How I met my money

How I met my money

Der Finanzpodcast für Anfänger

Transkript

Zurück zur Episode

Speaker 1: Willkommen bei How I Met My Money. Ich bin Lena, freie Journalistin und Interviewerin.

Speaker 2: Und ich bin Ingo, Honorarberater, Finanzcoach und ein kleines Kapitalistenschweinchen. In diesem Podcast geht es nicht nur ums Geld, sondern auch darum, was Geld mit dir macht. Mit dem Gefühl, nie genug zu haben. Mit Streit in Beziehungen. Mit Freiheit. Mit Sicherheit. Und manchmal auch mit Scham.

Speaker 1: Wir sprechen mit Experten aus Wissenschaft und Praxis und stellen die Fragen, die du dir vielleicht so noch nie gestellt hast. Warum gehe ich mit Geld so ⁓ wie ich es eben tue? Was habe ich über Geld in der Kindheit gelernt? Und stimmt das eigentlich alles noch?

Speaker 2: Hier bekommst du wirkliche Aha-Momente, echte Geschichten, praktische Tipps und Hacks und den Raum tiefer zu gehen.

Speaker 1: Denn wer sein Geld versteht, der lernt auch sich selbst besser kennen.

Speaker 2: Power-Wentner-Money wird produziert und vermarktet von Maywerk-Finanzpartner und der OFA Online-Finanzakademie. Und jetzt viel Spaß mit dieser Folge.

Speaker 1: Was können wir Anlegerinnen und Anleger aus historischen Umbrüchen lernen? Wir schauen heute auf die letzten 100 Jahre zurück.

Speaker 2: Ja, genau. Und ich finde, ist aktueller denn je und vor allem aktueller, als man denkt. Denn wir leben ja aktuell, oder Lena, in wilden Zeiten. Pandemie, Krieg, in Europa, Inflation. Und da hilft manchmal eben gerade in Zusammenhang mit den Kapitalmärkten der Blick in die Vergangenheit. Und Lena und ich, wir haben uns eben mal die krassesten Wendepunkte der letzten 100 Jahre rausgesucht. Und wir reisen heute mal vom ersten Weltkrieg bis Corona. einfach mal zu schauen, was war das eigentlich damals und wie lief das damals ab und was können wir heute, Stichwort Paradigmenwechsel, eigentlich davon mitnehmen.

Speaker 1: Es wird kein langweiliger Geschichtsmonolog, sondern wir beide erzählen uns die spannendsten Anekdoten, die wichtigsten Wendepunkte und es geht auch ⁓ Schubkarren voller Geld und 40 D-Mark, die alles verändert haben.

Speaker 2: Wie schön war das noch in der D-Mark, oder? Und wir fragen uns vor allem, was macht das eigentlich mit den Menschen? Wie prägt das Verhalten, Denken, aber vielleicht auch sogar ganze Generationen? Und wie hilft uns das heutige Ängste einzuordnen?

Speaker 1: uns auch gleich starten mit der ersten Zeitreise, nenne ich sie mal. Wir gehen zurück ins Deutschland der 1920er Jahre, die Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Das war eine junge Demokratie, es gab viele, Hoffnung, aber auch eine finanzielle Katastrophe. Stell dir vor, du wachst auf und das Geld, das du gespart hast, ist über die Nacht die Hälfte weniger wert geworden. Genau das ist passiert nach dem ersten Weltkrieg in Deutschland. Und zwar eben in den frühen 20ern, in frühen 1920ern Jahren, da gab es eine wilde Inflation in der Weimarer Republik. ja, gab ehrlich gesagt nicht nur Inflation, sondern diese Inflation führte dazu, dass es dann einen völligen Währungszusammenbruch gab. Die Preise explodierten und das bedeutet so, wir haben mal bisschen recherchiert, anfangs 1923 kostete ein Brot so ein paar hundert. Das war ein Papiermarkt damals. Im November, also im gleichen Jahr noch, aber Ende des Jahres 1923, es wohl eher so 201 Milliarden, die man ausgeben musste, um ein Brot zu bekommen.

Speaker 2: Ja, und das hat man heute auch schon manchmal, wenn man nach Venezuela guckt, ja, bis auf das da gerade natürlich so ein amerikanisches Schiff steht, ist das eben auch noch ganz spannend, dass man dort eben auch solche Zustände hat teilweise. Und man kann dann eben buchstäblich mit diesem Geld nichts mehr anfangen. Und es war sogar so krass, dass Firmen Löhne nur noch tagesweise gezahlt haben oder sogar zweimal am Tag, weil das Geld am nächsten Tag schon wieder so wenig wert war. Jetzt denken vielleicht viele, das war damals so, aber kann euch sagen, war zum Beispiel vor mittlerweile drei Jahren ist es her in Argentinien, da war das nicht so krass, aber auch so. Ich bin am Anfang der Woche zu Western Union gegangen, ein Dienst, wo ich quasi Geld abholen konnte, hab das in den Baumwollbeutel von meinem Föhn rein gemacht, den ich im Hotel hatte, hab diesen Beutel voll gemacht und hab das dann beim Hotel auf den Tresen ausgeschüttet. Und selbst nach den sieben Tagen war es schon leicht weniger wert, aber es gab damals in Argentinien quasi einen offiziellen Wechselkurs und einen inoffiziellen Wechselkurs und der war eben deutlich höher. Und das ist dann schon sehr spannend. Und jetzt ist ja die Frage, was lernen wir aus damals und auch aus Argentinien? Und ich glaube, der erste Punkt, man da immer für sich mitnehmen sollte, ist das Thema Demut. Denn Geld kann wirklich an Geld verlieren und das dramatisch. Dinge können sich also Aber das Spannende ist eben auch wieder, selbst nach solchen Zeiten, man sieht das gerade auch in Argentinien, geht es eben auch wieder aufwärts. Und so war das auch zum Beispiel 1923, in dem besagten November, den du angesprochen hast, Lena, kam dann die Rentenmark und plötzlich lief die Wirtschaft auch wieder. Preise stabilisierten sich und auf einmal, als ich von der Traufe ging, ging es in die goldenen Zwanziger rein. Und das Spannende war, Wer damals Sachwerte hatte, also Immobilien, Land, aber auch Aktien, die gab es damals schon, der kam eben deutlich besser durch. Und nur wer Bargeld hatte, der war im Grunde enteignet. Und so zeigt sich schon damals, dass Diversifikation eben kein Modewort war, sondern überlebenswichtig. Und wenn wir eben auf heute schauen, ja gut, heute haben wir jetzt keine Hyperinflation, aber anfassbar gibt es das sicherlich in anderen Ländern schon. Aber... Diese Urangst, die ja auch transgenetisch übertragen werden kann an uns oder vielleicht auch erzählt wurde noch in unserer Familie, die schlummert in vielen und dadurch, ich hab's letztens wieder mitbekommen, kaufen viele ältere Deutsche bis dato, die vertrauen dem Fiat Währungssystem nicht und die kaufen dann Gold, weil es sich irgendwie sicherer anfühlt. Und so halt dieses Echo aus dieser Zeit noch nach. Aber zum Glück sind solche Inflationsdimensionen halt selten. Aber wenn es rappelt, dann gilt halt immer Sachwerte vor Geldwert. Aber, kleiner Spoiler, das war nicht die letzte Krise. Denn, ja, nachdem zumindest in Deutschland die Währung wieder stabil war, da ging es direkt weiter. Und das nicht in Deutschland, Lennia, sondern ...

