind wir wieder zusammengekommen. Da ist es wirtschaftlich bei dieser Person auch nicht so wahnsinnig toll gelaufen aufgrund eben von verschiedenen Pechfällen und beruflich hat es nicht geklappt und so weiter mit einer freiberuflichen Tätigkeit und so. Und die Person glaubt immer noch, Weil ich halt vermeintlich da irgendwo was weiß. Jetzt muss ich irgendwo diese Aktie oder diesen ETF. Genau, den der Geheimklubs. Wie vorhin mit unseren Immobilien, 500.000 Immobilien, wir drei Musketeer. Und die Person ist noch mal jünger als ich, irgendwo 50. Ich bin 62. Und nach allem, was ich weiß, gesund und so weiter. ich konnte dann nur sagen, also eigentlich der Hebel hier ist du Du musst jetzt nochmal die nächsten 10, 12 Jahre irgendwo einen Job finden, auch wenn es nicht der Traumjob ist, bei dem du Cashflow generierst. Das ist nämlich mit wenig Risiko machbar, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, dass es auch funktionieren wird, machbar.
Speaker 1: Aber Gerhard, dann hast du schon gesagt, trotzdem noch investieren in ETFs, oder? Ja, natürlich. Denn nur mit Arbeit kommen dann auch nicht weit in der Rente, oder?
Speaker 2: Gut, dass du das betont hast, Lena, sonst hätte ich das vielleicht missverständlich ausgedrückt. Also erstmal würde es jetzt heißen, 10, 12 Jahre zu arbeiten, dass in den 10, 12 Jahren die Person aus ihrem kleinen Depot nichts abzwacken muss und daher den Zinseszinseffekt in dem Depot nochmal 10, 12 Jahre ungestört, ununterbrochen wirken lassen kann und nach Möglichkeit noch dem Depot Und wenn es auch nur 50 Euro im Monat sind oder 250 Euro im Monat hinzufügen und so weiter. Also abgesehen davon, dass das ein gesunder Mensch, der jetzt niemanden zu versorgen hat.
Speaker 1: Brötchen backen, aber stetig, langfristig, langweilig. das die Idee?
Speaker 2: Genau, genau. Ja und ich hätte es nicht besser ausdrücken können.
Speaker 1: Also ich meine, viele glaube ich sind heutzutage auch so, ich verdiene nicht genug oder es reicht nicht. Und wir haben jetzt auch über Inflation gesprochen und so weiter. Und du sagst dir nochmal, alles okay, nur weitermachen und eben nicht irgendwie alle Vier von sich strecken und verzweifelt rumliegen, sondern arbeiten gehen, das langfristig investieren. Und ich glaube nicht im Zweifel, also in dieser Verzweiflung vielleicht nochmal auf Dinge zurückzugreifen, die dir Das tollste Versprechen auf der Welt, weil häufig wird eher das Gegenteil eintreten, sondern sich eben auf das fokussieren, was man selbst steuern kann. Und das sind nicht irgendwelche skurrilen 30, 40, 50 Prozent Strategien und auch nicht all in crypto. Aktiv leben, passiv investieren.
Speaker 2: von irgendeinem trotteligen Immo-Coach, Immo-Finfluencer, also du kannst nebenberuflich mit gehäbelten Immobilienkäufen schnell reich werden, das ist zu...
Speaker 1: Also wenn ihr eine Anzeige mit unseren drei Köpfen seht, draußen, nicht drauf gehen. Gerd, das war eine sehr spannende Folge. Ich danke dir, dass du mit uns da so kritisch drauf geschaut hast auf die aktuellen großen Fragen, die wir haben, die viele haben, bezüglich ETFs. Was würdest du sagen? Noch einen letzten Satz, den du noch mitgeben kannst, wenn du noch mal an die Begegnung mit deinem alten Freund, wenn du mit dem dich jetzt noch mal hinsetzen würdest und ihm so einen Satz mitgeben könntest. Was wäre das?
Speaker 2: Also ich glaube, besagte Human Capital, im Prinzip der Beruf, die eigene berufliche Tätigkeit ist eigentlich das, was die Tachonadler meisten bewegt. Da sollte man irgendwas wählen, mit dem man halbwegs glücklich sein kann. Das kann auch eine finanziell motivierte Frage sein. Man muss nicht mit jedem Job die Welt retten oder Kunstwerke produzieren oder irgend sowas. Es geht auch einfacher. Und dann kontinuierlich breit gestreut, nie bereut, über das wunderbare Produkt ETF, das eben niedrige Kosten, man muss nicht einzelne Aktien analysieren können, also man muss jetzt kein super Finanzguru sein, da durchblicken zu können, das auszunutzen, die Macht des Zinses Zins auszunutzen und sich dann auf seinen praktisches Leben konzentrieren und vielleicht haben wir auch ab und zu mal Dankeschön sagen, zum Beispiel einmal Dankeschön dafür, dass wir heute eigentlich eine geringe Arbeitslosigkeit haben. Jeder, der arbeiten möchte, hat eine sehr hohe Chance, eine gute Chance, einen Job zu finden. Als ich von der Uni kam vor 35 Jahren, war das nicht so. Da hatten wir in Deutschland 12 Prozent Arbeitslosigkeit und unter jungen Leuten sogar noch höher. In der Hinsicht stehen wir heute besser. Okay, jetzt habe ich wieder lange gequatscht.
Speaker 1: Das ist gut. Wir schließen mit Dankbarkeit. Das ist gut. Und ich werde diesen Schuhkarton gar nicht vergessen. Wir sind immer bei der Harry-Politik gewesen. finde, die Verpackung der Schuhkarton, das wird ein Bild, das bleibt auch bei uns bei him im Podcast bestehen. Danke, Gerd Kommer, für dein Wissen und für deine Zeit. Ega. Danke dir. Bis dann. Ciao. Tschüss.