Speaker 1: Nee, da wo ich gerade sitze, in New York. ich an dem, was du gerade erklärt hast, auch wahnsinnig wichtig finde, bevor wir jetzt zur Weltwirtschaftskrise ab 1929 kommen, wenn wir uns finanzpsychologisch das angucken, was wir immer machen, dass eben unsere Einstellung zu Geld auch von diesen kollektiven Erlebnissen wirklich geprägt ist, wie du es eben mit dem Gold auch erklärt hast. Für mich leuchtet das total ein. Warum ist da irgendwie auch oft so... Ja, so Misstrauen gegenüber bestimmten Anlagen gibt es zumindest in bestimmten Generationen. Okay. Ja, Weltwirtschaftskrise in 1929. Globales Phänomen, aber ausgelöst durch den berühmt-berüchtigten Börsencrash in New York. Da boomte es 1920 noch total an der Börse. Jeder, ja, schweißesweise vierter Haushalt in den USA hatte Aktien, manche auf Kredit gekauft.

Speaker 2: Muss man sich mal vorstellen, damals schon, wenn man heute in Deutschland sagen würde, jeder Vierte hätte Aktien, dann würde jeder sagen, Huch, und das war in der Vorweltkriegszeit in den USA damals schon so, nur mal so als kleiner Einschub. Das ist schon spannend.

Speaker 1: Das klingt gerade sehr positiv, aber ich glaube, andere gucken da auch sehr schwierig drauf, weil da einfach sehr viel Gier auch dabei war. Man wollte mehr. Das ging auch eine ganze Weile gut, wenn man Mehr bekommen, bis es dann am Schwarzen Donnerstag, wie man ihn so gut nennen, den 24. Oktober 1929, bis da so eine riesen Panik kam, da brachen die Kurse ein. Und zwar so heftig, dass der Dow Jones innerhalb einer Woche über 50 % seines Wertes verloren hat. Die Hälfte hat er an Wert verloren.

Speaker 2: Ja, und das muss dann, glaube ich, schon ein ganz schöner Schock gewesen sein für die meisten. Die Hälfte an Wert verloren und schwups, quasi, waren auch 25 Prozent der Amerikaner auf armer Arbeitsschluss. Also jeder vierte Mensch. Die Menschen standen da an für Brot, für Suppe, Familien verloren Haus und Hof an dieser Stelle, weil sie nicht mehr bezahlen konnten von Krediten. Ja und in Deutschland ging es dann ähnlich rund. Deutschland war auch schon damals wirtschaftlich natürlich abhängig von den USA als Weltwirtschaft und als Weltwährung und dann waren in Deutschland auch auf einmal sechs Millionen Menschen bei weniger Populationen als heute. Also rund ein Drittel aller Erwerbstätigen waren auf einmal arbeitslos. Das ist natürlich unfassbar, wenn man sich das Ganze mal anschaut an der Stelle, wie das da wirklich abging.

Speaker 1: total die golden Zwanziger, muss man jetzt in Anführungszeichen setzen, die waren einfach vorbei. Und zwar ganz schön schnell. Auch in Deutschland bedeutete das den, ja, sagen wir politisch, den Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Viele radikalisierten sich, viele recht extreme Parteien bekamen ziemlich viel Zulauf. Und das mündete historisch bekanntlich in den Aufstieg der Nationalsozialisten. Wenn wir jetzt mal beim Thema Geldanlage und Geld bleiben, könnte man sich jetzt fragen Ingo, was hätte man da tun sollen?

Speaker 2: Ja, wir hatten ja gerade schon das Thema Sachwerte, die Tatsache, die du jetzt beschreiben willst, Lena, man braucht

Speaker 1: Ja, denn meine, von uns haben ja, also auch bei him, Aktien in ETFs investiert. Also wer Ende 1929 Aktien hatte, musste wahnsinnig starke Nerven haben. Es hat auf jeden Fall in den USA über 25 Jahre gedauert, bis der Dow Jones wieder auf dem Stand von 1929 war. Kann sagen, quasi eine Generation später. Also nicht jeder hat das, glaub ich, durchgehalten.

Speaker 2: Ja, definitiv. Man muss natürlich dazu sagen, heute sind es andere Zeiten. Also allen voran Notenbanken oder auch Institute, Staaten haben andere Früherkennungsmechanismen und auch Möglichkeiten, schneller zu reagieren auf solche Wirtschaftsabschwünge. Man kann das von damals sicherlich nicht mehr vergleichen, wie es heute ist, aber es war tatsächlich der längste Zeitraum, den man hätte aushalten müssen, selbst mit Aktien, wo man keine Gewinne gemacht hat. Aber die die eben durchhalten konnten oder sogar nachgekauft haben, die konnten dann später eben richtig profitieren. das zeigt eben, man braucht Zeit, aber auch die Nerven, man muss es auch, wir ja gelernt, körperlich auch aushalten können und man braucht eben auch das Geld, ⁓ gegebenenfalls nachinvestieren zu können.

Speaker 1: Ja, finanzpsychologisch, wenn wir da irgendwie auf die Weltwirtschaftskrise schauen, kann man wirklich sehen wie so Angst und Pessimismus, ja, da sind, da bleiben und auch viele Menschen, das miterlebt haben, bis zum Rest ihres Lebens wahnsinnig vorsichtig geblieben sind und nie wieder so Vertrauen gefasst haben, so in die Börse. das finde ich ganz interessant, wir haben oft bei Himmler darüber gesprochen, warum investierst du eigentlich nicht? Also viele Menschen wollen investieren und dann fragen wir mal, ja warum nicht? Das könnte einer dieser Gründe sein, wie wir auch schon in anderen Folgen analysiert haben. Eltern geben dieses Skepsis gerne in ihre Kinder weiter und das prägt.

Speaker 2: Ja, große psychologische Lehre auf jeden Fall. Angst ist ansteckend. allem, es ist ja glaube ich nicht das Erlebnis an sich, also der Verfall, sondern eben das, was dranhängt. Das, was man an Streit, an Verunsicherung, an Angst mitbekommt über die Eltern. Vielleicht schon in jungen Jahren, gerade wenn es in jungen Jahren passiert. Das lernen wir immer wieder. Auch die finanzielle Risikobereitschaft prägt sich schon vor der Geburt. Und das ist dann natürlich das, was eine ganze Generation prägen kann. Misstrauen gegenüber der Börse schafft. Deshalb ist aber andersrum das historische Verständnis dafür wichtig und das wollen wir heute machen, herzustellen, dass es so etwas immer mal wieder gab, dass das also auch normal ist und Muster zu verstehen. Und es sind eben Muster, die sich nie eins zu eins gleich wiederholen. Ich habe das schon häufiger, glaube ich, gesagt. Twain sagt, die Vergangenheit wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich und so ist es eben auch bei Mustern. Sie wiederholen sich, aber nie eins zu eins eben gleich. das ist eben das Wichtige. was man daraus lernen kann an dieser Stelle.

Speaker 1: Ja, vielleicht noch mal konkrete Learnings, jetzt als Noravarator. meine, von dir habe ich gelernt und wir haben mit vielen Experten im Podcast darüber gesprochen. Es lohnt sich schon, das Geld jetzt nicht unterm Kopfkissen zu lassen, sondern es zu investieren, aber eben auf Devisifikation zu achten und vielleicht auch so ein paar Sicherheitsnetze zu haben. Also nicht jetzt irgendwie alles in total riskante Anlagen zu stecken oder was würdest du noch sagen, ist so dein Tipp immer an deine Kundinnen und Kunden?

Speaker 2: Ja, also einfach langfristig zu planen, wie du schon richtig sagst. Es gibt natürlich Einlagen, Sicherungen, Zentralbanken, aber langfristige Planungen, Altersvorsorgeplanungen, Finanzplanungen, wenn man jetzt also an dem Punkt steht, dass man sagt, für mich geht es gar nicht mehr den Vermögensaufbau, sondern eher, wie ich jetzt davon leben kann, das im Endeffekt in Planungen zu gießen, dass solche Events, unvorhergesehen sind und immer mal wieder passieren können, dass die meinem gesunden und standhaften Fundament nicht zu viel anhaben können. Aber wenn ich ein Seegrundstück habe, ohne dass ich das Fundament richtig gesetzt habe oder mich darum gar nicht gekümmert habe, aber das schönste Haus oben drauf setze, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis das erste Windchen oder die erste Flut alles das, was ich aufgebaut habe, auch stark angreift, vielleicht sogar zerstört. Und ich glaube, ist eben etwas, was man da berücksichtigen darf an dieser Stelle.

Speaker 1: Hm, sollen wir zum nächsten großen Umbruch kommen, Ingo?

Speaker 2: Gerne.

Speaker 1: Ende des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit darüber reden wir jetzt. Ich kenne es, sagen wir mal zum Glück, nur von Bildern, die haben mich aber bis heute nicht mehr losgelassen. Deutschland, 1945. Die Städte, die meisten Städte sind in Trümmern. Die Wirtschaft einen Scherbenhaufen und die Währung, das war ja die damalige Reichsmark, war eigentlich ja wertlos. Im Krieg gab es ja so Preisbindungen und es gab auch Rationierungen und danach herrschte plötzlich so ein Riesen- und Geldüberhang. Aber es gab gar keine Waren. Das heißt, wer hat davon profitiert? Der Schwarzmarkt unter anderem, der Tauschhandel. Und irgendwie finde ich das immer ein bisschen witzig, wenn ich darüber nachdenke. Aber es war ja so, dass Zigaretten sogar als Währung getaugt haben.

Speaker 2: Ja, also schon im Krieg war das ja auch schon so.

Speaker 1: Oder eben das Mann von Kaffee gegen 5 Dosen Tomaten oder sowas getauscht.

Speaker 2: Kartoffeln, schön Bündel Reismark. Und dann hat sich alles verändert wieder. Dann kam wieder so ein Switch an der Stelle. Auf einmal kam die Mark 1948, ganz genau am 2. Juni 1948. Die D Mark, wie sie viele auch noch kennen, vor dem Euro, wer es vergessen hat, oder an jungere ZuhörerInnen.

Speaker 1: Ich weiß noch ganz genau, Ingo.

Speaker 2: ... kam 40 Mark und

Speaker 1: 40 Mark. Das finde ich total... 20 Euro. aber lass uns darauf eingehen. Das finde ich total spannend. Es gab 40, mag so einen Art Startguthaben, oder? Und das hat man einfach so bekommen. Ich glaube, Basel, in Cash. Und das klingt jetzt total... weiß ich nicht, fast niedlich, so wenig irgendwie. Aber das war der Neuanfang. Und interessanterweise fühlten sich so auch über...

Speaker 2: Ja, genau.

Speaker 1: Nacht wie von Zauberhand. Die Regale, natürlich hatten die Läden auch noch Waren im Lager und haben sie dann erst wieder rausgeholt, als es eben wieder eine Währung gab. Und plötzlich konnte man all das wieder kaufen. Butter, Schokolade, Bodencafé. Da gab es die verlässliche Währung wieder.

Speaker 2: Ja, und schubs schaute man eben ins Schaufenster und Butter, Kaffee, Schokolade, Bamm. ich glaube, das ist auch ein Moment, der viele Deutsche geprägt hat, der aber auch wieder die Schnelligkeit zeigen kann von solchen Momenten, wenn man von Schnelllebigkeit sprechen kann. Ich meine, da immerhin dann von 45 bis 48 auch drei Jahre dazwischen. Aber so wurde die Mark fast heilig. Viele haben sich sicherlich auch schwergetan, sich dann davon wieder zu trennen. Aber es stand eben auch für Stabilität, es stand für Wiederaufbau, gerade nach zwei Währungen. umbrüchen und einer Währung, der man eben wieder vertrauen konnte. so ein Vertrauen ist dann eben auch die Basis für weitere Investitionen.

Speaker 1: Wohlstand für alle. Vielleicht kennen manche noch diesen Satz von Wirtschaftsminister Ludwig Erhard. Das war das Motto und die Menschen haben auch wieder angefangen zu sparen. Es wurde wieder Geld zur Seite gelegt, zum Beispiel für den Hausbau, aber auch einfach für normalen Konsum. Aktien da ... Da waren viele schon noch misstrauisch, denn die 20er-, 30er-Crash-Erfahrungen sind da schon noch im Hinterkopf geblieben. Aber insgesamt ging es wirtschaftlich ziemlich steil bergauf.

Speaker 2: Ja, und das war eben dann die Möglichkeit. Also man sprach dann ja auch vom Wirtschaftswunder. Jeder hat angepackt auf die, man kennt ja auch immer von den deutschen Frauen, die dann den Wiederaufbau auch geleistet haben. und so, so wurde eben aus einer Krise und so sieht man auch eben wieder schön den Paradigmenwechsel an der Stelle. Preisbindung, das wurde damals, wie du schon gesagt hast, radikal verändert, Marktwirtschaft rein, die freie Marktwirtschaft an dieser Stelle zum besten. Und das war dann damals auch ein echter Paradigmenwechsel, ein positiver Paradigmenwechsel. Und so ist dann eben das Wirtschaftswunder entstanden. Und Märkte brauchen Freiheit. Das war die große Lehre auch zu heute. Heute wird häufig Planwirtschaft betrieben. Es wird eher staatlich versucht zu kontrollieren. man kann es immer wieder eigentlich feststellen, dass der Kapitalismus da natürlich nicht überall perfekt funktioniert. Aber auch in den Folgen, die wir dazwischen hatten, haben wir es festgestellt. Aber es ist doch meistens eben die beste Idee. ⁓ wirtschaftlichen Wohlstand zu schaffen, ⁓ von in dem Moment ja keinem Erstem Weltland mehr wieder nach oben zu kommen. Und das zeigt die Historie immer wieder und auch in unserem Fall als Deutschland.

Speaker 1: Ja, wirklich. Von 0 auf 100, ich finde es so faszinierend, das anzuschauen, wie schnell das ging, wie du auch gerade beschrieben hast. Ja, Learning hier raus, wahrscheinlich, auch wenn vieles gerade im Argen liegt, die Zuversicht nicht zu verlieren. Oder? es einfach diese Paradigmenwechsel gab und auch geben wird.

Speaker 2: Ja, immer wieder. ich meine, damit hört es ja nicht auf. Gehen wir weiter. Ölkrise, sicherlich für viele noch greifbarer, auch wenn sie 1973 war. Und die daraus folgende Stackflation. Was heißt Stackflation? Stackflation heißt, wir haben Inflation, aber kein Wachstum in der Wirtschaft im Endeffekt. Und so folgte eben nach Jahren des Booms wieder Stillstand. Ölpreis durch eben externe Faktoren, durch Krieg. vervielfachte sich, alles wurde teurer, das hat man ja auch in Corona-Zeiten oder danach gesehen, wurde häufig auch verglichen. Und auf einmal gab es halt Benzinrationierungen, man wurde also in seinem Alltag stark eingeschränkt, autofreie Sonntage, was man sich mal vorstellen muss.

Speaker 1: Erkennt man diese ganzen Fotos aus dem Geschichtsbuch raus, oder? alle so auf der

Speaker 2: Ich mich noch einmal dran erinnern, ich glaube, das war die A40 oder so im Ruhrgebiet. kann ich mich noch dran erinnern, aber das wurde bewusst gemacht, mal auf das Thema Umwelt hinzuweisen, weil man nicht mehr tanken konnte, weil eigentlich kein Benzin mehr da war. Auch da waren in dem Moment wie damals Familie mit Rollschuhen, mit Inlineskatern auf der Autobahn. Aber das war pure Realität. Auch da hätte man sich sicherlich, oder würde man sich heute fragen, krass ... Muss ich jetzt alles verkaufen? Muss ich raus? Und da kommen wir gleich noch zu, ob das so sinnvoll ist.

Speaker 1: Ja, lass uns doch nochmal über Aktien reden. Der Dax, also früher hieß der nicht so, der Vorläuferindex vom Dax, der ging in den Keller und dann gab es einen Crash. das heißt auch da verloren wieder Leute massiv und man sprach auch so vom Tod der Aktienkultur und erneut sieht man schon wieder, die Geschichte reimt sich. auch da sind wieder viele in Gold geflüchtet. auch das sah nicht so richtig gut aus, oder?

Speaker 2: Nee, Verluste gab es überall. Kapitalmärkte, man kann ab dem Punkt tatsächlich auch schon MSC World zurückverfolgen, ist der bis zu 50 Prozent gefallen an der Stelle. Das hat auch schon starke Einflüsse gehabt, katastrophale Einflüsse teilweise an der Stelle. Und das hat dann bis zu sechs Jahre gedauert, bis sich das wieder erholt hat. Und das nagt an den Nerven, aber auch am Körper wie wir. durch Professor Elger gelernt haben. Und das muss man dann natürlich erstmal aushalten.

Speaker 1: Auch da wieder, es ging nicht nur back up, sondern es ist schon so, dass in den 80ern Gold wieder fiel, aber ab 1982 ging Aktien wieder hoch. Es gab eigentlich einen regelrechten Boom, könnte man sagen. Viele Privatanleger, Anlegerinnen haben das verpasst aufgrund des Misstrauens und haben da halt diese Erholung der Aktien Mitte der 80er. verpasst und das ist ja auch so ein Klassiker, oder? Und dann, ups, jetzt geht es doch wieder hoch.

Speaker 2: Ich glaube, das kennen alle mit der Telekom-Aktion. Verpönt, Geld verbrannt und verbrannte Fingerchen. Dann lässt man lieber die Finger von der heißen Herdplatte. So ist das ja schon als Kind. Wenn man damals gesagt hätte, 74 Aktien sind tot, dann hätte man eine der fettesten Rallies, die es seit jeher gab, verpasst. Und auch da ist wieder das Thema Geduld zahlt sich aus. Und das immer. Und das muss ich natürlich dann irgendwo auch immer wieder. mir einverleiben. Das ist sicherlich ein Fazit, was man daraus ziehen kann. Krisen, Verändern, Spielregeln. Aber sie gehen immer wieder vorüber. Sie sind aber normal, dass sie auftreten. Daher ist wichtig, flexibel bleiben, Ruhe bewahren. Das wäre damals auch das Beste gewesen. Das wäre das Erfolgsrezept gewesen, was man dort hätte anwenden.

Speaker 1: Ruhe ist das eine und das andere ist aber auch Anpassung, also zu schauen, was ist denn gerade gefragt. Man könnte sich jetzt irgendwie, ja oder wenn wir nochmal zurückschauen, jetzt in die 70er, also 73 wurden Autos sparsam, aber man könnte sagen, die ganze Industrie wurde irgendwie energiesparender und heute, ja, man könnte sich jetzt schon überlegen, vielleicht ja, erneuerbare Energien sind schon seit dem Ukraine-Krieg in Mode, ich jetzt meist, vielleicht nicht der richtige Begriff dafür, aber es geht halt schon darum, gerade unabhängiger zu werden von diesem teuren Ö oder teurem...

Speaker 2: Ja, definitiv. Und ich glaube, einer Sache, die auch noch mal wichtig ist, also gerade im Zuge von, wenn wir über Paradigmenwechsel sprechen, ich meine, damals haben wir alle auch vom Kalten Krieg gesprochen. Vietnam und was es nicht alles gab, möglicher Krieg zwischen den Supermächten USA und Russland. Auch das gab es alles schon mal. Wenn man sich die Kapitalmärkte in der Zeit anschaut, gab es aber trotzdem Wirtschaftswachstum und steigende Kapitalmärkte. Der Kalte Krieg hat im Endeffekt gar nicht dazu geführt, dass Kapitalmärkte wirklich runtergecrashed sind, obwohl es natürlich heute total vergleichbar wäre an der Stelle mit den Schambülzöhen zwischen USA, China, Russland, USA mit Putin. Klar gab es dann keinen Krieg. So nah für uns, Vietnam war natürlich für die Asiaten und der Vietnamesen deutlich näher. Aber das gab es auch schon damals und trotzdem sind die Börsen gestiegen und das dauerhaft. Bis 1973, bis dann der Ölschock kam.

Speaker 1: Gehen wir rüber zum nächsten Paradigmenwechsel, nächsten großen Event, wenn das für dich okay ist. Event darf ich es ehrlich gesagt gar nicht nennen, das war ein falscher Begriff. wir reden jetzt über einen Schicksaltag, den die meisten von uns noch ziemlich lebhaft vor Augen haben. Egal wie klein wir damals waren, glaube alle saßen an dem Abend

Speaker 2: Ja.

Speaker 1: oder an dem ganzen Tag vor dem Fernseher. Es geht um den 11. September 2001 auf die Anschläge hier in New York. Und das war primär eine menschliche und eine politische Tragödie, aber hatte wahnsinnig große wirtschaftliche Folgen. Die Frage war nämlich schon bei vielen Anlegerinnen und Anlegern, wird es jetzt so weitergehen? Also wird die Unsicherheit bleiben? Gibt es vielleicht noch weitere Angriffe? Wird es Krieg geben? All das war ein brennende Fragen.

Speaker 2: Ja, und vor allem muss man verstehen, wir hatten vor dieser Zeit schon stärker fallende Kapitalmärkte. Also das Hoch der Internetbubble damals, der Techbubble, was ja auch heute häufig herangezogen wird als Vergleich mit der KI-Bubble, war ungefähr im August, September 2000. Das heißt, wir hatten eh schon Verluste von teilweise 20, 30, 35 Prozent an den Kapitalmärkten. Und dann kam dieses Event noch dazu. Und jetzt kommt's. Die Börsen waren eine Woche lang geschlossen. Ich konnte also nicht mehr reagieren. Also die Enteignung der Totalverlust war so nahe, ich kenne auch die Bilder, dann Präsident Bush das im Kindergarten, glaube ich, irgendwo, war, ja, bekannt gegeben hat und dann der Gesichtsausdruck an der Stelle. Also da war wirklich die blanke Panik in der Luft und als der Markt dann eröffnete, dann war das Schwupps, sieben Prozent im Minus, einer Woche elf Prozent runter. Das war schon richtig brutal. Aber Auch der Punkt war wieder vorbei. Es hat dann länger gedauert, bis sich das rausgezogen hat. Aber Notenbanken sind dann hingegangen, haben die Kapitalmärkte unterstützt, haben günstiges Geld zur Verfügung gestellt. Und dann ging es ab 2003, Februar, März 2003, dann auch wieder richtig schnell, richtig hoch.

Speaker 1: Das ist vermutlich so das Lehrstück hier raus, so. Es gibt wahnsinnig große globale Ereignisse, die alles und jeden aus der Bahn werfen, aber es kann sich alles doch schnell wieder zum positiven wenden, als man denkt. Ja, man könnte sagen, zum einen steuerten die Zentralbanken damals dagegen. Die Zinsen wurden gesenkt, es gab mehr Liquidität im System und es wurde auch versucht, Vertrauen zu vermitteln, dass genügend Geld da ist. Man hat also alles probiert, die Rezession abzuwenden, was zumindest teilweise geglückt ist. Die Rezession, also eins, war relativ mild, sag ich mal. Was würdest du sagen, so psychologisch? Was hat es so hinterlassen? Also einmal diese Angst vor dieser Unberechenbarkeit vielleicht. Also nichts wird mehr so sein wie zuvor.

Speaker 2: Ja, definitiv. das war ja der, das gab natürlich schon vorher, Boston Bomber, ich, an der Stelle, aber es war, glaube ich, so der wirkliche spürbare Beginn von Terrorismus, der uns dann immer wieder heimgesucht hat und natürlich privat auch, wenn es dann nach Europa gekommen ist, für Angst sorgt, also ganz logisch auch an der Stelle. Und wenn dann noch das eigene Geld damit verbunden ist, dann wissen wir alle, was Geld für Möglichkeiten hat, was für Projektionen draufliegen. Und dann kann sich das natürlich potenzieren. Aber andersherum sieht man auch da wieder, es gibt Schocks, aber das System ist mittlerweile recht stabil. es gibt diesen schönen Spruch, Time in the Market beats Timing in the Market. Also hätte man da versucht, rein und raus zu gehen an der Stelle, dann hätte man häufig eben draufgezahlt. Und auch solche krassen Events zeigen uns wieder, Schocks gibt es, ja, aber sie sind eben nicht der Weltuntergang, gerade nicht für die weltweite Wirtschaft an der Stelle. für uns AnlegerInnen heißt es eben sich nicht von Angst leben zu lassen, sondern doch auf die Stabilität des Systems trotz wir haben schon zig Dinge heute aufgezählt. Kriege, Wirtschaftskrisen, solche Impactereignisse und damit war es ja noch nicht genug. Wir ja noch zwei auf der Pfanne.

Speaker 1: bin da vielleicht noch kurz zum konkreten Learning. Also es geht jetzt nicht darum, dass man die Risiken nicht auf dem Schirm haben sollte, sondern das, was wir uns auch mal angeschaut haben, ist schon ein Argument für etwas ist und zwar für Diversifikation. Also dass man irgendwie wirklich so diversifiziert wie möglich sein Portfolio gestaltet und damit auch so Einbrüche verkraftet.

Speaker 2: Ja, definitiv.

Speaker 1: Kommen wir zu etwas, das viele von unseren Hörern Hörern von euch bestimmt auch noch sehr präsent haben. 2008 die Finanzkrise im Gegensatz zu 9-11, also zum 11. September, das ja eher so von außen kam, war 2018 eher so ein selbstverschuldeter Crash des Finanzsystems. Also wenn man jetzt mal an die US-Immobilien-Blase denkt, die lieben... Brothers, irgendwie so faule Kredite. Denn im September 2008 brach eben mit Lehman eine der größten Investmentbanken der Welt zusammen und damit stand eigentlich sozusagen das globale Bankensystem am Abgrund. Das war ein ziemlicher Schock.

Speaker 2: Ja, und Leute hatten Angst, dass sie kein Geld mehr bekommen aus dem Automaten. Das war dann tatsächlich so. Deswegen haben sich dann nachher auch Merkel und Steinbrück hingestellt und gesagt, ja, unsere Einlagen sind sicher. Aber wenn man das mitkommt, dass das Bankensystem in die Knie geht und Börsen innerhalb von einem Tag auch wieder 10 Prozent Minus machen, dann bekommt man natürlich selbst auch weiche Knie.

Speaker 1: Total. Viele dachten, wird genauso wie wir es heute schon gesehen haben, es wird 29, wird genauso wie bei der Weltwirtschaftskrise. Es war auch nicht lustig. Also 2009 ist das,

Speaker 2: Nee, lustig aus,

Speaker 1: Es gab einen wahnsinnig scharfen Einbruch und Exporte sind weggebrochen. ganze Welthandel hat gestockt. Viele wurden entlassen, viele wurden arbeitslos oder haben kurz Arbeit anbieten müssen. Es war schon eine ganz schön krasse Rezession.

Speaker 2: Ja, dann ist es ja auch verständlich, wenn man das subjektiv mitbekommt für sich. Rezession, Wirtschaft geht runter, Geschäfte gehen pleite. Und dann verkaufen viele halt auch am Tiefpunkt, weil so, psychologisch gesehen, nähert sich sowas ja auch. Ich hab Angst, also Unruhe, Angst, stärkere Angst und irgendwann kommt die Panik dazu. Und wenn selbst die Panik nicht mehr ausreicht, dann verkaufe ich halt irgendwann. Und das braucht Zeit häufig an der Stelle, das sieht man immer wieder. Am Ende gibt es noch mal einen krasse Dip nach unten. Das sind dann die Panikverkäufe. Da gehen alle raus. Dann werden heutzutage auch schon damals Systeme ausgelöst. Da verkaufen dann leider viele an der Stelle. Das bleibt dann auch im Kopf. Häufig ist das der richtige Zeitpunkt, wieder einzusteigen. Timen kann man das gar nicht. Voraussehen kann man das auch nicht. Dass solche Events eintreten, wie in der Finanzkrise, ist halt super selten. Also wir besprechen ja gerade darüber, dass solche Dinge in den letzten 100 Jahren irgendwie vier, fünf Mal aufgetreten sind. Jedes Jahr, ich warte nur drauf, so nach dem Motto wie auf den Weihnachtsmann. Das passiert ja nicht.

Speaker 1: Das ist witzig Ingo. Ich finde das so das bittere oder die bittere Ironie, wie man so schön sagt, daran. Es fühlt sich so wahnsinnig schrecklich an, aber genau in diesem schrecklichen liegt man ja eigentlich auch zu dem Grundstein für so zukünftige Gewinne wieder, wenn man investiert bleibt. Und darüber haben wir so oft im Podcast geredet, wie schaffen wir das unter anderem mit dem individuellen Risikoprofil, was wir von uns haben können. Wie schaffen wir es mit unseren Investitionen zu bleiben, also nicht zu verkaufen, obwohl wir innerlich vielleicht panisch sind.

Speaker 2: Und dann, last but not least, Corona. Ja, ich glaube, auch wenn man viele schon vor Corona, das war vor Corona, war vor Corona, nach Corona, so ist es dann immer.

Speaker 1: Wir alle Kerne

Speaker 2: Aber ja, es war auch etwas, was die Märkte, also die spanische Grippe gab es früher mal. Aber das war natürlich heute auch dann dann auch mehr Vernetzung, mehr mehr Social Media in der Welt. ganz anderes Thema komplett surreale März 2020. Ich weiß es noch hier vorne am Rathenauplatz. Alles steht still. Keiner fährt mehr. Super ruhig. Du denkst irgendwo du bist auf einem Land, wenn da nicht so viele Gebäude stehen würden und dann passiert der schnellste Crash ever. Minus 40 Prozent innerhalb weniger Wochen und. Keiner geht mehr raus. Auch im Leben selbst hast du es sofort gemerkt. Wenn das kein sofortiger Paradigmenwechsel war, wo alle dachten, das war's, alles bricht zusammen, dann weiß ich auch nicht.

Speaker 1: Ja, und da gab es ja auch wieder so einen krassen Überraschungsmoment eigentlich, oder? Also es gab eine gigantische Rettungsaktion von Staaten und Zentralbanken. Also Regierungen weltweit schnürten so gigantische Hilfspakete. Es gab viel Kurzarbeitergeld, viele sind in Kurzarbeit gegangen damals. Es gab aber auch viele Unternehmenshilfen und die Zentralbanken haben die Zentralbanken... Die Zentralbanken haben die Zinsen gesenkt. Das hat dann doch ziemlich viel Liquidität wieder in die Märkte gespürt.

Speaker 2: Ja, dann gab es eine V-förmige Erholung. Da spricht man davon, man merkt, schnell runtergehen, aber sich auch schnell wieder erholen. Und innerhalb weniger Monate, ich glaube, beim DAX hatten wir am Ende des Jahres im Oktober, November schon wieder höhere Stände als vor Corona. sich das zu dem Zeitpunkt vorgestellt. Und es gab ja noch Lockdowns zu dem Zeitpunkt. Die Realität und die Börsen liefen weit auseinander, weil Börsen eben die Zukunft einplanen. Was ich auch festgestellt habe in dieser Zeit, auch viele Neobroker zum Beispiel, dass es einen enormen Zulauf gab. Weil durch diese schnelle Erholung, schnelles Runter und schnell wieder hoch, haben die Leute gemerkt, ja, das ist bestimmt wieder irgendwann vorbei. Und dieser Glaube, das wird sich schon wieder erholen, war in dem Fall, weil es eben so schnell runterging, aber sich dann auch schon wieder recht schnell wieder erholt hat ein bisschen, war der Glaube irgendwie da, das geht sich schon aus. An der Stelle, der Österreicher sagen würde.

Speaker 1: Ich habe auch kein Was-Ment, das doch österreichisch jetzt.

Speaker 2: Ja. Und das war ganz spannend, dass es dann zum ersten Mal, glaube ich, so einen Schub gab. Aber es war eben der dann doch schnellen Erholung und schnellen Bodenbildung und der Intervention der Notenbank geschuldet. Wenn so etwas länger abbröckelt, wie wir das zum Beispiel 2000 und dann noch on top, ja, packt jetzt noch auf Corona noch irgendwas anderes, einen Terroranschlag, großen, so nach dem Motto, wie es dann 2000, 2001 war, das ist natürlich noch mal eine ganz andere Hausnummer. Und das nehme ich auch immer wieder wahr, dass vielen gar nicht ... Ich hab Corona gut ausgehalten, das ging schnell runter. Ging auch gar nicht so tief runter, nebenbei. Nur die Hälfte eigentlich wie ein richtiger Crash, je nachdem, wie risikoreich man investiert war. meistens ist es gar nicht die Tiefe des Crashs, sondern die Dauer. Wenn immer wieder Cortisol ausgeschüttet wird, wieder mein Schmerzzentrum bedient wird, wenn das nur auf anderthalb Monate passiert wegen Corona-Crash ... oder auf zweieinhalb Jahre wie in der Internetblase und 9-11, dann macht das natürlich schon was ganz anderes mit.

Speaker 1: Was ich schon da auch nochmal spannend finde an das Märkten sind so soziale Fragen, die bis heute noch diskutiert werden müssen. Aber jetzt, wenn wir auf die Aktienmärkte mal schauen, dass man schon sagen muss, es wurde schon alles entkoppelt von der Realwirtschaft durch das viele billige Geld, sag ich mal. Und es haben schon viele so gelitten, aber so große Tech-Unternehmen, denen ging es ziemlich gut mit dem ganzen Digitalisierungsschub. Diese Massivität der Gegenmaßnahmen in den Corona-Zeiten hatte eine wahnsinnige Nebenwirkung und zwar die Inflation. Und dabei machen wir bald auch noch mal eine Folge, aktuelle Inflationsfolge.

Speaker 2: Ne, na, jetzt interessiert mich ja du als auch Privatanlegerin. Was ist denn jetzt eigentlich dein Fazit für den nächsten Crash und wie stehst du, nicht als Journalistin, sondern als Privatanlegerin zum Thema Paradigmenwechsel?

Speaker 1: Ja, ehrlich gesagt habe ich von unserer Folge jetzt, von dem alles, was wir jetzt nochmal so, sagen wir mal, für uns nochmal aufgearbeitet haben, mitgenommen, dass ich Paradigmen wechsle, gerade auch so diese großen Unbrüche, wir sind ja einem historischen Moment aktuell, dass ich das politisch beobachte, auch menschlich fühle, aber versuche als Privatanlegerin wirtschaftlich so bisschen zu ignorieren. Und da einfach, wenn ich so auf ETFs etc. gucke, dass ich da einfach mal wirklich die Augen zumache und sage, du bleibst da liegen. All das Geld, was ich sparen möchte, zum Beispiel für meine Rente, das bleibt einfach liegen. Ich ändere nichts. Heißt aber nicht, dass ich nicht innerlich auch aufgeregt sein darf etc. oder nicht total. mich informieren darf, dass ich da einfach politisch-menschlich auf der einen Seite habe, wo es abgeht, sage ich mal, und dann das Wirtschaftliche, was ich versuche, einfach in einer Schublade zu tun, abzuschließen und den Schlüssel zu vergessen, bis ich an das Geld wieder dran möchte. Und das ist erst in meinem Fall, wenn ich in Rente gehen möchte.

Speaker 2: Aber was wäre denn jetzt, wenn du in der Rente bist und daran denken musst? meine, da können ja auch Paradigmen...

Speaker 1: Du hast mich als Privatperson gefragt, dann bin ich noch nicht. Sag du mir die Antwort dazu, was sollte man machen?

Speaker 2: Ja, ich finde spannend. Ich glaube, das ist total verständlich, wie es viele machen an der Stelle. denke, ich würde nicht abschließen und nicht ignorieren. Und das war für mich auch der Impuls dieser Folge heute, den überhaupt reinzugeben, dass wir es machen. Ich würde bewusst draufschauen und erst mal verstehen und Bewusstsein schaffen. Das haben wir damit heute versucht, dass Paradigmenwechsel normal sind. Sie sind fucking normal. Und da gibt's ja auch ganz spannendes Phänomen an der Stelle. Das nennt sich in der Psychologie Declanism. Also, hat mal 2015 ganz viele Leute gefragt. Und 70 Prozent dieser Leute haben gesagt, ich glaub, die Welt geht jetzt unter. Und das immer. Egal, wann ich sie frage. Vor allem alte Leute, weil sie sich an was Positives aus der Vergangenheit zurückerinnern. Und dann denken, damals war alles besser als heute.

Speaker 1: Hm. Ingo, aber deswegen hatte ich eigentlich gesagt, ich will das nicht Schublade tun und abschließen, einfach weil Paradigmenwechsel normal sind, wie wir heute gelernt haben. Und dann kann ich es auch einfach ignorieren, oder? dann, weil ich ja weiß, es geht runter und es geht drauf und es geht wieder runter und es geht drauf.

Speaker 2: Warum kannst du sie nicht einfach bewusst wahrnehmen? Warum musst du es verschließen und vergessen? Warum kannst du nicht einfach sagen, das liegt auf dem Tisch, das liegt da gut und ich weiß, das ist normal?

Speaker 1: Na ja, das stimmt. Ich meinte es auch gar nicht so voller Angst, dass ich das wegschließen will, sondern dieses so, ich muss mich damit gar nicht so beschäftigen, einfach weil ich Sicherheit fühle, dass es wieder wird. Aber ich verstehe, woher dein Gedanke kommt. Dein Bild ist eigentlich noch schöner. Es ist da hinzulegen, einfach chillimilli, einfach zu sagen, ist okay.

Speaker 2: Ja, glaube, viele machen das. Aber viele können das vielleicht auch nicht mehr. Vielleicht wird dann die Unsicherheit, die man hat. Du hast ja gerade von eigener Sicherheit gesprochen. Also, selbst sicher zu sein mit sich selbst, mit seinem Wissen, bewusst zu sein. Ich glaube, das ist wichtig. Aber es gibt eben Leute, die sich auch durch Priming, wie wir festgestellt haben, primen lassen an der Stelle. das wollten wir heute einfach noch mal darstellen, dass das natürlich in der aktuellen Situation alles neu ist und anders ist und vermeintlich ein Paradigmenwechsel stattfindet. Wir können das gar nicht beurteilen, wer definiert, ein Paradigmenwechsel stattfindet. Der Punkt ist aber der, Paradigmenwechsel sind normal. Und wenn ich das Normale akzeptiere, dass das immer wieder passiert und auch die Schlussfolgerungen rausgezogen habe, dass Sachwerte sich immer wieder erholt haben, Aktien, dann muss ich mich, da kommen wir noch in anderen Stellen rein, dann muss ich mich nicht in andere Sachen reinreden lassen. In andere Assetklassen, andere Strategien, die die mich vermeintlich auf den nächsten Crash oder den ... Paradigmenwechsel vorbereiten. Das ist Quatsch. Die Anlageklasse ETFs hat jeden Paradigmenwechsel entspannt überstanden. Ja? Und die Aktien und die Anleihen dahinter. Das heißt, egal, ob es einen Paradigmenwechsel gibt oder nicht, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr auf einmal was anderes braucht, außer das, was sich die letzten 150 Jahre bewährt hat, ist viel unwahrscheinlicher. Also das, was ihr neu machen sollt, als das, was schon besteht. Das ist viel, viel Erprobter. Das war mir noch mal wichtig, auch mit der Deutlichkeit gerade an der Stelle. Nehmt den Paradigmenwechsel hin. Das heißt nicht, dass ihr euch davon nicht beeinflussen lassen dürft. Ihr dürft es wahrnehmen, das darf was in euch auslösen. Aber dann beschäftigt euch mit euch selbst und die Projektionen, die da stattfinden. Weil Paradigmenwechsel beeinflussen euch nur, wenn sie auf eine Resonanzfläche treffen. Also wenn ihr unsicher seid, wenn da gewisse Projektionen drauf sind oder wenn ihr T mit eurer Geldidentität habt. Und dann Trump irgendwas palabert oder Putin. So, dann trifft es da drauf und dann schwingt es erstmal ganz groß. Es gibt aber auch Leute da draußen, mit denen macht der Paradigmenwechsel gar nichts. Weil es keine Resonanzfläche gibt an der Stelle. Und das ist glaube ich etwas, was wir noch mitnehmen können heute.

Speaker 1: Ich könnte also sagen, die Geschichte ist die beste Therapeutin für nervöse Anlegerinnen und Anleger. Danke Ingo. bis nächsten Mal im Monday.

Speaker 2: Danke dir! Bis dann, ciao ciao!

Über diesen Podcast

Was, wenn dein Umgang mit Geld mehr über dich verrät, als du denkst?
In How I met my money geht’s nicht nur ums Geld - sondern darum, was es mit dir macht.

Journalistin und Interviewerin Lena Kronenbürger & Honorarberater und Finanzcoach Ingo Schröder sprechen offen über die Themen, die meist unter der Oberfläche bleiben: Geldsorgen, Beziehungskonflikte, Scham, Sicherheit und echte Freiheit.

Dafür laden sie wöchentlich am #moneymonday spannende Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis ein - und stellen die Fragen, die du dir vielleicht selbst nie gestellt hast:
• Warum gehe ich so mit Geld um, wie ich’s tue?
• Was habe ich über Geld gelernt - und was davon stimmt heute noch?
• Wie finde ich meinen eigenen, gesunden Umgang mit Geld?

Freu dich auf ehrliche Geschichten, fundiertes Wissen, praktische Aha-Momente - und den Raum, tiefer zu graben.

Jetzt reinhören und dich selbst über dein Geld (neu) kennenlernen!
Produziert und vermarktet von maiwerk Finanzpartner und der OFA Online Finanzakademie.

Disclaimer: Der Inhalt dieses Podcasts dient ausschließlich der allgemeinen Information. Die im Podcast gemachten Aussagen sind nicht als Aufforderung oder Empfehlung zu verstehen, einzelne Finanzprodukte zu erwerben oder zu verkaufen. Alle Informationen aus diesem Podcast können und sollen eine individuelle Beratung durch hierfür qualifizierte Personen nicht ersetzen.

von und mit Lena Kronenbürger & Ingo Schröder

Abonnieren

Follow us